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Bayern-Präsident Hoeneß:"Die Abwehrproblematik wird sich sowieso erledigen"

FC Bayern: Uli Hoeneß 2019 in München

Uli Hoeneß sprach vor dem Abflug nach Athen am Flughafen mit den Reportern.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Vor dem Abflug zum Champions-League-Spiel nach Athen tätigt Vereinspräsident Uli Hoeneß einige markante Äußerungen.
  • So legt er Trainer Niko Kovac nahe, wen er aufzustellen hat: "Die Abwehrproblematik wird sich sowieso aus meiner Sicht demnächst erledigen, wenn der Martínez auf der Sechs spielt."
  • Zum verletzten Niklas Süle sagt der Vereinspräsident: "Die Europameisterschaft ist ad acta gelegt, die können Sie total vergessen."

Nach den zwei Dämpfern in der Bundesliga hat Präsident Uli Hoeneß seine Meinung zur Lage des FC Bayern kundgetan - in der Abwehr macht er sich trotz des Kreuzbandrisses von Niklas Süle keine Sorgen. Ohne den Abwehrchef stelle sich die Defensive "mehr oder weniger von selber auf", sagte Hoeneß am Montag vor dem Abflug der Mannschaft zum Champions-League-Spiel bei Olympiakos Piräus (Dienstag, 21 Uhr, Liveticker auf SZ.de). Er warb deutlich für einen Stammplatz von Javi Martínez: "Die Abwehrproblematik wird sich sowieso aus meiner Sicht demnächst erledigen, wenn der Martinez auf der Sechs spielt. Dann kriegen wir sowieso in Zukunft weniger Gegentore."

Hoeneß rechnet damit, dass Süle die komplette Saison ausfällt: "Die Europameisterschaft ist ad acta gelegt, die können Sie total vergessen", sagte er zu Reportern am Münchner Flughafen. Der FC Bayern werde nach Süles Ausfall nicht auf dem Transfermarkt tätig werden.

Die besten Sprüche von Uli Hoeneß

Tiraden vom Tegernsee

Bei den Stammplatz-Entscheidungen in der Offensive verteidigte Hoeneß Trainer Niko Kovac allerdings. Kovac hatte zuletzt in sechs Spielen nacheinander auf Zugang Philippe Coutinho gesetzt und Thomas Müller auf die Ersatzbank gesetzt. "Es war doch klar, dass wenn der (Coutinho) kommt, dass es für den Thomas schwieriger wird", sagte Hoeneß. Er kritisierte, dass diese Personaldebatte medial immer weiter geführt werde. Gegenüber Reportern sagte Hoeneß: "Bei euch wird jede Woche die Geschichte weitergemacht. Man zwingt den Trainer, ihn (Müller) aufzustellen. Das ist einfach eine Schweinerei."

"Der Thomas kann auf der Position von Coutinho spielen. Wunderbar, dann kann der Coutinho nicht spielen", ergänzte Hoeneß und erwiderte auf den Einwand, Müller könne doch auch neben Coutinho auf der Außenbahn aufgestellt werden: "Ach, das kann er doch nicht so gut, das weiß doch jeder. Das mag er doch auch nicht."

"Man muss geil sein auf die Tore"

Insgesamt forderte Hoeneß die Fußballer seines FC Bayern zu mehr Konzentration auf: "Das ist die Einstellung. Man muss geil sein auf die Tore." Beim 2:2 am Samstag in Augsburg vergab der Rekordmeister etliche hochkarätige Chancen. "Ich würde mir Sorgen machen, wenn wir keine Chancen hätten", so Hoeneß weiter: "Wenn wir wie in Augsburg Tontauben schießen, dann mach ich mir normalerweise keine Sorgen."

Vor dem dritten Gruppenspiel der Champions League unterstrich Hoeneß: "Wir spielen nicht schlecht, aber nicht konsequent genug. Wir haben wahnsinnig Torchancen, aber machen sie nicht rein."

Nach zwei Siegen zum Beginn der europäischen Königsklasse können die Bayern mit einem weiteren Erfolg einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale machen. Auch in der Bundesliga sehen die Bayern-Verantwortlichen allerdings keinen Grund zur Sorge. "Wir sind einen Punkt hinter dem Ersten. Wollen Sie uns eine Krise einreden?", blaffte Hoeneß einen Reporter an. Krise? "Von einer Krise", behauptete neben Hoeneß auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic, "kann keine Rede sein."

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