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FC Bayern:Lewandowski wird noch am Samstag operiert

Bundesliga - SC Freiburg v Bayern Munich

Muss sich einer Leisten-OP unterziehen: Robert Lewandowski.

(Foto: REUTERS)

Der Stürmer unterzieht sich direkt nach dem Wolfsburg-Spiel einer OP. Der deutsche Debütant Nico Kurz überrascht erneut bei der Darts-WM. Mikel Arteta wird Trainer bei Arsenal. Skirennläufer

Meldungen im Überblick

FC Bayern, Lewandowski: Bundesliga-Toptorjäger Robert Lewandowski vom FC Bayern München wird sich direkt nach dem letzten Hinrundenspiel gegen den VfL Wolfsburg einer notwendigen Leistenoperation unterziehen. Der Eingriff werde noch am Samstagabend nach dem letzten Heimspiel des deutschen Fußball-Rekordmeisters gegen den VfL Wolfsburg erfolgen, berichtete Trainer Hansi Flick. "Wir wollen keine Zeit verlieren", sagte der 54-Jährige am Freitag.

Lewandowski soll bei dem Eingriff ein Netz in die Leiste eingesetzt werden, wie der polnische Nationalspieler selbst berichtet hatte. Der 31-Jährige wird bei optimalem Heilungsverlauf rund zehn bis 14 Tage pausieren müssen, teilte Flick mit. Lewandowski führt die Torschützenliste der Bundesliga vor dem letzten Hinrunden-Spieltag mit 19 Treffern an. Nur ein Tor weniger hat der deutsche Nationalstürmer Timo Werner von RB Leipzig erzielt.

Trainer Hansi Flick will mit dem FC Bayern trotz eines verschärften Personal-Engpasses die erste Saisonhälfte unbedingt erfolgreich beenden. "Wir wollen die Hinrunde mit einem Heimsieg abschließen und uns von unseren Fans mit tollen 90 Minuten verabschieden", sagte der 54-Jährige vor der Partie gegen Wolfsburg. Nach dem Ausfall von Thiago (Gelb-Sperre) stünden ihm nur noch elf einsatzfähige Feldspieler aus dem Profi-Kader zur Verfügung, teilte Flick mit. Auf der Bank werden gegen die Niedersachsen fast nur noch Nachwuchskräfte sitzen. Die angeschlagenen Leon Goretzka und Corentin Tolisso fallen mit muskulären Probleme weiterhin aus. David Alaba, der nach einem Schlag auf den Knöchel am Freitag nicht mit dem Team trainierte, stehe zur Verfügung, sagte Flick.

Darts-WM: Max Hopp und Nico Kurz haben bei der Darts-WM in London die nächsten Hürden genommen und stehen in der dritten Runde. Deutschlands Nummer eins Hopp mühte sich am Freitagabend im Alexandra Palace zu einem 3:2-Sieg gegen den Niederländer Benito van de Pas, der am Mittwochabend noch Gabriel Clemens ausgeschaltet hatte. Zuvor hatte der 22-jährige Kurz seine Erfolgsgeschichte beim wichtigsten Turnier der Welt fortgeschrieben und nach James Wilson auch Joe Cullen aus England mit 3:1 besiegt.

In seinem zweiten Spiel bei der WM ließ sich Youngster Kurz keinerlei Nervosität anmerken, der Sieg ging am Ende völlig in Ordnung. In der Runde der letzten 32 geht es für Kurz am nächsten Montag (13.30 Uhr/Sport1 und DAZN) gegen Luke Humphries aus England. Der 23 Jahre alte Hopp bekommt es schon am Sonntag (14.45 Uhr) mit dem Litauer Darius Labanauskas zu tun.

Für den Industriemechaniker Kurz, der sich über die Super League Darts für das wichtigste Turnier der Welt qualifiziert hatte, ist die WM jetzt schon ein riesiger Erfolg. Als Drittrundenteilnehmer ist ihm ein Preisgeld von 25 000 Pfund garantiert. "Ich bin mega glücklich. Ich kann es noch gar nicht glauben. Mir fehlen die Worte", sagte Kurz mit brüchiger Stimme im Siegerinterview. Den Schritt ins Achtelfinale, auf den Hopp und Kurz nun die Chance haben, hat bislang kein deutscher Spieler in der WM-Geschichte geschafft.

FC Arsenal: Der englische Fußball-Spitzenklub FC Arsenal hat nach zähen Verhandlungen mit Meister Manchester City seinen Wunschtrainer bekommen: Der Verein der Rio-Weltmeister Mesut Özil und Shkodran Mustafi verpflichtete seinen früheren Profi Mikel Arteta als neuen Teammanager. Arteta hatte bei City seit 2016 Pep Guardiola assistiert. Am Samstag (13.30 Uhr/Sky) im Ligaspiel beim FC Everton sitzen noch Interimscoach Freddie Ljungberg und Assistent Per Mertesacker auf der Bank.

Arteta folgt auf den Ende November entlassenen Unai Emery. Der 37 Jahre alte Baske erhält einen Vertrag bis Juni 2023. Vor seiner City-Zeit hatte der frühere Mittelfeldspieler fünf Jahre für Arsenal auf dem Platz gestanden, auch als Kapitän. 2014 und 2015 gewann er mit den Londonern den FA Cup. "Das ist eine große Ehre. Arsenal ist einer der größten Vereine der Welt. Wir müssen um die Top-Trophäen kämpfen", sagte Arteta und fügte an: "Wir alle wissen, dass es viel zu tun gibt. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir es schaffen". Bei City arbeitete Arteta viel individuell mit den Stars, unter anderem half er Nationalspieler Leroy Sane nach dessen anfänglichen Problemen in Manchester in die Spur. Schon in seiner Jugend beim FC Barcelona soll ein Nachwuchscoach in ihm ein Trainertalent erkannt haben. Arsenal, das die Champions League in den vergangenen drei Jahren verpasst hatte, erhofft sich von Arteta mittelfristig die Rückkehr in die Premier-League-Spitze. Aktuell belegt der 13-malige englische Meister nur Rang zehn.

Ski alpin, Dreßen: Das lange Warten lohnte sich: Skirennläufer Thomas Dreßen hat in seiner bislang traumhaften Comeback-Saison für ein weiteres Glanzlicht gesorgt. Drei Wochen nach seinem sensationellen Abfahrtssieg in Lake Louise/Kanada fuhr der 26-Jährige beim zweimal lange unterbrochenen Super-G auf der vernebelten Saslong in Gröden/Italien auf den dritten Rang.

Schneller waren nur der WM-Zweite Vincent Kriechmayr (Österreich), der seinen fünften Weltcupsieg feierte, und Sotschi-Olympiasieger Kjetil Jansrud (Norwegen). Auf den Sieger fehlten Dreßen nur 22 Hundertstelsekunden. Von seiner Platzierung war er völlig überrascht. "Man hat ja gesehen, wie ich mich gefreut habe", sagte er zu seiner Reaktion im Ziel, "damit habe ich nicht gerechnet, das sage ich ganz ehrlich, aber ich nehme es natürlich trotzdem gerne mit." Freilich musste Dreßen, der als 19. gestartet war, lange zittern: Wegen Nebels wurde das Rennen nach Startnummer 20 ein zweites Mal für fast eineinhalb Stunden unterbrochen - schließlich starteten am Ende doch noch die mindestens erforderlichen 30 Läufer. Bereits nach vier Athleten hatte es eine rund 50-minütige Unterbrechung gegeben.

Fußball, Cottbus: Die zweite Amtszeit von Trainer Claus-Dieter Wollitz bei Fußball-Regionalligist Energie Cottbus geht bereits Ende des Monats zu Ende. Der frühere Bundesligist gab am Freitag die einvernehmliche Auflösung des bis Sommer 2020 laufenden Vertrages zum 31. Dezember bekannt. Die Aufgaben des Cheftrainers wird interimsmäßig Nachwuchsleiter Sebastian König übernehmen.

Die Trennung kommt nicht mehr überraschend, zuletzt hatten die Spekulationen über ein Ende der Zusammenarbeit zugenommen. Sportlich ist Energie als Tabellenführer der Regionalliga Nordost im Soll. Der Klub hatte "Pele" Wollitz im Oktober mit einem neuen Zweijahresvertrag als Trainer und Sportdirektor an sich binden wollen, doch der frühere Bundesligaprofi hatte seine Unterschrift an bestimmte Forderungen geknüpft. Wollitz war seit 2016 Cheftrainer der Lausitzer, nachdem er schon von 2009 bis 2011 bei Energie an der Seitenlinie die Verantwortung getragen hatte. In seiner zweiten Amtszeit gelang Cottbus der Aufstieg in die 3. Liga, in der vergangenen Saison folgte aber der direkte Abstieg.

Biathlon: Die deutschen Biathletinnen haben sich im letzten Weltcup-Sprint des Jahres verbessert gezeigt. Eine Woche nach dem Debakel in Hochfilzen war Verfolgungsweltmeisterin Denise Herrmann beim achten Weltcup-Sieg der Norwegerin Tiril Eckhoff als Fünfte beste deutsche Skijägerin. Im strömenden Regen vergab auch Franziska Preuß am Schießstand eine bessere Platzierung. Genau wie Herrmann, die am Freitag ihren 31. Geburtstag feierte, leistete sie sich im Stehendanschlag zwei Fehler und wurde am Ende Zwölfte. Janina Hettich (1 Fehler) aus Schönwald und Marion Deigentesch (2) belegten die Plätze 23 und 49. Die Qualifikation für die Verfolgung verpassten Vanessa Hinz (4 Fehler) und Maren Hammerschmidt (6 Fehler). In den französischen Alpen stehen am Samstag die Verfolgungsrennen und am Sonntag die Massenstart-Wettkämpfe auf dem Programm. Im Jagdrennen der Männer geht Sprint-Sieger Benedikt Doll am Samstag als Spitzenreiter ins Rennen.

Volleyball, Bundesliga: Volleyball-Bundesligist Heitec Volleys Eltmann wird kommende Woche einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen. Das gab die Volleyball Bundesliga (VBL) am Freitag bekannt und zeigte sich "von diesem Schritt überrascht". "Gemeinsam mit den Heitec Volleys Eltmann und dem zu bestellenden Insolvenzverwalter wird die Volleyball Bundesliga nun genau prüfen, ob und wenn ja in welcher Form eine Weiterführung des Spielbetriebs möglich und sinnvoll ist", sagt VBL-Geschäftsführer Klaus-Peter Jung. Die Liga teilte zudem mit, dass im letzten turnusgemäßen Quartalsgespräch Ende Oktober "durch den Verein keine wirtschaftliche Schieflage signalisiert" worden sei. Der Klub aus Unterfranken war in diesem Jahr ins Oberhaus aufgestiegen und ist mit nur einem Sieg aus elf Spielen Tabellenletzter.

Darts, WM: Mitfavorit Gerwyn Price hat mit Glück ein frühzeitiges Aus bei der Darts-WM in London vermieden. Der an Nummer drei gesetzte Waliser gewann in der zweiten Runde im Alexandra Palace gegen den stark aufspielenden Iren William O'Connor mit 3:2 Sätzen und trifft in der dritten Runde am 27. Dezember auf den Schotten John Henderson. Price gilt nach einem starken Jahr als größter Konkurrent für Titelverteidiger Michael van Gerwen. Price hatte hatte nach einem guten ersten Satz immer größere Probleme, während O'Connor vor allem bei der Doppelquote überzeugte. In der Verlängerung des Entscheidungssatzes kam es dann zu einer kuriosen Situation. O'Connor warf beim Stand von 2:2 in den Legs bei vier Punkten Rest nicht auf die Doppel-Zwei, sondern auf die Doppel-Eins. Price checkte 75 Punkte zum 3:2 und nutzte im darauffolgenden Leg seinen ersten Matchdart zum Sieg.

Handball, Bundesliga: Das Titelrennen in der Handball-Bundesliga bleibt auch kurz vor Weihnachten voller Überraschungen. Tabellenführer THW Kiel gewann sein Heimspiel gegen die HBW Balingen-Weilstetten zwar souverän mit 36:26 (19:10), parallel aber patzte Verfolger SG Flensburg-Handewitt und verlor beim Tabellenvorletzten Eulen Ludwigshafen mit 23:25 (12:12). Der Titelverteidiger war erst im zweiten Durchgang erstmals in Führung gegangen, aber dann drehte der Abstiegskandidat noch das Spiel. Neuer Tabellenzweiter ist daher nun die TSV Hannover-Burgdorf, die ihr Heimspiel gegen den HC Erlangen mit 29:25 (11:16) gewann.

Spitzenreiter aber bleibt mit nun 28:6-Punkten der THW Kiel, bei dem Ole Rahmel mit acht Treffern bester Werfer war. "Ich glaube, man konnte nicht erwarten, dass es heute so läuft", sagte THW-Keeper Dario Quenstedt. "Das war eine Leistung, auf der wir aufbauen können." Das kann auch Hannover, das sich nach einem schwachen ersten Durchgang nach der Pause deutlich steigerte - was vor allem am überragenden Torhüter Domenico Ebner lag. "Wenn wir in dieser Saison nichts holen, dann weiß ich auch nicht", sagte Ebner.

© SZ.de/dpa/sid/ebc
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