Schalke und Hannover in der Europa League:Phänomene einer Zweiklassen-Gesellschaft

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Solche Sondereffekte, wie Peters diese Faktoren nennt, wird es 2012 nicht mehr geben. Die Europa League wirft nur einen Bruchteil des Geldes ab, das die Champions League garantiert. Das sind die Phänomene einer Zwei-Klassen-Gesellschaft. Allein die Startprämie für die Gruppenphase der Champions League (7,2 Millionen Euro pro Klub) ist siebenmal so hoch wie die Startprämie, die beim kleinen Bruder fällig wird.

Für ein gewonnenes Spiel erhält jeder Verein in der Champions League 600 000 Euro, in der Europa League sind es 140 000 Euro; der eine Pokalsieger erhält neun Millionen Belohnung, der andere bloß drei. Wahr ist aber auch, dass die Champions League pro Saison rund 750 Millionen Euro erwirtschaftet, die Europa League lediglich 200 Millionen Euro.

Peter Peters hatte vor ein paar Jahren mal einer Initiative gestartet, die gewaltige finanzielle Diskrepanz zwischen dem großen und dem kleinen Europacup zu verringern. Vor allem Klubs, die zwischen den Wettbewerben pendeln, haben große Probleme bei der Planung ihrer Budgets. Eine "moderate Anpassung" hält er nach wie vor für wünschenswert, aber der Glaube an eine solche Reform ist nicht hoch. "Das ist eine Entscheidung der Uefa, die wiederum von den Klubs beeinflusst wird, die am Erhalt des Status Quo interessiert sind", sagt Peters.

Die Rechnung dieses geschlossenen Kreislaufs ist ja einfach: Jahr für Jahr erhalten die immer gleichen Vereine aus Madrid, Mailand, Manchester, München etc. die großen Millionen aus der Champions League und festigen damit ihre Machtstellung. Eine Umverteilung von Geldern aus dem großen in den kleinen Europacup werde es deswegen nicht geben, glaubt Peters, "Barcelona, Bayern oder Manchester United werden dem nicht zustimmen".

Sie müssen sich ja auch nicht mit dem Bergdoktor messen.

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