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Englands Defensive bei der WM:Schöne Vorlagen für Suárez

World Cup 2014 - Group D - Uruguay vs England

Unbedrängt am Fünfmeterraum: Luis Suárez vor dem 1:0 für Uruguay.

(Foto: dpa)

Luis Suárez ist der gefeierte Mann nach dem 2:1-Sieg von Uruguay gegen England. Doch sein Dank sollte der britischen Defensive gelten. Die leistete bei seinen zwei Treffern gütige Mithilfe, wie die WM-Analyse des Tages zeigt.

Von Benjamin Romberg

Leid lässt sich manchmal am besten in Zahlen ausdrücken. 759 etwa ist so eine Zahl: So viele Spielminuten musste Wayne Rooney auf sein erstes WM-Tor warten. Oder 29. So viele Schüsse gab Englands Stürmer bei Weltmeisterschaften ab, ehe er mit dem 30. dann doch noch in die Maschen traf. Doch damit war Rooneys Leiden nicht beendet, denn England verlor auch sein zweites Gruppenspiel gegen Uruguay 1:2; es müsste schon sehr viel zusammenkommen, damit die Briten nicht bereits nach der Vorrunde in den Flieger steigen und die Sonne Brasiliens hinter sich lassen müssen.

Anders als im ersten Spiel gegen Italien, nach dem Rooney von den Medien in der Heimat öffentlich hingerichtet worden war, hat der Stürmer seine Pflicht diesmal erfüllt. An ihm lag es nicht. Er hätte schon drei Treffer erzielen müssen, um die Fehler seiner Hinterleute auszubügeln. Uruguays Ausnahmestürmer Luis Suárez vom FC Liverpool war nach seinem Doppelpack der gefeierte Mann - doch sein Dank sollte der englischen Defensive gelten.

Vor seinem ersten Treffer etwa stand er derart unbedrängt im Strafraum rum, als hätte der Schiedsrichter einen Schutzkreis aus Freistoßspray um ihn gezogen. Auch Teamkollege Edinson Cavani konnte sich vor seiner Flanke nicht über allzu viel Gegenwehr beklagen. In aller Ruhe nahm Cavani von Paris St. Germain den Ball am linken Strafraumeck an, legte sich die Kugel zurecht - und spielte sie butterweich an den Fünfmeterraum zu Suárez. Englands Rechtsverteidiger Glen Johnson beobachtete das Geschehen aus respektvoller Distanz.

Innenverteidiger Phil Jagielka hüpfte unter der Hereingabe hindurch (wie bereits Kollege Gary Cahill vor dem 1:2 durch Mario Balotelli im Spiel gegen Italien), Suárez köpfte ein. In dieser Szene sahen sich zwei Himmelblaue sechs Männern in Weiß gegenüber, Englands Torwart Joe Hart nicht mitgezählt.

Konnte man der Offensive von Uruguay vor dem ersten Treffer wenigstens noch eine Eigenleistung attestieren, geht der Scorerpunkt für die Vorbereitung des zweiten Tores an die Briten. Nach einem Abschlag von Torwart Fernando Muslera gewinnt Steven Gerrard das Kopfballduell im Mittelfeld gegen Cavani, das schon, nur verlängert er die Kugel perfekt in den Lauf von Suárez, der alleine aufs Tor zuläuft.

Chelsea-Verteidiger Cahill ist zwar zur Stelle - doch erst als Suárez den Ball längst in die Maschen gedroschen hat. Keeper Joe Hart hätte wohl eine Chance gehabt, den Schuss aus spitzem Winkel zu parieren, wäre er einfach stehen geblieben. Die englischen Torhüter füllen allerdings noch einmal ein eigenes Kapitel.

© SZ.de/rom/schma/holz
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