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Verletzungen:FC Bayern gibt Entwarnung bei Boateng und Tolisso

Die Profis dürften nicht allzu lange ausfallen. Podolski verabschiedet sich mit drei Toren aus Japan. Deutschlands Handball-Frauen schlagen den nächsten WM-Favoriten.

FC Bayern, Verletzte: Der Meister hat bei den angeschlagen ausgewechselten Corentin Tolisso und Jérôme Boateng "leichte Entwarnung" gegeben. Wie der deutsche Fußball-Rekordmeister am Sonntag mitteilte, wurde bei Tolisso eine neurogene Muskelverhärtung im linken Oberschenkel festgestellt. Boateng laboriere an einer neurogenen Muskelverhärtung in der linken Wade. Wie lange die beiden Stars aussetzen müssen, prognostizierte der Verein nicht. Tolisso war Mitte der ersten Hälfte gegen den späteren Torschützen Ivan Perisic ausgetauscht worden. Nach dem Seitenwechsel erwischte es auch Boateng. Für ihn kam Javi Martínez, der am Samstag beim 1:2 auswärts gegen Borussia Mönchengladbach in der Nachspielzeit den Elfmeter verursachte und mit der Gelb-Roten Karte vom Platz musste.

Fußball, England: Manchester City hat nach dem Rassismus-Vorfall am Samstag beim Derby gegen Rekordchampion United mit drakonischen Strafmaßnahmen gedroht. Im Bezug auf rassistische Äußerungen aller Art verfolge ManCity eine "Null-Toleranz-Strategie", teilte der Klub von Teammanager Pep Guardiola mit: "Wer wegen rassistischer Vorfälle schuldig gesprochen wird, wird lebenslang aus diesem Klub ausgesperrt werden." Der brasilianische ManUnited-Profi Fred wurde offenbar von einem Gegenstand getroffen, als er einen Eckball für die Gäste ausführen wollte (67.). Zudem soll Fred in dieser Szene von einem ManCity-Fan mit Affenlauten rassistisch beleidigt worden sein. Der Klub kündigte an, die Vorkommnisse aufzuarbeiten und mit der Polizei zu kooperieren. United-Coach Ole Gunnar Solskjaer vertrat eine klare Haltung und will den Täter lebenslang für Fußballspiele sperren: "Warum sollten wir ihn nicht erziehen?", fragte er rhetorisch, "es ist nicht der Fehler von City, es ist sein Fehler. Das hat nichts mit Manchester City zu tun." Der ehemalige Torjäger führte weiter aus: "Es wurde von Kameras aufgenommen, und er sollte nie mehr Zutritt zu seinem Stadion erhalten. Da Verhalten ist inakzeptabel."

Handball, WM: Deutschlands Frauen haben zum Start der Hauptrunde den nächsten Favoriten gestürzt und sind ihrem Olympia-Ziel ganz nahe. Die Mannschaft von Bundestrainer Henk Groener schlug im japanischen Kumamoto die Niederlande dank einer bärenstarken zweiten Hälfte sowie ihrer einmal mehr überragenden Torhüterin Dinah Eckerle mit 25:23 (11:12). Mit 5:1-Punkten übernahm Deutschland die Führung in seiner Gruppe, auch das Halbfinale ist in Reichweite. Ein weiterer Sieg am Montag (7.00 Uhr/sportdeutschland.tv) gegen den EM-Elften Serbien würde der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) einen Platz unter den besten sieben Teams und damit die Teilnahme an einem Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio garantieren.

Leichtathletik Eine sehr französische Dopingaffäre
Ophélie Claude-Boxberger

Eine sehr französische Dopingaffäre

Im abenteuerlichen Dopingfall der Läuferin Ophélie Claude-Boxberger geht es um verdächtige Lebensgefährten, Eifersucht - und das Trauma sexueller Gewalt.   Von Leo Klimm

Fußball, Japan: "No Poldi, no Party": Sichtlich stolz reagierte Rio-Weltmeister Lukas Podolski in den Sozialen Netzwerken auf seinen Dreierpack im letzten Punktspiel für seinen japanischen Klub Vissel Kobe. Beim 4:1 (1:0)-Erfolg gegen Tabellenschlusslicht Jubilo Iwata traf der 34-Jährige in der 36., 78. und 85. Minute. Zum ersten Mal während seines zweieinhalbjährigen Japan-Gastspiels schnürte der ehemalige Kölner und Münchner für Vissel einen Dreierpack. Es war das letzte Spiel für Kobe in der J-League, denn der Vertrag von Podolski endet am 31. Januar 2020. Allerdings greift er in diesem Jahr auf jeden Fall nochmals für Vissel ins Geschehen ein. "Prinz Poldi" wird voraussichtlich noch im Pokal-Halbfinale am 21. Dezember sowie einem möglichen Endspiel am Neujahrstag das Trikot von Kobe tragen. Die Liga beschließt das Team des deutschen Trainers Thorsten Fink auf einem enttäuschenden achten Platz. Podolski wurde anders als Teamkollege David Villa, der vor Kurzem sein Karriereende verkündet hatte und den vierten Kobe-Treffer (75., Elfmeter) am Samstag markierte, überraschend nicht offiziell verabschiedet.

Wintersport, Biathlon: Nach dem Staffel-Fiasko von Östersund fällte Arnd Peiffer ein vernichtendes Urteil. "Wir waren nicht konkurrenzfähig", sagte der Olympiasieger nach Platz acht der deutschen Biathleten beim Weltcup in Schweden. Das Quartett mit Erik Lesser, Philipp Horn, Arnd Peiffer und Benedikt Doll war am Samstag nach insgesamt vier Strafrunden und 13 Nachladern im Kampf um die Podestplätze chancenlos. 3:23,1 Minuten betrug der Rückstand auf den überlegenen Weltmeister Norwegen, der der Konkurrenz keine Chance ließ. Platz zwei sicherte sich Frankreich vor Italien. Das erste Teamrennen des WM-Winters war für Vize-Weltmeister Deutschland aufgrund schwacher Schießleistungen eine herbe Enttäuschung.

Staffel-Debütant Horn leistete sich gleich drei Strafrunden. Auch Peiffer musste nach dem Stehendschießen eine Extrarunde drehen. Der 32-Jährige konnte nur mit einem Ersatzgewehr antreten, nachdem seine Waffe bei einem Sturz am Mittwoch im Einzel in zwei Teile gebrochen war. Zwischenzeitlich hatte das DSV-Team sogar nur auf dem 15. Platz gelegen. "Mir tut das ungemein leid, dass ich die Staffel auch für die anderen so versaut habe. Ich kann es nicht mehr ändern und versuche, daraus zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen", sagte Horn. Bundestrainer Mark Kirchner nahm seinen Youngster jedoch in Schutz: "Es wird uns nicht aus der Bahn werfen. Ich bin überzeugt, dass wir uns steigern werden."

Wintersport, Ski alpin: Kira Weidle hat die erste Podestplatzierung der deutschen Skirennläuferinnen in diesem Winter nur knapp verpasst. Bei der zweiten Weltcup-Abfahrt im kanadischen Lake Louise belegte die 23-Jährige aus Starnberg einen guten sechsten Rang, dabei fuhr sie nur um 0,18 Sekunden am Siegertreppchen vorbei. Am Vortag war Viktoria Rebensburg bei der ersten Abfahrt auf Rang vier gelandet, ihr fehlten dabei 0,21 Sekunden aufs "Stockerl". Am Samstag belegte Rebensburg Rang neun. Nicole Schmidhofer (Österreich), die im Vorjahr beide Abfahrten in Lake Louise gewonnen hatte, feierte ihren insgesamt vierten Sieg im Weltcup. Die Super-G-Weltmeisterin von 2017 lag knapp vor Gesamtweltcupsiegerin Mikaela Shiffrin aus den USA (+0,13 Sekunden), Dritte wurde Francesca Marsaglia aus Italien (+0,43).

Skirennläufer Thomas Dreßen ist wie erwartet wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Auf seiner Unglückspiste in Beaver Creek/USA, wo er sich vor einem Jahr unter anderem einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen hatte, kam der 26-Jährige am Samstag bei der Abfahrt auf Rang 19. Bester Deutscher war überraschend Dominik Schwaiger, der mit der hohen Startnummer 41 auf Rang sieben fuhr. Sein Rückstand auf Sieger Beat Feuz (Schweiz), dem vor den zeitgleichen Johan Clarey (Frankreich) und Vincent Kriechmayr (Österreich) sein zwölfter Weltcupsieg gelang, betrug nur 0,64 Sekunden. Es war sein bestes Abfahrtsresultat.

Wintersport, Skispringen: Karl Geiger hat die deutsche Podest-Flaute beendet und damit auch Skisprung-Bundestrainer Stefan Horngacher eine große Erleichterung verschafft. "Das ist natürlich eine super Sache. Das macht vieles leichter, weil noch mehr Vertrauen und Selbstvertrauen entsteht. Ich bin mit der gesamten Leistung sehr zufrieden", sagte Horngacher am Samstag nach dem dritten Einzel der Saison im russischen Nischni Tagil. Nach zwei Sprüngen auf 130 Meter musste sich der Oberstdorfer nur dem japanischen Überraschungssieger Yukiya Sato geschlagen geben.

Der Doppel-Weltmeister aus dem Allgäu ist derzeit die große Konstante im Team des Deutschen Skiverbandes (DSV). "Es hat gut zusammengepasst heute", sagte Geiger im ZDF zu seinen zwei fehlerfreien Sprüngen, die ihn noch vor Österreichs Philipp Aschenwald und Gregor Schlierenzauer landen ließen. Bei den bisherigen Weltcups im polnischen Wisla und in Ruka in Finnland hatten die DSV-Adler in allen Wettkämpfen Plätze auf dem Podium verpasst.

2. Liga, Spieltag: Unter dem neuen Trainer Kenan Kocak löst sich Hannover 96 in der 2. Fußball-Bundesliga aus der Abstiegszone. Eine Woche nach dem 1:0 beim FC St. Pauli bezwang der abgestürzte Bundesliga-Absteiger Erzgebirge Aue mit 3:2 (1:1) und kletterte nach dem ersten Heimsieg der Saison auf den zwölften Tabellenplatz. Der VfL Bochum liegt nach dem 1:3 (0:1) bei der SpVgg Greuther Fürth nur zwei Zähler vom Abstiegsrelegationsplatz entfernt. Für die Westfalen endete eine Serie von vier Spielen ohne Niederlage. Aufsteiger VfL Osnabrück ist nach dem 4:2 (1:2) bei Holstein Kiel bereits seit sieben Partien ungeschlagen und überraschend schon Tabellenfünfter.

Hannover geriet früh durch einen 25-Meter-Schuss von John-Patrick Strauß in Rückstand (16.). Dann traf 96-Kapitän Marvin Bakalorz zweimal per Kopf - einmal ins gegnerische (32.) und einmal ins eigene Tor (49.). Hendrik Weydandt (75.) und Genki Haraguchi (90.) drehten aber noch das Spiel zugunsten der Niedersachsen. Kocak hatte Mitte November die Nachfolge des gefeuerten Trainers Mirko Slomka angetreten.

Tennis, Zverev: Tennisprofi Alexander Zverev hat sich wie geplant in New York einer Augen-Operation unterzogen. "Alles ist gut gelaufen. Meine Augen erholen sich noch", sagte der 22 Jahre alte Hamburger in der Nacht zum Samstag in einer Videobotschaft auf Instagram. "Mir geht es gut. Ich werde bald trainieren." Die Operation hatte der Weltranglisten-Siebte vor Kurzem nach seinem Halbfinal-Aus bei den ATP Finals in London angekündigt. "Ich habe Probleme mit meinen Augen und dieses Jahr viele Probleme gehabt, wenn ich mit Kontaktlinsen gespielt habe", hatte Zverev gesagt und von einer Hornhautverkrümmung berichtet, unter der er leide und die schlimmer werde.

Ski alpin Trotzig durch den Weltcup

Skirennfahrer Ted Ligety

Trotzig durch den Weltcup

Während seine Weggefährten TV-Experten oder Väter sind, stürzt sich Ted Ligety weiter die steilen Hänge hinunter - und setzt den Ski-Weltverband unter Druck.   Von Johannes Knuth