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FC Bayern nach Hoeneß-Urteil:"Das Gesamtwerk bleibt beachtlich"

Ein Sieg sei das Ziel, sagt Guardiola, dass dies dann die 50. Bundesliga-Partie in Serie ohne Niederlage wäre, interessiere ihn nicht. Er sagt: "Wir brauchen noch drei Spiele, um unseren Titel zu verteidigen."

Uli Hoeneß Größe im Fallen
Urteil gegen Uli Hoeneß

Größe im Fallen

Es ist ehrenwert und respektabel, dass sich Uli Hoeneß seiner Haftstrafe umgehend stellt. Allerdings birgt der Verzicht auf Revision - sollte auch die Staatsanwaltschaft davon absehen - für ihn auch einen großen Vorteil.   Ein Kommentar von Heribert Prantl

Vor dem Vereinsgelände, auf der Säbener Straße, äußern sich die meisten Anhänger ähnlich emotional zu Uli Hoeneß wie Guardiola. Da ist zum Beispiel das junge Paar, das gerade den Fanshop verlassen hat, in den Händen überdimensionale Papptüten. Nichts wolle er dazu sagen, sagt der Mann, bevor er dann doch ausholt zu einem Vortrag über Schuld, im Kleinen und im Großen. Und über Verdienste, nur im Großen. "Ich jedenfalls", sagt der Anhänger schließlich, "schaue weiter nur auf das Gesamtwerk von Uli Hoeneß im Verein. Und das bleibt beachtlich."

Die Person Hoeneß war schon immer da

Auf der anderen Straßenseite läuft Rainer unruhig hin und her. Rainer ist Krankenpfleger in Thüringen, FC-Bayern-Anhänger seit 20 Jahren und nun das erste Mal in München, zusammen mit seiner Freundin. Rainer läuft unruhig hin und her, weil er nach dem idealen Platz sucht, um den FC-Bayern-Gebäudekomplex zu fotografieren. Er findet ihn nicht. Rainer reicht meist ein Wort, um zu sagen, was er denkt, er ist ein angenehmer Gesprächspartner in dieser Woche der vielen Worte. Und weil er jetzt all die Fenster des FC Bayern nicht auf einem Foto unterbringt, sagt Rainer: "Wahnsinn." Was er zu den Entwicklungen um Hoeneß denkt? "Heftig."

Die Neuigkeiten des Freitags erfährt Rainer wie die anderen Anhänger am Vereinsgelände von den Nachrichtenreportern, die sich mit ihren Kamerateams auf der Schattenseite der Straße positioniert haben. Hoeneß zurückgetreten, Hoeneß legt nicht Revision ein, Herbert Hainer neuer Aufsichtsratsvorsitzender, jede Entwicklung ist eine weitere Frage an die Fans. Was er davon halten soll, sagt Rainer, das wisse er noch nicht. Ihm geht es wie vielen anderen Anhängern des Klubs: Als Fan ist er groß geworden mit der Person Uli Hoeneß, sie war immer schon da, sie war das Gesicht des FC Bayern. Dass Hoeneß und der Verein nun getrennt zu denken seien, sagt Rainer, sei "unvorstellbar".

Rainer, der Krankenpfleger aus Thüringen, findet auch, dass Hoeneß als Präsident nur noch schwer vermittelbar war, aber das ist für ihn auch nur ein Teil des Problems. Vor allem geht es ihm darum, wer denn nun dem FC Bayern ein Gesicht geben soll. Ob ihm jemand einfalle? Rainer schaut auf das Vereinsgelände, er schaut in die Sonne. Dann schüttelt er den Kopf.


Quelle: Opta Sportdaten

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