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Frisuren der Bundesliga-Spieler:Die Haare viel zu schön

FC Augsburg v VfB Stuttgart - Bundesliga

Nicolás González vom VfB Stuttgart muss kürzlich beim Friseur gewesen sein - oder nicht?

(Foto: Alexander Hassenstein/Getty)

Deutschlands Friseure haben zu, aber im Fußball sind Woche für Woche die akkuratesten Rasuren zu sehen - das geht so nicht, findet der Branchenverband.

Von Jonas Beckenkamp

Erling Haaland ist unverdächtig, auch den Herthaner Mattéo Guendouzi trifft keine Schuld. Ihre Haare sind opulent gewachsen. Aber wie kommt es, dass etwa der Stuttgarter Nicolás González oder Bremens Tahith Chong so akkurat frisiert sind, dass jeder Normalsterbliche neidisch wird? Eigentlich darf ja gerade pandemiebedingt niemand zum Friseur.

Die Diskrepanz zwischen Wildwuchs beim Großteil der Bevölkerung und schnittigen Fußballerfrisuren hat jetzt den "Zentralverband Friseurhandwerk" alarmiert. In einem Offenen Brief an DFB-Präsident Fritz Keller bemängeln Deutschlands Friseure die fehlende Vorbildfunktion des Fußballs in der Haarfrage. Das mag lustig klingen, aber ihnen ist es ernst. Die rund 80 000 Salons, die sich dem Verband zuordnen, würden sich an die Regeln halten, während Fußballer offenbar "schwarz" die Haare geschnitten bekämen.

Dabei sei "das Erbringen von Friseurdienstleistungen unter Androhung hoher Bußgelder seit vier Wochen in Deutschland verboten". Man sei erstaunt, dass "an den vergangenen Spieltagen ein Großteil der Fußballprofis sich mit frischgeschnittenen Haaren auf dem Platz präsentierte". Zu sehen waren "einrasierte Scheitel, auf wenige Millimeter getrimmtes Nacken- und Schläfenhaar, saubere Konturen": Mit Profi-Equipment geschnittene Frisuren also, die es aktuell gar nicht geben darf.

"Frischfrisierte Fußball-Stars setzen eine gesamte Branche unter Druck", schreiben die Haarprofis. Viele Friseurbetriebe seien in ihrer Existenz bedroht - und würden vermehrt von Kunden angerufen, die sie zu "Schwarzarbeit und Regelverstößen wie Hausbesuchen überreden wollen". Der Brief endet mit einem Appell an den DFB, Solidarität zu zeigen und ein Zeichen gegen Schwarzarbeit zu setzen. Ab jetzt sollen als Zeichen der Aufrichtigkeit auf dem Platz also echte Tapeten wachsen, Haare wie Helme. Beim Kopfball kann das eigentlich nicht schaden.

© SZ/tbr
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