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Dänische Fußballer:"Lasst uns wie Erwachsene miteinander reden"

Die Fronten zwischen Verband und Spielergewerkschaft sind aktuell verhärtet, in dänischen Medien wird den Verhandlungsführern eine schlechte Chemie nachgesagt. Dennoch appellieren Akteure wie Dortmunds Thomas Delaney an die Streitparteien. "Können wir nicht nur einen Monat verlängern? Ehrlich, DBU - lasst uns wie Erwachsene miteinander reden", wird Delaney in einer Pressemitteilung der Spielergewerkschaft zitiert. Er deutet damit eine mögliche kurzfristige Lösung an: Die aktuellen Verträge könnten übergangsmäßig für kurze Zeit verlängert werden, die Spieler ihren Streik somit beenden und später langfristige Verträge aushandeln. Theoretisch könnte das bis Sonntag der Fall sein.

Dann geht es für Dänemark beim Heimspiel gegen Wales in der Nations League nämlich um mehr als den Auf- und Abstieg aus der Gruppe. Dass beide Spiele stattfinden, ist für den Verband von großer Bedeutung: Eine ähnliche Auseinandersetzung mit der Frauen-Nationalmannschaft hatte im vergangenen Jahr zur Absage eines WM-Qualifikationsspiels geführt. Damals sprach die Uefa eine Geldstrafe in Höhe von 20 000 Euro aus, bei Wiederholung drohe eine Sperre, möglicherweise sogar ein Ausschluss für die kommende Europameisterschaft. Dazu könnte es jedoch auch kommen, wenn beide Spiele stattfinden. Ob der slowakische Fußballverband SFZ bei der Uefa eine Beschwerde einlegen wird, ist derzeit noch unklar. Im Vorfeld hatte sich der SFZ in einer Mitteilung entrüstet als "Opfer des Streits" geäußert, die Tickets für das Spiel etwa mussten rückerstattet werden - es ging ja nur gegen ein "Team von geringer Qualität".

Dieses Team hat sich nun überraschend gut präsentiert. Fast schon überrascht titelte die Boulevardzeitung BT "Heroisch gekämpft", Ekstrabladet schrieb, das Team "habe die Ehre gewonnen". Ob die tapfere Elf am Sonntag noch einmal auflaufen wird, entscheidet sich in den kommenden Tagen. Nach dem Spiel am Mittwoch äußerten sich Experten wie der angesehene Fernsehkommentator Flemming Toft: Es sei das "schwärzeste Kapitel der dänischen Fußballgeschichte", man müsse nun Lösungen finden. Toft forderte medienwirksam den Rücktritt der verantwortlichen Unterhändler, über den schon seit einigen Tagen spekuliert wird.

Die Spieler, die am Mittwoch ihr Debüt feierten, werden die Diskussionen aufmerksam verfolgen, immerhin geht es auch für sie um einiges. Sollten Stürmer Offenberg und Mittelfeldspieler Johansson nicht noch einmal einspringen müssen, würden sie sich auf dem Platz gegenüberstehen: Am Sonntag trifft in der dritten Liga der Boldklubben Avarta auf Hellerup IK.

© SZ.de/ebc/rus
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