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Eintracht Frankfurt:Warum Eintracht Frankfurt so gut ist

Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund

Der dreiste zweite Streich: Der eingewechselte Frankfurter Haris Seferovic (links) stürmt nach seinem Siegtor gegen Borussia Dortmund davon.

(Foto: Ronald Wittek/dpa)
  • Vergangenes Jahr stand Eintracht Frankfurt vor dem Abstieg in die zwiete Liga.
  • Trainer Niko Kovac hat es aber nun geschafft, eine teilweise erneuerte Mannschaft zwischenzeitlich auf Platz vier zu führen.
  • Hier geht es zur Tabelle der Fußball-Bundesliga.

Jesus Vallejo ist mit 183 Zentimetern für einen Innenverteidiger nicht besonders groß und mit 74 Kilogramm auch nicht besonders kräftig. Und mit 19 Jahren ist er auch noch jung. Eintracht Frankfurts Trainer Niko Kovac aber nennt den schmalen Jungen aus Saragossa "eine Maschine". In der Fußballersprache bedeutet dieser Titel für einen Verteidiger das höchste Lob. Und dass diese Huldigung nicht übertrieben ist, bewies der Spanier einmal mehr beim 2:1 der maschinenhaften Eintracht gegen eine daddelige Borussia aus Dortmund. Vallejos Leistung war überragend. Nach dem Abpfiff gab Jesus mit den schwarzen Locken Auskunft über seine Entwicklung und den Erfolg der Frankfurter, die auf einen Champions-League-Platz hüpften und nun mit 24 Punkten drei mehr haben als Dortmund.

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Jérôme Boateng kann über Kritik seines Chefs nur lachen. Julian Draxler erhebt Selbstanklage und Christian Streich blickt nach unten. Die Ankläger des Bundesliga-Spieltags.

Die Hände hielt Vallejo hinter seinem Rücken verschränkt wie ein Schüler, der gerade abgehört wird. Aber das Bild täuschte: Hier erlebte man jemanden, der genau weiß, was er sagt. Seine großen Augen, sein wacher Blick und der Inhalt seiner Antworten zeugten von großer Überzeugung, aber auch von Demut. Auf die Frage, ob es Grenzen für diese Eintracht gebe, antwortete er: "Ich denke, wir haben es nicht nötig, uns Grenzen zu setzen - weder nach oben noch nach unten." Und ob er den Erfolg erwartet habe, als er im Sommer zur Leihe von Real Madrid zur Eintracht kam? "Die Bereitschaft, über sich hinauswachsen zu wollen, ist nicht verhandelbar."

Noch nie seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995 hatte Frankfurt mehr Ausbeute nach zwölf Spieltagen. Diese Eintracht, die in der Vorsaison nur über Relegationsspiele gegen Nürnberg in der Liga geblieben war, wächst gerade über sich hinaus. Viele neue, unbekannte Spieler aus vielen Ländern kamen im Sommer, die Transferpolitik von Sportdirektor Bruno Hübner und dem neuen Vorstandschef Fredi Bobic wurde argwöhnisch begleitet.

Fünf Monate später herrscht Euphorie: "Cool" findet Bobic die Punkteausbeute. Die Mannschaft lässt das Publikum träumen und träumt selbst, Linksverteidiger Bastian Oczipka sagt: "Wir haben gesehen, wie schnell es gehen kann: Vor drei, vier Jahren sind wir so in den Europapokal gekommen." Seit sechs Spielen ist die Eintracht ungeschlagen, die Fachsprache nennt das "einen Lauf haben".