Michael Schumacher

Lewis Hamilton ist ein stiller Bewunderer des Rekord-Weltmeisters, er nimmt von allen aktuellen Formel-1-Fahrern vielleicht am meisten Anteil im Schicksal des Kerpeners nach seinem tragischen Skiunfall. Intuitiv hat er dabei eine der wichtigsten Fähigkeiten von Deutschlands erstem Formel-1-Champion übernommen, und definiert sich nicht bloß als Solist in seinem Team, sondern als echter Mannschaftskapitän. Der Rekordweltmeister verändert Ende des vergangenen Jahrtausends das komplette Berufsbild des Rennfahrers, professionalisiert es sogar erst richtig. Die Hamiltons, Alonsos, Vettels haben sich nach dem Lehrbuch des heute 50-Jährigen entwickelt. Außer Senna polarisiert sonst kaum ein Pilot dieser Güte so wie Schumacher, der seine wahren Emotionen öffentlich (zu) oft verbirgt. Mit einer Gnadenlosigkeit, die seiner puren Willenskraft entsprungen ist, bricht er aller Rekorde. In Italien verehren sie ihn noch heute als "Michaelangelo", in China vergleichen sie ihn liebevoll mit einem Drachen, die Briten respektieren ihn als "Schuey". Immer noch gilt er als der "kompletteste" aller Formel-1-Fahrer.

Bild: Gero Breloer/dpa 4. November 2019, 12:562019-11-04 12:56:29 © SZ.de/dsz/sonn