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FC Bayern vs. BVB:Sammer sieht "gnadenlosen Wettbewerb"

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Antwort auf Watzke: Nun spricht Mathias Sammer über das Verhältnis zum BVB.

(Foto: AFP)
  • Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer erklärt, die Bayern und der BVB befänden sich in einem "gnadenlosen Wettbewerb".
  • Zuvor hatte BVB-Geschäftsführer Watzke den Ton verschärft. Bayern-Boss Rummenigge wirft er "Heuchelei" vor.

Sammer sinniert über "gnadenlosen Wettbewerb"

Die neue Woche beginnt, und das Verhältnis zwischen den beiden deutschen Topklubs bleibt angespannt. Nun hat Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer das Verhalten des Rekordmeisters gegenüber dem Rivalen Borussia Dortmund gerechtfertigt. "Wir sind in einem gnadenlosen Wettbewerb, den wir bis 2012 verloren haben", sagte Sammer bei Sky90: "Der FC Bayern ist darum bemüht, die Nummer eins zu sein. Dafür tun wir alles. Im Moment gibt es keine optimale Konstellation, aber das ist dem Leistungssport geschuldet, weil jeder die Nummer eins sein will."

Zuletzt hatte es zwischen den Führungsspitzen der beiden Topklubs vor allem Unstimmigkeiten in der Causa Marco Reus gegeben. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke warf am Wochenende Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erneut Stillosigkeit vor, weil dieser sich öffentlich über Vertragsdetails des Dortmunder Nationalspielers geäußert hatte.

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"Diese Schärfe der Diskussion ist unnötig"

"Einzelne Szenen waren in beide Richtungen nicht in Ordnung, keine Frage", sagte Sammer, kritisierte aber auch die öffentliche Bewertung der vermeintlichen Scharmützel: "Wir diskutieren im Moment auch viel zu viel über ein angespanntes Verhältnis. Diese Schärfe der Diskussion ist vollkommen unnötig." Am Samstag hatte Spitzenreiter Bayern das direkte Duell in der Bundesliga mit 2:1 (0:1) gewonnen, der BVB liegt nach zehn Spieltagen mit 17 Punkten Rückstand auf die Bayern auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Watzke attackiert Rummenigge im Fall Reus

Zuvor hatte sich BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ein besseres Verhältnis zum FC Bayern gewünscht - dabei jedoch auch scharfe Töne angeschlagen. "Die beiden Klubs, die den deutschen Fußball in den vergangenen Jahren geprägt haben, müssen eine vernünftige Basis miteinander finden", sagte er im "Doppelpass" bei Sport1. Watzke ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass diese Klimaveränderung derzeit nicht in Sicht ist: "Du kannst ja nicht permanent in etwas reinlaufen, dich schütteln, und dann sagen: Jetzt sind wir wieder Freunde."

Konkret warf Watzke Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erneut Stillosigkeit in der Causa Marco Reus vor. Dessen Aussage, er wolle in Dortmund nicht für Unruhe sorgen, liege "auf der Heuchel-Skala ganz weit oben". Er selbst würde sich "niemals im Leben über Vertragsdetails von Bayern München äußern, das machst du einfach nicht. Das ist das einzige Problem". Rummenigge hatte Reus' Ausstiegsklausel aus dessen Vertrag beim BVB öffentlich gemacht. "Es ist legitim, Marco haben zu wollen. Aber du musst das nicht permanent in die Öffentlichkeit tragen. Das ist unser Spieler, da erwarte ich Respekt. Man kann das mit einem gewissen Maß an Niveau machen", sagte Watzke.

Watzke: FC Bayern will Dortmund "zerstören"

Der FC Bayern sei bei seinem Vorhaben, die Borussia zu "zerstören" schon "ganz weit gekommen", fügte Watzke an. Dafür machte er ebenfalls Rummenigge verantwortlich. Mit dem früheren Präsidenten Uli Hoeneß "würde man sicher einen Weg finden", das Verhältnis zu normalisieren, sagte er. Mit Rummenigge nicht. Die Bayern seien sportlich und als Klub "momentan auf der Welt das Maß aller Dinge", ergänzte Watzke, "aber das trifft nicht auf jeden dort zu". Über die Zukunft von Reus ist indes noch keine Entscheidung gefallen, wie Watzke verriet.

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Für den BVB werde es aber "sicherlich deutlich schwerer", den Nationalspieler zu halten, sollte die Qualifikation für die Champions League nicht gelingen. Und über die Königsklasse nachzudenken, verbietet sich laut Watzke angesichts des schwächsten Saisonstarts der Klubgeschichte: "Wir haben den Fokus darauf, da unten rauszukommen." Grundsätzlich könne die Borussia aber sogar ein Jahr ganz ohne Europapokal verkraften. "Wir sind wirtschaftlich so stark, dass wir überhaupt keine Abstriche machen müssten. Wir werden nicht auf Los zurückmarschieren, sondern auch dann wieder angreifen", sagte Watzke.

© Süddeutsche.de/sid/dpa/ebc