Sechserpack:Von zickig bis kitschig

Lesezeit: 3 min

Sechserpack: Stürmer im Mittelpunkt: Kylian Mbappé von PSG, Robert Lewandowski vom FC Barcelona und Timo Werner von RB Leipzig (von links).

Stürmer im Mittelpunkt: Kylian Mbappé von PSG, Robert Lewandowski vom FC Barcelona und Timo Werner von RB Leipzig (von links).

(Foto: Francois Mori/AP, Pressinphoto/Imago, Stuart Franklin/Getty)

Angreifer prägten das vergangene Fußball-Wochenende: In Paris streiten sich Mbappé und Neymar, Lewandowski feiert sein Ligadebüt für Barça - und in der Bundesliga gibt's grandiose Tore und grantige Spieler. Sechs Stürmergeschichten in Kurzform.

Von SZ-Autoren

Es war ein Wochenende der Stürmer. Schlagzeilen produzierten dabei nicht nur Weltstars wie Robert Lewandowski und Kylian Mbappé, auffällig wurden auch späte Torschützen in der Bundesliga wie Oliver Burke (Bremen), André Hahn (Augsburg) und Mounas Dabbur (Hoffenheim). Auch in der zweiten Bundesliga lenkten Stürmer die Blicke auf sich, Felix Platte etwa, der Paderborn an die Tabellenspitze schoss, oder Branimir Hrgota, der für Fürth doppelt traf und sich gleich wieder auf dem Transfermarkt positionierte. Die SZ erzählt sechs aktuelle Stürmergeschichten in Kurzform:

Zickig

Sechserpack: Paris' Kylian Mbappé.

Paris' Kylian Mbappé.

(Foto: Stephane de Sakutin/AFP)

Bei Paris St. Germain pflegen Neymar und Lionel Messi eine solide Allianz. Weil sie in der eigenen Kabine einen gemeinsamen Feind ausgemacht haben: Kylian Mbappé, der angeblich darauf gedrängt hatte, Neymar zu verkaufen. Der Konflikt trat beim 5:2 gegen Montpellier offen zutage. Es gab zwei Elfmeter, den ersten vergab Mbappé. Vor dem zweiten holte sich Neymar den Ball, bot ihn erst Messi an - und verweigerte ihn dann Mbappé, der Messi mit der Schulter wegstieß, ehe er Neymar am Elfmeterpunkt darüber belehrte, dass ER, Mbappé, der Elfmeterschütze sei. Neymar schoss dennoch, er traf und jubelte, indem er die Daumen auf die Schläfen legte, mit den Händen winkte, die Zunge rausstreckte. Ob das auf Mbappé gemünzt war? Bestimmt ... Später verteilte Neymar noch Herzchen bei Mbappé-kritischen Posts auf Instagram. Der Zickenkrieg geht weiter, alles wie immer also bei PSG. Javier Cáceres

Harmlos

Sechserpack: Barcelonas Robert Lewandowski.

Barcelonas Robert Lewandowski.

(Foto: Jose Breton/Imago)

Die Nachricht war ja zunächst mal, dass Robert Lewandowski, 33, am Samstag überhaupt sein Ligadebüt beim FC Barcelona feiern durfte. Erst am späten Freitagabend hatte der frühere Bayern-Profi die Spielberechtigung durch den spanischen Liga-Verband LPF erhalten; wegen der massiven Finanzprobleme der Katalanen gingen die Buchprüfer mit der Lupe über Barças Zahlen. Erst danach gab es das Okay für Lewandowski. Gegen Rayo Vallecano stand er sogleich in der Startelf. Er hatte 44 Ballkontakte, kam zwei Mal im Strafraum zu Fall, erschuf zwei Chancen, schoss drei Mal aufs Tor. Allerdings ohne Erfolg, das 0:0 hatte auch nach dem Ende der Partie Bestand. Dass Barças Fans nun dem Lewandowski-Vorgänger Luuk de Jong hinterhertrauern, der am Wochenende für PSV Eindhoven gegen die Go Ahead Eagles traf, trifft aber nicht zu. Javier Cáceres

Grandios

Sechserpack: Leipzig Rückkehrer Timo Werner (links).

Leipzig Rückkehrer Timo Werner (links).

(Foto: Hendrik Schmidt/dpa)

Es ist nicht davon auszugehen, dass ihm die Torhüter bei der WM im November solche Gefallen tun werden wie der Kölner Marvin Schwäbe: einen harmlosen Distanzschuss nicht zu fangen. Aber grundsätzlich blickt Timo Werner dem fußballerischen Großereignis des Jahres nun wohl wieder positiver entgegen. Seine Einsatzchancen in Katar waren für den Nationalspieler ein Grund für die Rückkehr vom FC Chelsea zu RB Leipzig. Im ersten Spiel schoss er dann gleich sein erstes "grandioses Tor", wie er selbstironisch anmerkte und schlussfolgerte, dass nach zwei "ein bisschen unglücklich" gelaufenen Jahren nun das Glück wieder zurückkehre. Alles andere als glücklich war dagegen einer seiner Vorgesetzten: 2:2 gegen Köln nach 1:1 in Stuttgart, das nannte Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff einen "beschissenen Start". Sebastian Fischer

Billig

Sechserpack: Kölns Florian Dietz (links).

Kölns Florian Dietz (links).

(Foto: Stuart Franklin/Getty Images)

Laut Steffen Baumgart wurden dem 1. FC Köln schon über 60 Kandidaten angedichtet, die das Amt des zum BVB übergelaufenen Anthony Modeste übernehmen könnten. Der Trainer hat nach eigener Auskunft großen Spaß an den Spekulationen, weshalb er das Publikum auch nicht über die Beschlusslage des Klubs informieren möchte. In der Hitliste der Gerüchte steht zwar weiterhin Joel Pohjanpalo aus Leverkusen obenan, aber wenn die Quellenlage nicht täuscht, dann hält der Klub zugunsten einer schwarzen Null in der Bilanz sein Geld beisammen, und Modestes Nachfolger heißt vorerst Florian Dietz, 24. Er stammt aus der Regionalliga-Elf des FC und hat mit seinem Treffer in Leipzig schon mehr Tore geschossen als sein Vorgänger. Philipp Selldorf

Grantig

Sechserpack: Stuttgarts Sasa Kalajdzic (links).

Stuttgarts Sasa Kalajdzic (links).

(Foto: Eibner/Imago)

Sasa Kalajdzic ist nicht nur einer besten Stürmer der Bundesliga, er ist vor allem einer der heitersten. Seine Interviews sind meist ebenso originell wie sein Spiel. Nach dem 2:2 seines VfB Stuttgart in Bremen war Kalajdzic aber bemerkenswert unheiter, was nicht nur am Bremer Ausgleich in der fünften Minute der Nachspielzeit lag. Sein Grummel-und Grantel-Laune verdankte sich vor allem seiner immer noch unklare Zukunft. "Es zieht sich und wir werden weitersehen", brummte Kalajdzic nach dem Spiel, "je länger es dauert, desto unangenehmer wird es, auch mit den Fragen von euch." Ob er beim VfB bleibt oder wechselt, ist weiterhin offen, und es dürfte seine Laune nicht verbessern, dass es sich bei einem der interessierten Vereine um Manchester United handelt. Das ist der Tabellenletzte der Premier League. Christof Kneer

Kitschig

Sechserpack: Augsburgs André Hahn (links).

Augsburgs André Hahn (links).

(Foto: Eibner/Imago)

Man konnte daran fühlen, als er sich zur Einwechslung am Spielfeldrand einfand. Es gibt ja solche Tage, an denen alles einem kitschigen Drehbuch zu folgen scheint. André Hahn hatte auf der Bank miterlebt, wie seine Augsburger Kollegen in Leverkusen unter Dauerdruck gerieten. Lange hatte Torwart Gikiewicz den Rückstand verhindert; mehrmals hatten die hoch eingeschätzten Stürmer des Werksklubs mittig aufs Tor geschossen. Dann betrat der schon häufiger abgeschriebene Hahn das Feld, gewann ein Kopfballduell, bekam den Ball zurück und traf die Kugel ideal: Innenpfosten, rein, so macht man das. Hahn beschenkte damit nicht nur sich an seinem 32. Geburtstag, sondern auch sein Team, das im 23. Versuch erstmals gegen Bayer 04 triumphierte. Milan Pavlovic

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB