Frankreichs Aufsteiger AS Monaco:In Monaco droht Ärger

Lesezeit: 3 min

Rybolowljews Beziehung zu Russlands Staatsführung ist wechselhaft. Früher galt sein Verhältnis zu Wladimir Putin als eng. Der Spiegel berichtete einmal von einem Vorfall, wonach ein Oppositionsmann Rybolowljew 2005 um Spenden bat. Antwort: Er könne wiederkommen, "wenn ihr an der Macht seid". Später kühlte Rybolowljews Verhältnis zu Putin offenkundig ab. Rund um den Uralkali-Verkauf soll er von politischer Seite unter Druck geraten sein.

Als er den Fürstenklub kaufte, sagte Rybolowljew, das sei "kein reines Erwerbsgeschäft", sondern "der Beginn einer effizienten und schlagkräftigen Partnerschaft". Es gab aber auch andere Erklärungsan- sätze. Einer besagt, dass der Oligarch im Scheidungskrieg mit seiner Frau, die Milliarden fordert, so ein wenig Vermögen entziehen kann. Ein anderer wies darauf hin, dass sich das erwirtschaftete Geld in der Steueroase Monaco effektiv weiterverarbeiten lässt.

Zudem haben Rybolowljew und seine 24-jährige Tochter Jekaterina den Hang, in Statussymbole zu investieren. Dazu zählen eine Donald-Trump-Villa für 100 Millionen Dollar, die bis dahin teuerste Wohnung New Yorks für 88 Millionen Dollar, ein Privat-Airbus, eine gigantische Gemäldesammlung sowie per langlaufendem Leasing-Vertrag eine Mittelmeer-Insel von den Erben des Onassis-Clans. Dieser Deal könnte aber noch Ärger geben; der griechische Juristenrat prüft, ob nicht das Testament des Tycoons missachtet wurde.

Ärger droht nun auch in Monaco. Beim Angriff auf die Ligaspitze kommt Rybolowljew auch das Steuerrecht zugute: Carvalho & Co. müssen in Monaco kaum Abgaben auf ihre Zehn-Millionen-und-mehr-pro-Jahr-Verträge zahlen. Die Konkurrenz will das nicht hinnehmen, der Profiligaverband beschloss, dass von der nächsten Spielzeit an alle Erst- und Zweitligisten Steuern zahlen müssen. AS legte Einspruch ein. Einen Kompromiss von Verbandspräsident Le Graet, nach dem Monaco in den nächsten sieben Jahren 200 Millionen Euro als Ausgleich zahlen soll, lehnte die Liga ab.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB