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Glosse:"Meine Herren, die Lage ist ernst"

l r Vortandsvorsitzender Karl Heinz Rummenigge FC Bayern München gibt Geschäftsführer Hans Joachi

"Bei FC Bayern-TV habe ich gesehen, dass sich die Menschen ehrlich über unseren Titel gefreut haben", sagt Rummenigge. Dortmunds Watzke (r.) sieht das ... nunja: anders.

(Foto: imago)

Wie kann die Bundesliga endlich wieder spannend werden? Der DFB und die Vereine der ersten Bundesliga halten eine geheime Krisensitzung ab.

Ein geheimer Ort irgendwo an der Säbener Straße. An einem Konferenztisch sitzen Karl-Heinz Rummenigge, Hans-Joachim Watzke, Ralf Rangnick, Heribert Bruchhagen, Reinhard Grindel und Christian Streich. Am Kopfende nimmt Sky-Moderator Patrick Wasserziehr Platz. Ein Assistent rührt seinen Kaffee. Wasserziehr deutet ihm mit einer Handbewegung an, dass er bitte mit dem Löffel gegen die Tasse schlagen soll. Dann ergreift er das Wort.

Wasserziehr: "Meine Herren, die Lage ist ernst. Die Liga ist langweilig. Bayern ist Meister. Darmstadt und Ingolstadt abgestiegen. Das Produkt Bundesliga könnte Schaden nehmen. Was können wir dagegen tun?"

Rangnick: "Langweilig? Wir als Aufsteiger haben eine märchenhafte Saison gespielt. Unsere high metabolic loads waren die key performance variables unseres Powerfußballs. Das erkennen die Menschen an und lieben uns dafür."

Rummenigge: "Am Ende des Tages muss man sagen, dass man es dem FC Bayern nicht zum Vorwurf machen kann, wenn er summa cum laude mit dem eventum optimum abschneidet."

Das Handy von Christian Streich klingelt. Er geht ran. "Was isch?"

Rangnick: "Wissen Sie, Herr Wasserziehr, einige Klubs haben vor der Saison Spieler verpflichtet, die weit über 18 Jahre alt waren. Wir wissen aus unseren Innovation Labs, dass jeder Monat die Geschwindigkeit des Umschaltmoments um mindestens 0,12 Sekun..."

Christian Streich (immer noch am Handy): "Wer? Der Grifo? Nach Gladbach?"

Er legt auf, schüttelt den Kopf und murmelt vor sich hin "Müsse marschiere. Marschiere wie de Salzmänner"

Schweigen.

Wasserziehr lässt sich die Krawatte richten und fährt fort: "Wir als Rechteinhaber von Sky haben aber natürlich ein Interesse daran, dass die Bundesliga auch an den letzten beiden Spieltagen noch spannend ist."

Rummenigge: "Bei FC Bayern-TV habe ich gesehen, dass sich die Menschen ehrlich über unseren Titel gefreut haben. Das sind Informationen, die gesichert der Wahrheit entsprechen. Alles andere sind Fake News."

Bruchhagen: "Die Tabelle ist zementiert. Das sage ich seit Jahren. Wir müssen die Gelder umverteilen. Der Verein, der am längsten in der Bundesliga ist, sollte auch das meiste TV-Geld bekommen."

Rangnick: "Wir haben mit unserem hochmodernen Konzept bewiesen, dass Geld nicht entscheidend ist. Jeder andere Klub hätte auch 60 Millionen Euro investieren können."

Streich murmelt weiter gedankenverloren vor sich hin. "So könne ma in de Bundesliga net bestehe"

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Die Bundesliga-Saison war Langeweile pur? Mitnichten, denn es gab ja Mats Hummels, Christian Streich, Patrick Wasserziehr - und noch einige mehr.

Wasserziehr lässt sich die Schultern massieren und wendet sich an DFB-Präsident Reinhard Grindel.

Wasserziehr: "Herr Grindel, wie steht der DFB dazu?"

Grindel: "Fifa-Präsident Gianni Infantino hat erfolgreich die WM reformiert und auf 48 Mannschaften erweitert."

Wasserziehr lässt sich vom Assistent den rechten Zeigefinger heben: "War der DFB nicht einmal gegen diese Erweiterung?"

Grindel: "Der DFB hat immer eindeutig und unmissverständlich klargemacht, dass unter den Voraussetzungen der Bedingungen und der Umstände eine Zustimmung des DFB sowohl optional möglich als auch denkbar ist."

Der Assistent legt Wasserziehrs Stirn in Falten.