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Frankfurt in der Europa League:Ist Chelsea die Premier League wichtiger?

Chelseas Trainer Maurizio Sarri hätte ein zweites Tor einer Elf gerne gesehen, er meinte: "1:1 ist nicht so schlecht, aber unglücklicherweise ist Frankfurt auch auswärts stark. Wenn du ihnen Raum gibst, sind sie gefährlich." Der Italiener bemängelte, dass seine Elf zunächst nur auf das Sichern des Resultats aus gewesen sei. Ein Fehler, der nicht der Mentalität und dem Charakter seiner Mannschaft entspreche. "Wir haben erst nach dem 0:1 begonnen, Fußball zu spielen", kritisierte Sarri. Der Italiener rechtfertigte die Maßnahme, Eden Hazard über eine Stunde lang auf der Bank gelassen zu haben, damit, dass der belgische Nationalspieler zuletzt zehn Mal hintereinander gespielt habe. Die Begegnung in Frankfurt sei bereits die 59. für sein Team in dieser Runde gewesen.

Niemand könne bei so vielen Partien in einer Saison immer 90 Minuten spielen, auch Hazard nicht. Der sei zwar wahrscheinlich sein bester Spieler, aber eben auch nur ein Spieler, stellte Sarri klar. Deswegen habe er ihm die Ersatzrolle auch erst in der Mannschaftssitzung mitgeteilt. Sarri betonte, er wolle die Champions-League-Teilnahme über den vierten Rang in der Premier League und über den Sieg in der Europa League erreichen. Vor dem Spiel hatten seine Äußerungen den Anschein erweckt, die Premier League sei ihm wichtiger. Dabei würde ein Titel womöglich seine Position stärken, Sarri ist längst nicht mehr unumstritten nach einer Schwächeperiode zu Jahresbeginn.

Unumstritten ist Adi Hütter bei der Eintracht, dem nun in der entscheidenden Phase noch einmal die Kunst gelingen muss, die Kräfte zu bündeln. Schon am Sonntag spielt die Eintracht in einer Art Finale um den vierten Champions-League-Platz in der Bundesliga in Leverkusen. Vier Tage später geht es in London um den Einzug ins Endspiel der Europa League. Die Eintracht glaubt nach wie vor an den ganz großen Wurf, auch wenn die Kraft weniger wird. Am Donnerstag musste Hütter auf zwei Stürmer verzichten, den gesperrten Ante Rebic und den schon länger verletzten Sebastien Haller (Bauchmuskelzerrung).

Verletzt sich Rebic nicht, ist er der große Hoffnungsträger für das Rückspiel. Wie eine Beschwörungsformel wiederholten alle Frankfurter voller Hoffnung: "In London ist Ante wieder dabei." Und Adi Hütter schloss sogar nicht "ganz" aus, dass in London auch Haller zum Einsatz kommen könnte. Ja: Adi Hütter war stolz, weil noch Hoffnung besteht - und eröffnete gleich die Pokerrunde für das Rückspiel.

© SZ.de/ebc/tbr/cat
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