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Fußball-WM:Drei Spieler aus dem aktuellen WM-Kader sind betroffen

Aber nicht nur aus dem McLaren-Report ergaben sich Verdachtsfälle, sondern auch aus anderen Vorgängen. So stellte die Wada im Dezember 2014 nach ersten Medienberichten über Russlands Staatsdopingsystem bei einer Razzia im Moskauer Labor mehr als 3000 Proben sicher; darunter auch 154 aus dem Fußball. Zudem erhielt die Wada im vergangenen Jahr von einem Kronzeugen eine Datenbank, in der alle Vorgänge aus dem Moskauer Labor von 2012 bis 2015 aufgezeichnet sind.

Im Dezember 2017 übersandte die Wada Erkenntnisse daraus an verschiedene Spitzenverbände, kurz danach landete ein Schreiben der Fifa beim RFS. Die Bitte: Zu 19 Proben, die offenkundig der Wada verdächtig waren, sollten die jeweiligen Spieler genannt werden. Aus dem Antwortschreiben ergibt sich, dass der Verband zu acht der 19 Proben keine Angaben machte. Diese seien nicht in Russland genommen worden, teilt der RFS mit. Die Proben der übrigen elf Spieler sind demnach alle aus den Jahren 2012 und 2013.

Darunter sind auch drei Akteure, die zum aktuellen WM-Kader gehören - und einer aus dem Kader eines anderen WM-Teilnehmers, der in Russland spielt. Nach Angaben des RFS führte aber nur eine dieser elf Proben zu Ermittlungen durch die Fifa; der entsprechende Spieler, Pjotr Nemow, spielte ebenfalls nie für die Sbornaja und beendete seine Karriere bereits. Die Fifa will nichts sagen, obwohl es doch einen Grund gegeben haben muss, warum diese 19 Proben bei der Wada Klärungsbedarf hervorriefen.

"WL", also Witalij L. Mutko, entschied über Positivproben

Aber offenkundig entstanden aus den Erkenntnissen der Wada aus der Datenbank weitere Fragen. So berichtete die ARD kürzlich von einer anderen Liste, auf der verdächtige Proben von aktuellen Nationalspielern verzeichnet seien. Offenkundig stammen diese aus dem Jahr 2014.

Für die Fifa ist der Fall mit Blick auf aktuelle Nationalspieler aber abgeschlossen, nur gegen Fußballer, die nicht im Kader stehen, werde noch ermittelt. Und die Fifa verweist darauf, dass die Wada damit einverstanden gewesen sei. Dabei ist die Frage, wie intensiv der traditionell russland-nahe Weltverband seine Investigation zu Doping-Hinweisen einzelner Fußballer tatsächlich betrieb. So erklärt die Fifa etwa, dass sie die 154 sichergestellten Proben sowie sämtliche noch verfügbaren Proben aller im McLaren-Report genannten Spieler noch einmal untersucht habe.

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Aber auf welche Wirkstoffe genau sie dies getan habe und wie viele Proben von Spielern aus dem McLaren-Report genau sie nachgetestet habe, will sie nicht mitteilen. Und der RFS sagt, er sei von der Fifa nur auf die elf Fälle aus dem McLaren-Report und die 19er-Liste aus dem Dezember 2017 angesprochen worden. Dabei ergaben sich doch zu deutlich mehr aktuellen russischen Nationalspielern Fragen.

Aber die Prüfung der einzelnen Fälle ist ohnehin nur das eine. Das andere ist die Bewertung des Systems. Es war ja der Sinn des ganzen Konstrukts, dass sich nur noch wenig nachweisen lässt. Ein Beispiel von vielen: Als die Affäre begann, zerstörten Verantwortliche im Moskauer Labor eine vierstellige Anzahl an Proben. Sollte darunter keine aus dem Fußball gewesen sein?

Zudem sprach Wada-Ermittler McLaren von Hinweisen auf eine Urinbank speziell für Fußballer, mit deren Hilfe kontaminierte Proben in saubere umgewandelt wurden. Und dass der Fußball Teil des russischen Vertuschungssystems war, legt nicht zuletzt eine Mail nahe, laut der "WL" darüber befand, ob eine Positivprobe eines Kickers zu melden oder zu ignorieren sei: WL - die Initialen des damaligen Sportministers Witalij Leontjewitsch Mutko. Aber auch das scheint die Fifa nicht zu interessieren.