Eintracht Frankfurt:Kovac hat sich in eine starke Position gebracht

Ein Spieler wie Vallejo ist inzwischen kein Unbekannter mehr, sondern hochbegehrt. Würde er nach Ablauf seines Leihvertrages am Ende der Saison weiter in Frankfurt spielen, wäre das eine kleine Sensation. Innenverteidiger-Routinier David Abraham, von dem Vallejo sagt, er sei für ihn wie ein großer Bruder auf und neben dem Platz, meint: "Der Junge ist viel besser, als ich in dem Alter war." Vallejo gilt als Musterbeispiel einer professionellen Arbeitsauffassung. Aber ob nun die Jungen die Alteingesessenen im Kader mitziehen oder eher die Alten die Jungen, ist nicht wichtig. Fakt ist: Seit Niko Kovac die Eintracht trainiert, hat sie alles, was ihr vorher fehlte: Tempo und Effektivität, Disziplin und Struktur, Selbstvertrauen und Siegeswillen.

Routiniers wie Alexander Meier, 33, Szabolcs Huszti, 33, oder Makoto Hasebe, 32, pressen, gehen in die Tiefe und verteidigen wie Berserker. Kovac sagt: "Wenn die betagteren Spieler laufen könnten ohne Ende, können das die jüngeren auch." Unter Kovac sind viele Profis zügig besser geworden. Bei Rechtsverteidiger Timothy Chandler, Offensivtalent Mijat Gacinovic und Vallejo sind die Steigerungen gewaltig, David Abraham gehört aktuell zu den besten Innenverteidigern der Liga. Gegen den BVB entschied Haris Seferovic die Partie nach seiner Einwechslung für den ausgepumpten Meier (79.) und erklärte brav: "Wenn das Team weiter so punktet, sitze ich gerne auf der Bank und versuche zu helfen." Unter Kovac werden selbst Rebellen zahm.

Vorstand Bobic will mit dem Trainer rasch verlängern

Die Mannschaft zeigt außerdem Nehmerqualitäten: Dass sie kurz nach dem Dortmunder Ausgleich durch Aubameyang (77.) zurückschlug, beweist dies. Harte Arbeit, Leidenschaft und Willensstärke - diese Eigenschaften verkörperte Niko Kovac als Spieler beim FC Bayern, in Leverkusen, bei Hertha BSC und in der kroatischen Nationalelf. Als Trainer lebt er diese Charaktereigenschaften authentisch vor.

Die Entwicklung der Eintracht vom Fast-Absteiger zur konstanten Überraschungself ist der Verdienst dieses unnachgiebig fordernden Trainers. Kovac hat sich in eine starke Position gebracht, zuletzt bemängelte er die Schwächen in der Infrastruktur am Trainingsgelände. Vorstand Bobic ist dennoch frohen Mutes, den im Sommer auslaufenden Vertrag des Trainers verlängern zu können. Niko Kovac hat seiner Elf nun bis Dienstag freigegeben. Aber ab Dienstag, sagt er, passt er dann wieder auf, dass "hier keiner anfängt zu fliegen".

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB