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Gladbachs Lars Stindl:Schienbeinbruch nach 30 Sekunden

Hannover 96 v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga

Sofort ins Krankenhaus: Lars Stindl wird lange pausieren müssen nach seinem am Samstag früh erlittenen Schienbeinbruch.

(Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)
  • Lars Stindl verletzt sich beim Gladbacher Sieg in Hannover schwer: Die Diagnose lautet Schienbeinbruch.
  • Damit fällt der Kapitän mehrere Monate aus.
  • Trainer Hecking verwirrt mit Aussagen über seine Zukunft.

Zwei Schienbeine, die aneinander krachten, zwei Schreie - dann herrschte erstmal Beklemmung in der Hannoveraner Arena. Erst 30 Sekunden waren am Samstagnachmittag gespielt, als sich Gladbachs Lars Stindl und Hannovers Matthias Ostrzolek schmerzhaft verkeilten. Eindeutige Schuld traf keinen der beiden Spieler: Stindl kam mit viel Risiko angerutscht, Ostrzolek traf ihn am Unterschenkel. Doch während der Hannoveraner bald wieder aufstehen konnte, blieb Stindl liegen und deutete immer wieder Richtung Schienbein.

Das Publikum applaudierte, als Stindl von zwei Betreuern gestützt die Arena verließ. Auftreten konnte der Gladbacher nicht, sein Fuß baumelte in der Luft. Ein bitterer Moment, denn Stindl genießt noch immer große Sympathien und Wertschätzung in der Stadt. In seiner Zeit bei Hannover (2010-2015) war er Kapitän und Wortführer. Auch der Stadionsprecher wünschte ihm alles Gute.

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Vor etwa einem Jahr hatte sich Stindl ebenfalls schwer verletzt und das Saisonfinale sowie die WM in Russland verpasst. Diesmal wurde er ohne Umwege ins Krankenhaus gebracht, "das ist nie ein gutes Zeichen", befand Mitspieler Matthias Ginter. "Extremst bitter" sei die Verletzung, klagte auch Trainer Dieter Hecking, da befürchtete er schon das Saisonaus für seinen Kapitän. Sportdirektor Max Eberl bestätigte die Diagnose am späten Samstagabend: Schienbeinbruch. "Das Schienbein ist schon fixiert worden", teilte Eberl mit. Die Operation sei gut verlaufen.

Raffaels Treffer sorgt bei Hecking für Seelenfrieden

Zur vermutlich frühesten Einwechslung seines Lebens, nach rund vier Minuten, kam deshalb Gladbachs Raffael. Er war es auch, der der Borussia an diesem Nachmittag, der so traurig begann, die ersten drei Punkte nach zuvor drei sieglosen Spielen bescherte. Kurz nach der Pause zog der Brasilianer im Strafraum ab, leicht abgefälscht senkte sich der Ball ins Netz (53.). Gladbach gewann 1:0 (0:0), und während Hannover konkret für die zweite Liga planen kann, nähert sich die Borussia wieder den Champions-League-Rängen. Der Sieg sei "für die Seele gut", sagte Hecking, dessen persönliches Ziel bleibt, die Mannschaft im Sommer auf einem der ersten vier Plätze an seinen Nachfolger Marco Rose zu übergeben.

Gladbach hätte tatsächlich lockerer und höher gewinnen müssen, doch besonders in der ersten Halbzeit ließen die Spieler etliche Gelegenheiten aus. Erst lupfte Florian Neuhaus über 96-Torwart Michael Esser, Waldemar Anton konnte den Ball vor der Linie schlagen (14.). Dann ließ Thorgan Hazard jegliche Schlitzohrigkeit vermissen, als er Hannovers Keeper aus freier Position zweimal anschoss (19., 22.). "Es ärgert mich, wie fahrlässig wir mit diesen Chancen umgehen", meckerte Hecking. Der Sieg geriet aber nicht wirklich in Gefahr, denn Hannover bewies erneut, dass dem Tabellenletzten am Ende wohl die Qualität fehlt, um noch einmal in den Kampf um einen Nichtabstiegsplatz einzugreifen. In der ersten Halbzeit hatte zwar Linton Maina eine gute Gelegenheit (17.), in der zweiten vergab Hendrik Weydandt die mit Abstand beste 96-Chance, als er aus kurzer Distanz scheiterte (71.). "Da hätten wir auch ein Tor machen können", klagte Kapitän Marvin Bakalorz, er klang resigniert. Der Rückstand auf den Relegationsrang beträgt weiter sieben Punkte.

Hannover droht ab Sommer der Neustart in der zweiten Liga, unter neuem Sportchef, da Horst Heldt in dieser Woche entlassen wurde. Und vermutlich auch unter neuem Trainer, da die Ablösung von Thomas Doll nach Saisonende erwartet wird. Hecking nutzt am Samstag die Gelegenheit, diesbezüglich etwas Verwirrung zu stiften: In Interviews vor dem Spiel hatte er sich noch offen für eine Rückkehr nach Hannover gezeigt, wo er als Spieler (1996-1999) und Trainer (2006-2009) schon aktiv war. Seine Familie wohnt noch immer in Bad Nenndorf bei Hannover. "Das könnte der Fall sein", sagte er bei Sky. Der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte Hecking, er wäre zudem "komplett offen" für den Wechsel auf die Position eines Sportdirektors.

Nach dem Spiel ging er erneut auf die Gerüchte ein, diesmal jedoch trat er auf die Bremse: Es habe bislang keinen Kontakt mit seinem früheren Klub gegeben, sagte Hecking auf der Pressekonferenz: "Ich kann hier auch heute sagen, dass ich nicht als Sportdirektor nach Hannover komme." Mehr noch: "Ich bleibe Trainer und werde auch in der neuen Saison wahrscheinlich irgendwo an der Linie stehen." Von Schalke bis Wolfsburg suchen noch einige Klubs nach einem neuen Coach.

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