Leichtathletik:Klosterhalfen nähert sich ihrer Bestform

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Leichtathletik: Lange hielt Konstanze Klosterhalfen mit der Spitzengruppe mit - am Ende wurde es Rang vier.

Lange hielt Konstanze Klosterhalfen mit der Spitzengruppe mit - am Ende wurde es Rang vier.

(Foto: Matthias Hangst/Getty Images)

Die Läuferin darf Platz vier über 10 000 Meter als Erfolg verbuchen - nach einer bislang bewegten Saison. Die übrigen deutschen Leichtathleten präsentieren sich am ersten EM-Abend wechselhaft.

Von Johannes Knuth

Sie hoffe auf ein flottes Rennen, hatte Konstanze Klosterhalfen vor den 10 000 Metern in München ausgerichtet: Erst bummeln, dann ein knackiger Spurt, das war noch nie ihre Kernkompetenz. Die Hoffnungen zerschlugen sich dann erst einmal - ein Fehlstart, auch nicht handelsüblich auf der längsten Bahndistanz. Als es klappte, wurde es tatsächlich flott, die Britin Eilish McCoglan tat das, was sie bei ihren 30:19,02 Minuten zuletzt in Hengelo aufgeführt hatte: Sie schleifte das Feld hinter sich her. Viele fanden sich früh im Grupetto wieder, auch Alina Reh. Die zweite deutsche Starterin kämpfte sich als Achte ins Ziel, in 32:14,02 Minuten.

Und Klosterhalfen: War dabei, als sie vorne nach drei Kilometern nur noch zu fünft waren, kurz darauf zu viert, McCoglan, Yasemin Can aus der Türkei, Lonah Salpeter aus Israel, vor drei Wochen noch Dritte im WM-Marathon (!) von Eugene.

Das Klatschen der rund 15 000 Zuschauer, die es im nun doch recht windigen Olympiastadion ausgehalten hatten, schwoll immer mehr an - bis Can das Grüppchen an der Spitze zerfledderte. Klosterhalfen wehrte sich, musste trotzdem rund drei Kilometer lang mit ansehen, wie Can (Gold), McCoglan (Silber) und Salpeter (Bronze) die Hauptpreise aushandelten. Sie durfte Platz vier und 31:05,21 Minuten, knapp über ihrem deutschen Rekord, trotzdem als Erfolg werten nach einer Saison, die es selten gut mit ihr gemeint hatte. Im Winter hatte sie ein Sturz geschwächt, eine Covid-Infektion raubte ihr vor Eugene viel Energie. Dass sie sich wieder ihrer Bestform nähert, konnte man auch daran ablesen, dass sich die 25-Jährige in München auch für die 5000 Meter eingeschrieben hat, am kommenden Donnerstag.

Kaul legt das Fundament für ein gutes Zehnkampf-Ergebnis

Das zarte deutsche Medaillenhoffnungspflänzchen im Kugelstoßen blühte derweil auch nicht auf: Sara Gambetta (5./18,48 Meter), Julia Ritter (6./18,29) und Katharina Maisch (8./18,01) blieben zu weit hinter ihren Bestleistungen, die 18,94 der drittplatzierten Jorinde van Klinken aus den Niederlanden waren zu viel. Die 20,24 der neuen Europameisterin Jessica Schilder ohnehin.

Ansonsten gossen viele DLV-Athleten ein Fundament für den Dienstagabend, an dem sich schon viele Hoffnungen ballen. Zehnkämpfer Niklas Kaul federte stark durch Tag eins, mit 4184 Punkten und Platz sieben. Da bahnt sich ein netter Wettstreit mit dem Schweizer Simon Ehammer an, der sich mit 4661 Punkten zur Halbzeit an die Spitze klemmte, begleitet vom Klang der Kuhglocken. Der Franzose Kevin Mayer, vor drei Wochen Weltmeister in Eugene, schlich schon nach den 100 Metern verletzt aus dem Wettkampf.

Die Diskuswerferinnen Kristin Pudenz, Claudine Vita und Shanice Craft zogen erwartet souverän ins Finale ein, es gab aber auch schon wieder einige deutschen Enttäuschungen in den Qualifikationen: Mohamed Mohumed etwa, am Dienstag aussichtsreich für das Finale über 5000 Meter vorgemerkt, war im Vorlauf über 1500 Meter chancenlos. Rebekka Haase (11,50) und Tatjana Pinto (11,43) schafften es über 100 Meter gerade noch ins Halbfinale, Gina Lückenkemper war für die Vorschlussrunde gesetzt. Da wird es am Dienstag auch nicht gerade langsamer.

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