EM-Qualifikation im Fußball Für Statistik-Professoren und Schlaumeier

Steigt er bei der Qualifikation für die EM2020 durch? Bundestrainer Joachim Löw.

(Foto: dpa)
  • Die vom inzwischen gesperrten früheren Uefa-Präsidenten Michel Platini forcierte Neuausrichtung der EM 2020 zeigt erste Auswirkungen.
  • Wenn am 2. Dezember die Qualifikationsgruppen ausgelost werden, wird es kompliziert.
  • Einige Teams dürfen nicht gegeneinander gelost werden, es existieren so viele Einschränkungen, dass man leicht den Überblick verliert.
Von Christopher Gerards

Den Modus der Nations League hat ja schon kaum jemand durchblickt, aber nun hat der Fußball ein noch größeres Rätsel zu lösen: Wer spielt in der Qualifikation zur Europameisterschaft 2020 gegen wen? In Dublin werden am 2. Dezember die Gruppen gelost, und dass dieser Termin ziemlich kurios werden könnte - darauf hat der Kicker schon vor einigen Tagen angemessen pikiert hingewiesen. "Die EM-Qualifikation wird absurd wie noch nie", schrieb das Sportmagazin und hat vermutlich vollkommen recht. Die Auslosung wird ein Akt voller Einschränkungen, es geht um Ausrichterländer, lange Reisen, das Wetter, vermutlich verstehen das am Ende nur Fields-Medaillen-Gewinner, Statistik-Professoren und sonstige Schlaumeier. Der Versuch einer Klärung in zehn Fragen.

Wann startet die EM-Qualifikation?

Wir beginnen einfach, diese Antwort gibt's ohne Joker: im März 2019. Gekickt wird bis November desselben Jahres.

Wie viele Teams können sich qualifizieren?

20 über die reguläre EM-Qualifikation, vier weitere über die Playoffs der Nations League. Insgesamt gibt es zehn Gruppen, die Hälfte mit fünf Teams, die andere Hälfte mit sechs Teams; die ersten beiden jeder Gruppe qualifizieren sich.

Was heißt das für die deutsche Mannschaft?

Es hätte einfacher werden können. Durch das schlechte Abschneiden in der Nations League ist Deutschland in Lostopf 2 gerutscht - und könnte damit auf Gegner wie Frankreich, England oder Spanien treffen.

Fußball-EM Deutschland drohen schwere Gegner
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Vor der Auslosung der EM-Qualifikationsgruppen ist die DFB-Elf in Lostopf zwei abgerutscht. Stattdessen gehören Polen und die Schweiz zu den gesetzten Teams.

Klingt noch nicht so schwierig, wo liegt das Problem?

Gleich. Erst muss man noch mal daran erinnern, dass das Turnier 2020 nicht nur in einer Fußballnation stattfindet, sondern in zwölf: in Aserbaidschan, Dänemark, England, Deutschland, Ungarn, Irland, Italien, den Niederlanden, Rumänien, Russland, Schottland und Spanien. Das geht zurück auf eine Idee des inzwischen gesperrten früheren Uefa-Präsidenten Michel Platini. Jetzt wird es kompliziert.

Weil?

Diesmal ist keiner der Gastgeber automatisch qualifiziert - das wäre ja auch seltsam bei zwölf Gastgebern und 24 Plätzen. Doch der Uefa ist es offenbar ein Anliegen, dass möglichst viele der Gastgeber dabei sind. Auf ihrer Homepage heißt es: "Damit alle zwölf Gastgeber-Nationen der UEFA EURO 2020 die Möglichkeit haben, sich als Gruppensieger oder Gruppenzweiter zu qualifizieren, können maximal zwei dieser Teams in eine Gruppe gelost werden." Das bedeutet zum Beispiel, dass es keine Gruppe geben wird, in der sowohl Deutschland als auch Schottland als auch Rumänien spielen.