Einzelkritik 1860 München:Die Standuhr wird zum Schwachfuß

Christopher Schindler gibt sogar auf Knien eine gute Figur ab, Antonio Rukavina verpasst sowohl dem Pfosten als auch dem Gegenspieler eine Delle - und Benjamin Lauth braucht dringend einen neuen Spitznamen. Die Münchner Löwen beim 1:1 gegen St. Pauli in der Einzelkritik.

Michael Neißendorfer, Fröttmaning

Einzelkritik 1860 München

Gabor Kiraly

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(Foto: dapd)

Christopher Schindler gibt sogar auf Knien eine gute Figur ab, Antonio Rukavina verpasst sowohl dem Pfosten als auch dem Gegenspieler eine Delle - und Benjamin Lauth braucht dringend einen neuen Spitznamen. Die Münchner Löwen beim 1:1 gegen St. Pauli in der Einzelkritik. Von Michael Neißendorfer, Fröttmaning. Gabor Kiraly Hatte seine erste nennenswerte Szene, als er den Elfmeter von Bruns fast gehalten hätte. War ansonsten immer zur Stelle, auch wenn er von seinen Vorderleuten mit riskanten Rückpässen unter Druck gesetzt wurde. Durfte einige Fernschüsse parieren, war bis auf eine brenzlige Situation in der 72. Minute aber nur selten gefordert.

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Antonio Rukavina

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Antonio Rukavina Sorgte gemeinsam mit Aigner für sehr viel Unruhe auf der rechten Außenbahn. Hatte einige gute Szenen, flankte mehrmals gefährlich vors St.-Pauli-Tor und hätte in der 15. Minute beinahe das 1:0 besorgt, als er aus vollem Lauf und 25 Metern eine Delle in den Torpfosten schoss. Verpasste in der 29. Minute auch Sebastian Schachten eine Delle, der noch kurz vor der Halbzeit ausgewechselt werden musste.

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Christopher Schindler

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Christopher Schindler Machte sogar auf Knien noch eine gute Figur und schob seinem Nebenmann selbst aus dieser Haltung noch sichere Pässe zu. Sichert im Notfall auch mal für Necat Aygün, und verhinderte nach dessen Beinahe-Fehlpass in der 27. Minute Schlimmeres, indem er vor dem heranrauschenden Sliskovic klärte.

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Necat Aygün

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Necat Aygün Trainer Reiner Maurer lobt einfach alles an ihm: das Stellungsspiel, den Kopfball, die Ruhe, die Spieleröffnung. War immer da, wo er stehen sollte, köpfte, grätschte, schmiss sich in Schüsse, passte - bis auf einen kleinen Ausrutscher in der 27. Minute - stets mit Übersicht.

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Stefan Buck

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Stefan Buck Sorgte früh in der ersten Halbzeit mit einem unnötigen Fehlpass für eine Chance der Paulianer, die Necat Aygün sicher zu entschärfen wusste. Lief seinen Gegnern und dem Ball oft nur hinterher, hätte aber eigentlich nicht viel zu tun gehabt, weil St. Pauli meist über links kam. Setzte in der 29. Minute Benjamin Lauth mit einer langen Flanke spektakulär in Szene.

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Kai Bülow

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Kai Bülow Ist der eigentlich ruhigere der defensiven Mittelfeldspieler der Sechziger, immer anspielbar mit guter Übersicht. War nicht zu beneiden, nachdem er in der 32. Minute ungelenk den Elfmeter zum 0:1 verschuldete. Wollte sogleich seinen Fehler wieder gut machen und hätte dies auch fast geschafft: Seine zum Torschuss mutierte Flanke in der 43. Minute konnte Pauli-Torwart Pliquet jedoch zur Ecke klären. Ging in der 80. Minute vom Platz, für ihn kam Collin Benjamin.

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Daniel Bierofka

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Daniel Bierofka Schwärmte während der Woche von einem Zusammenhalt, "den wir in den vergangenen Jahren nie hatten". Dieser Zusammenhalt war auch gegen St. Pauli zu spüren. Und so rückte Bierofka auch mal auf Schindlers Innenverteidigerposition, wenn der mit nach vorne ging. War sehr präsent, wirkte in der Vorwärtsbewegung oft ungestüm, war dabei aber fehlerfrei. Ging in der 73. Minute, kurz nach einem strammen Fernschuss, und machte Platz für Sebastian Maier.

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Stefan Aigner

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Stefan Aigner Wieder mal einer der aktivsten und bissigsten Löwen. Sorgte gemeinsam mit Rukavina für viel Druck über rechts und war mehrmals nur durch Fouls zu stoppen. Wollte unbedingt den Ausgleich, lief gleich nach der Halbzeit im Sprint durch die St- Pauli-Abwehr, wurde jedoch per Foul gestoppt. Lag zwei Minuten später schon wieder im Gras der Allianz Arena. Eine Minute später erneut.

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Djordje Rakic

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(Foto: Bongarts/Getty Images)

Djordje Rakic War in der ersten Halbzeit sehr blass, harmlos in den Zweikämpfen und nicht  so bissig wie noch gegen Fortuna Düsseldorf vor 14 Tagen. Kam etwas aktiver aus der Kabine, musste aber dann doch früh vom Platz und wurde in der 64. Minute gegen Maximilian Nicu ausgewechselt.

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Kevin Volland

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War nach Aigner und Rukavina auffälligster Löwe - und wie Stefan Aigner auch oft nur durch Fouls zu stoppen. Stand sich beim Abschluß leider zweimal selbst im Weg und vertändelte ein mögliches 1:0 erst in der 14. Minute und dann in der 22. Minute. Machte es in der 88. Minute besser, umkurvte ein paar Paulianer und legte den Ball ins lange Eck.

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Benjamin Lauth

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Benjamin Lauth Wurde vor dem Spiel von einigen Fans als "Standuhr" bezeichnet. Wurde diesem Ruf aber nicht gerecht, war links zu finden, war rechts zu finden, holte sich die Bälle schon im Mittelfeld und war auch immer wieder im Strafraum präsent. Konnte eine spektakuläre Flanke von Buck nicht verwerten und bekam auch in seine Schüsse nicht genug Dampf. Also wenn schon ein Spitzname, dann nicht Standuhr, sondern an diesem Abend: Schwachfuß.

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Einwechselspieler

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(Foto: dpa)

Nicu Kam in der 64. Minute für Rakic und fügte sich weitaus schwungvoller ins Spiel ein als der Serbe. Fand aber wie seine Kollegen auch kaum eine Möglichkeit, gegen die tief stehenden Paulianer zwingende Torchancen herauszuarbeiten. Sebastian Maier Kam in der 73. Minute für Aktivposten Bierofka, wusste aber auch nicht so recht, wie man gegen diese Abwehr von St. Pauli ein Tor schiessen könnte. Colin Benjamin Kam in der 80. Minute für Kai Bülow und zeigte seinen Kollegen sogleich, wie man gegen St. Pauli ein Tor schiessen könnte. Sein Schuss aus 18 Metern ging jedoch knapp am Tor vorbei. Legte in der 88. Minute Kevin Volland den Ausgleich auf die Sohle. 

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Fans

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(Foto: dpa)

Fans 31.600 Zuschauer sorgten für eine beeindruckende Zweitligakulisse, die Nordkurve war bis auf den letzten Platz gefüllt. Waren immer mit dabei, pfiffen, schrien, zitterten und jubelten. Besonders laut in der 88. Minute, als Volland zum verdienten Ausgleich traf. Freuten sich darüber so sehr, dass sie spontan Bengalische Feuer zündeten, woraufhin sie promt vom Stadionsprecher ermahnt wurden. Wenn auch die Mannschaft noch nicht reif genug für die erste Liga scheint, die Fans sind es bestimmt.

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