Basketball:Bayern schlittern in sportliche Krise

Basketball: Zu hoher Luftstand für die Bayern um Devin Booker (links): Bonns Till Pape freut sich mit den Telekom Baskets über den Sieg nach Verlängerung.

Zu hoher Luftstand für die Bayern um Devin Booker (links): Bonns Till Pape freut sich mit den Telekom Baskets über den Sieg nach Verlängerung.

(Foto: Beautiful Sports/Imago)

Münchens Basketballer verlieren in Bonn nach einer Berg- und Talfahrt 83:88 - und damit wettbewerbsübergreifend ihr viertes Spiel in Serie. Ihre fehlende Konstanz bleibt das beherrschende Thema.

Von Sebastian Winter

68:74 bei Roter Stern Belgrad, 81:83 bei den Löwen Braunschweig, 90:93 bei Maccabi Tel Aviv: So lauteten die jüngsten Ergebnisse der Münchner Basketballer vor diesem Wochenende. Drei Niederlagen in Serie, dreimal auswärts, zwei davon in der Euroleague, eine in der Bundesliga bei einem krassen Außenseiter. "Wir müssen beständiger sein, nicht nur über fünf, zehn oder zwanzig Minuten", sagte ihr Trainer Pablo Laso also folgerichtig am Sonntag beim Streaming-Dienst Dyn unmittelbar vor der nächsten Auswärtspartie.

Die Reise führte die Bayern-Basketballer diesmal zu den Telekom Baskets Bonn, einem unangenehmen Gegner, der vergangene Saison im DM-Finale stand - und erst dort von Ulm geschlagen wurde. Es war zugleich das erste Auswärtsspiel von Serge Ibaka in der Bundesliga, dem im Sommer nach München gewechselten NBA-Veteran. Bislang war der 34-Jährige auf fremdem Terrain im nationalen Wettbewerb noch geschont worden.

Ibaka gelang der erste Treffer des Spiels zur 2:0-Führung, am Ende sammelte Münchens Topscorer 21 Punkte. Dennoch verloren die Bayern ihr viertes Spiel in Serie, mit 83:88 nach Verlängerung, und schlittern in ihre erste sportliche Krise. Und die Konstanz, sie bleibt eine ihrer großen Baustellen.

Schon kurz nach ihrem guten Start waren sie in ein kleines Loch gefallen, Bonn war auf 20:16 davongezogen. Brian Fobbs, Shooting Guard bei den Telekom Baskets, traf in dieser Phase all seine drei Würfe von der Dreierlinie. Die Gäste spielten danach wieder griffiger, vor allem ihre Abwehr glänzte. Und als Nick-Weiler-Babb für sie zum 37:29 getroffen hatte - die bis dahin höchste Führung der Münchner - musste der 27 Jahre alte Guard lachen. Sein Dreier war oben auf der rechtwinkligen Verbindung zwischen Ring und Brett gelandet und dann ins Netz gerollt. Weiler-Babb wusste, dass ihm da ein höchst seltener Glückstreffer gelungen war. Wenige Minuten später, als die Sirene zur Halbzeit tönte, waren die Münchner auf elf Punkte enteilt (43:32).

Doch dann blieben die Weltmeister der Bayern, Isaac Bonga und Andreas Obst in der Kabine, Bonga schmerzte die Leiste, Obst der Fuß. Und 155 Sekunden nach Wiederbeginn war die komfortable Führung auf zwei Punkte zusammengeschmolzen. Danach brachen die Bayern vollends auseinander. Bonn gewann das dritte Viertel 26:14 und baute seinen Vorsprung im vierten Viertel auf 72:64 aus. Doch wieder kamen die Bayern zurück, retteten sich durch zwei erfolgreiche Freiwürfe Ibakas zum 75:75 in die Verlängerung. Dort verließen sie dann endgültig die Kräfte.

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