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Fußball-Bundesliga:Die Geier kreisen über Köln

SV Werder Bremen v 1. FC Koeln - Bundesliga

Jonas Hector (links) und Timo Horn sind zwei Spieler, die ein 1. FC Köln in Liga zwei sehr wahrscheinlich nicht mehr im Kader haben dürfte.

(Foto: Lars Baron/Getty)
  • Je näher der Abstieg rückt, desto offenkundiger wird das Interesse anderer Klubs an den Spielern des 1. FC Köln.
  • Fast die gesamte Abwehrreihe besitzt Ausstiegsklauseln.
  • Spieler wie Jonac Hector oder Dominique Heintz sind besonders begehrt.

Der Geier gehört zur Familie der Greifvögel, seine Nahrung besteht vorwiegend bis ausschließlich aus den Überresten toter oder siechender Lebewesen. Insofern war es keine besonders schmeichelhafte Berichterstattung, die der 1. FC Köln im Laufe dieser Woche durch die lokalen Medien erfuhr. Immer wieder war dort von den Geiern zu lesen, die jetzt angeblich vermehrt über dem Geißbockheim kreisen, angelockt von Beutegier und den zunehmend strengen Gerüchen des Dahinscheidens.

Die 1:3-Niederlage am Montagabend beim SV Werder Bremen hat dazu geführt, dass die Merkmale des Morbiden allmählich überhand nehmen beim Tabellenletzten. Weshalb sich nun die Interessenten bemerkbar machen, die zu günstigen Konditionen die besten Stücke aus dem Kölner Inventar übernehmen möchten.

Heintz und Hector sind begehrt

Die Partie im Weserstadion hatte dem 1. FC Köln die Chance geboten, nicht nur den Hamburger SV hinter sich zu lassen, sondern auch in greifbare Nähe an Mainz 05 und den VfL Wolfsburg heranzurücken. Nachdem diese Hoffnung durch eine wieder mal vermeidbare Niederlage enttäuscht wurde, kamen in den folgenden Tagen prompt die Meldungen vom Transfermarkt auf, die Armin Veh seit Monaten erwartet hatte. Dass die Konkurrenz sich um die wertvollsten Spieler des designierten Absteigers bemühen würde, damit hatte der branchenerfahrene FC-Sportchef schon zu seinem Amtsantritt im Dezember gerechnet.

Insofern hat es ihn keineswegs schockiert, dass jetzt erstmals konkrete Spekulationen über Interesse an Spielern wie Dominique Heintz und Jonas Hector in Umlauf gerieten bzw., wie Veh meint, in Umlauf gebracht wurden. Es gebe "Leute, die Interesse haben, so etwas kund zu tun", sagte er dem Kölner Stadt-Anzeiger. Noch sei aber "weder eine Anfrage noch das Angebot eines anderen Klubs" eingegangen.

Selbstverständlich weiß Veh, dass dies nicht viel zu bedeuten hat. In den Berateragenturen der Spieler haben Interessenten aus der Liga ihre Absichten längst hinterlegt. Viele Kölner Spieler, so berichtet ein Insider, hätten ihre Manager jedoch angewiesen, sie nicht über die Einzelheiten zu informieren. Der Abstiegskampf sollte Vorrang haben. Je näher nun mit jeder Niederlage der Abstieg rückt, umso lauter werden die Signale vom Transfermarkt. Zwar hat der Klub die Vertragskonditionen der Spieler vorausschauend gestaltet und die Eventualität des Abstiegs einkalkuliert, sämtliche Arbeitsverhältnisse haben auch in der zweiten Liga zu angepassten Bedingungen Bestand, aber viele Profis können den Klub dank entsprechender Klauseln im Sommer verlassen.

Fast die gesamte Abwehrreihe ist davon betroffen: Die Zentralverteidiger Jorge Meré (im vorigen Sommer für acht Millionen Euro Ablöse aus Spanien gekommen), Frederik Sörensen und Dominique Heintz sowie Torwart Timo Horn und Nationalspieler Jonas Hector, den der Bundestrainer soeben wieder in den Kader für die beiden Länderspiele gegen Spanien und Brasilien aufgenommen hat.