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Frauen-Finale der French Open:Mama Oracene blieb wie immer die Coolness in Person

3:6, 1:4 hatte die 28-Jährige aus Brünn schon zurückgelegen, in ihrem ersten Grand-Slam-Finale schien sie den harten Schlägen von Williams nicht standhalten zu können. Einmal schlug die Amerikanerin mit 202 km/h auf, einmal returnierte sie derart kanonenartig mit der Vorhand, dass Mats Wilander dazu meinte: "Das war ihre härteste Vorhand, die ihr je gelang." Doch Safarova bewies Wandlungsfähigkeit, sie steigerte ihr Angriffsniveau, während Williams Fehler unterliefen, immer mehr, 25 im zweiten Durchgang waren zu viele. Den Tie-Break sicherte sich Safarova mit 7:2, und als die Nummer 13 der Welt, die ab Montag die Nummer fünf sein wird, plötzlich im dritten Satz 2:0 führte, wurden die Blicke im Williams-Lager auf der Tribüne nervöser.

Nur Mama Oracene blieb wie immer die Coolness in Person und beharrlich sitzen. Ihre wuschelige Lockenpracht bewegte sich kein bisschen. Vielleicht ahnte sie ja, dass ihre Serena das schon machen würde.

Nur noch zwei Titel hinter Steffi Graf

Sechs Spiele später war das 24. Grand-Slam-Finale von Williams nach 2:02 Stunden Spielzeit entschieden, die Amerikanerin hatte ihre Fehlerquote massiv heruntergefahren auf sieben im dritten Satz. Mit 20 Titeln bei den vier großen Turnieren fehlen ihr nun nur noch zwei, um zu Steffi Graf aus Deutschland aufzuschließen, der Spitzenreiterin der Profi-Ära. "Als ich 19 Titel hatte, sagte ich ja, ja, ja", entfuhr es Williams, "jetzt bin ich bei 20, das ist großartig."

Natürlich hat sie nun die 21 im Visier, "vielleicht gewinne ich ja zwei Grand Slams in den nächsten 20 Teilnahmen", sprach sie belustigt weiter. Wer mag daran zweifeln, dass ihr das gelingen dürfte? Eher steht im Raum, dass sie schon in diesem Jahr gelingen - und damit auch der Grand Slam, den zuletzt Steffi Graf schaffte (1988).

Selbst körperlich angeschlagen war die Drama Queen tatsächlich nicht aufzuhalten in Paris. "Serena, du warst wundervoll, du bist eine unglaubliche Kämpferin", lobte die unterlegene Safarova, die vor allem mit ihren Siegen gegen Titelverteidigerin Maria Scharapowa und Ana Ivanovic für Furore gesorgt hatte. Und in diesem Moment erhielten dann doch beide Finalistinnen tosenden Applaus.

© SZ vom 07.06.2015
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