Niko Kovac:"Ich weiß natürlich, dass das interessant ist für Sie"

Bayern-Trainer  Niko Kovac

Bayern-Trainer Niko Kovac.

(Foto: dpa)

Bayern-Trainer Niko Kovac will am liebsten über Fußball reden. Aber vor dem Spiel gegen Düsseldorf muss er sich zu Aussagen von Karl-Heinz Rummenigge äußern - und zu Handgreiflichkeiten seiner Spieler.

Von Benedikt Warmbrunn

Das, was seine Arbeit wirklich ausmache, sagt Niko Kovac, verkomme immer mehr zu einer Nebensächlichkeit. Daher zunächst einmal ein paar Worte zu dieser Nebensächlichkeit. Ein paar Worte über Fußball. Für seine Mannschaft, sagt Kovac, werde es am Sonntag (15.30 Uhr) darum gehen, "eine gute Ballzirkulation" zu haben, das erzeuge "nicht nur einen Haufen Chancen, sondern auch Tore". Diese Ballzirkulation dürfe seine Mannschaft, den FC Bayern, aber nie in Sicherheit wiegen, denn Fortuna Düsseldorf sei "im Umschaltspiel sehr stark". So weit der Fußball. Und damit zu den wirklich dominierenden Themen beim FC Bayern vor diesem Wochenende.

Kovac ist ein scharfsinniger Beobachter des Fußballgeschäftes, er weiß, dass die Zeiten dann besonders ruhig sind, wenn es wirklich nur um Fußball geht. Darum, welchen Spieler der Trainer aufstellt. Darum, welche Taktik der Trainer wählt. Darum, was der Trainer trainieren lässt. Aber so sind die Zeiten beim FC Bayern in diesem Frühjahr nicht. Der scharfsinnige Kovac hat das natürlich mitbekommen. Er weiß, dass in dieser Woche alle darüber gesprochen haben, dass Karl-Heinz Rummenigge, der Klubboss, ihm am vergangenen Sonntag keine Jobgarantie ausgesprochen hat, einen Tag nach dem 5:0 gegen Borussia Dortmund und der Rückkehr an die Tabellenspitze der Bundesliga. Kovac weiß auch, dass am Freitag alle wissen wollen, was genau da am Donnerstag im Training zwischen Robert Lewandowski und Kingsley Coman passiert ist; die Bild hatte berichtet, dass die beiden sich geprügelt haben sollen.

Am Freitagmittag sitzt Kovac im Presseraum des FC Bayern, und er spricht gleich selbst eines dieser beiden dominierenden Themen an, mit einem breiten Lächeln: "Vorweg: Es warten bestimmt alle darauf: Was sag' ich." Er berichtet von einer "Handgreiflichkeit zwischen zwei Spielern, die namentlich erwähnt worden waren". Er habe mit beiden nach dem Training gesprochen, "wie man so schön sagt: unter Männern". Da beide einsichtig gewesen seien, habe er auch keine Geldstrafe ausgesprochen, denn: "Einsichtigkeit ist sehr wichtig." Für ihn, Kovac, ist das Thema damit "ad acta gelegt, und wir können jetzt neue Themen angehen".

Es kommt dennoch eine Frage: Was diesen Vorfall ausgelöst habe? "Training!", sagt Kovac, "im Training gibt's Emotionen. Aber man kann es auch positiv sehen: Wir leben."

Ein neues Thema, zu dem Kovac anschließend befragt wird, ist zugleich ein altes: die Aussagen von Rummenigge. Das Spiel gegen Düsseldorf ist für Kovac auch ein besonderes, da er nach dem 3:3 im Hinspiel von Präsident Uli Hoeneß eine Art Ultimatum gesetzt bekommen hatte. Dass sich der Klubboss nun vor dem Wiedersehen mit der Fortuna so kühl geäußert hatte, muss Kovac geschmerzt haben. Ob ihn die Aussagen überrascht hätten? "Ich will's mal generell halten: Ich weiß natürlich, dass das interessant ist für Sie." Er könne aber "nicht immer meinen Senf dazugeben". Taktik, Aufstellung, Training, das will Kovac kommentieren. "Letzten Endes bin ich hier angestellt, um Ziele zu erreichen, um mich aufs Wesentliche zu konzentrieren."

Fußball also, darum soll es in Zukunft wieder gehen beim FC Bayern. Niko Kovac wäre dann endlich wieder ein Trainer, der seine Themen selber setzen kann.

© SZ vom 13.04.2019
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