FC Ingolstadt:Auf der Suche nach Freude

Lesezeit: 2 min

Hamburger SV v FC Ingolstadt 04 - Second Bundesliga

Erfolglos an alter Wirkungsstätte: Dietmar Beiersdorfer.

(Foto: Martin Rose/Getty Images)

Bei der Rückkehr des Geschäftsführers Dietmar Beiersdorfer nach Hamburg unterliegt der Zweitliga-Letzte dem HSV 0:3 - die Abwehr wirkt phasenweise überfordert, die Offensive bleibt harmlos.

Von Christoph Leischwitz

Es werde sicherlich kein normales Wochenende für ihn, hatte Dietmar Beiersdorfer vorab gesagt: altbekannte Gesichter auf der Tribüne, aber der ungewohnte Gang in die Gästekabine. Für den neuen Geschäftsführer Sport des Zweitligisten FC Ingolstadt ist der Hamburger SV mehr als nur ein ehemaliger Arbeitgeber. Und weil ihn die Zeit dort so geprägt hat, zitierte er vor dem Auswärtsspiel des Außenseiters und Tabellenletzten im hohen Norden auch einen ehemaligen HSV-Kollegen, als es um die Frage ging, wie man am besten in dieses Spiel startet: "Du musst dich auf das Spiel freuen, denn das ist die beste Grundlage, um ein gutes Spiel zu zeigen", so habe es der langjährige Physiotherapeut Hermann Rieger einmal gesagt.

Nun war den Schanzern gleich zu Beginn der Partie nicht komplett das Bemühen abzusprechen, den Plan ihres Trainers umzusetzen: Sie jagten ihre Gegenspieler förmlich über den Platz, Hamburgs Trainer Tim Walter wunderte sich später über die einfallsreiche Defensivtaktik, ein Mann-gegen-Mann-Anlaufen, mal etwas näher am fremden, mal näher am eigenen Tor. Freude allerdings strahlten die Ingolstädter dabei nicht aus, eher Verunsicherung; André Schubert ärgerte sich über fehlende Aggressivität. "Viel zu verhalten, viel zu ängstlich, viel zu passiv", fasste er zusammen, und da war es nur konsequent, dass er seinem Kollegen zum "verdienten" 3:0 (2:0)-Erfolg gratulierte. Positiv aus Ingolstädter Sicht ist an diesem Spieltag nur, dass sich der Abstand zu den ebenfalls unterlegenen Tabellennachbarn nicht vergrößert hat.

In der Startelf steht kein einziger Spieler, dem in der laufenden Saison schon einmal ein Tor gelungen wäre

Phasenweise hatte sich die Abwehr gegen die dominanten Hamburger überfordert gezeigt, vor dem Tor von Faride Alidou (13.) ließ sich Nico Antonitsch schulbubenhaft ausspielen, Bakery Jatta kam aus kurzer Distanz per Kopf zum Erfolg (40.). Phasenweise war allerdings auch etwas gelungen, das zuletzt bei Auswärtsspielen Seltenheitswert hatte: Schuberts Mannschaft spielte sich tatsächlich einige Male am gegnerischen Sechzehner fest, und es war manchmal auch Pech im Spiel, etwa als der eingewechselte Fatih Kaya nur die Unterkante der Latte traf (87.). Insgesamt aber bleibt die fehlende Offensivkraft das große Problem der Ingolstädter, die dann auch noch das 0:3 durch den ehemaligen Bayern-Nachwuchsspieler Manuel Wintzheimer hinnehmen mussten (89.).

In der Startelf stand kein einziger Spieler, dem in der laufenden Saison schon einmal ein Tor gelungen wäre. Schubert führt das auf langzeitverletzte Spieler wie Dennis Eckert Ayensa zurück, diesmal fiel auch Kapitän Stefan Kutschke wegen eines Blutergusses kurzfristig aus. Man arbeite daran, das Offensivproblem zu beheben, sagte Schubert. Um überhaupt noch Anschluss an die Nichtabstiegsränge zu halten, dürfte dies die dringendste Aufgabe sein. Am kommenden Samstag steht erneut ein Auswärtsspiel im Norden an, bei Mitaufsteiger Hansa Rostock.

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