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DOSB:Hörmann soll Vertrauensfrage stellen

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Alfons Hörmann ist seit 2013 Präsident des DOSB.

(Foto: Tobias Hase/dpa)

"Kann in dieser Art nicht weitergehen": Nach schweren Vorwürfen über den Führungsstil des DOSB-Präsidenten übt die Ethikkommission erhebliche Kritik - und empfiehlt Neuwahlen.

Von Johannes Aumüller, Frankfurt

Nach gravierenden Vorwürfen gegen den Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, soll es bei der Mitgliederversammlung im Dezember eine vorgezogene Neuwahl des kompletten Präsidiums geben. Zu dieser Empfehlung kommt die DOSB-Ethikkommission um den früheren Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), die in den vergangenen vier Wochen die Vorwürfe gegen den Verbandsboss prüfte. Eigentlich sind Hörmann, 60, und seine Präsidiumskollegen bis Ende 2022 gewählt, nun sollen sie sich einer Vertrauensfrage stellen. Angesichts des großen Unmuts im deutschen Sport über Hörmann ist es ein wahrscheinliches Szenario, dass dessen Zeit an der DOSB-Spitze bald vorbei ist.

Die Ethiker formulierten in ihrem am Montag veröffentlichten neunseitigen Bericht erhebliche Kritik in Richtung von Hörmann und der DOSB-Führungscrew. In der jetzigen Art könne es "nicht weitergehen". "Es fehlt offensichtlich wechselseitig an ausreichendem Vertrauen und an dem notwendigen Zutrauen an die Fähigkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern", hält die Kommission fest: "Es gibt zu viel Selbstbespiegelung, Demotivation und Gerüchte, Unzufriedenheit und Unklarheiten. Das ist ein Zustand, der auch mit dem Führungsverhalten von Präsidium und Vorstand zusammenhängen muss."

Auf eine eigene Entscheidung, etwa eine Sanktionierung Hörmanns, verzichten die Ethiker allerdings. Man sei nicht die richtige Instanz, darüber zu entscheiden, ob zwischen allen Beteiligten und insbesondere dem Präsidenten und dem Präsidium gegenüber eine ausreichende Vertrauensbasis bestehe, lautete der Grund; eine klare Empfehlung "in die eine oder andere Richtung würde keine Ruhe in die Debatten bringen". Dies könne nur eine vorgezogene Neuwahl.

Viele Vertreter in den Spitzenverbänden und den Landessportbünden sehen Hörmann kritisch

Der Anlass für die Prüfung der Ethiker war ein anonymer offener Brief, der Anfang Mai im Namen der Mitarbeiterschaft publiziert worden war. Dabei waren vor allem Hörmann eine Reihe von konkreten Verfehlungen vorgeworfen worden. Zudem konstatierten die Autoren generell, dass sich unter Hörmanns Führung eine "Kultur der Angst" im DOSB etabliert habe.

Das Gremium um de Maizière hielt dazu fest, dass es im Rahmen der Prüfung sehr unterschiedliche Meinungen gehört habe, dass aber eine "übergroße Mehrheit" der Hinweisgeber den Tenor des offenen Briefes unterstützt habe. Es sei nun an Hörmann, "zukünftig seinen Führungsstil so zu verändern, dass der Geist von Respekt und Wertschätzung klarer bei Dritten, insbesondere bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu erkennen ist".

Der frühere Ski-Präsident Hörmann ist seit 2013 als Nachfolger von Thomas Bach Chef des DOSB. Bereits bei seiner letzten Wiederwahl gab es wegen seines Führungsstils einen Gegenkandidaten: den Triathlon-Boss Martin Engelhardt. Viele Vertreter in den Spitzenverbänden und den Landessportbünden sehen Hörmann kritisch. Der DOSB erklärte, er werde die Empfehlung der Ethikkommission in seiner am Dienstag stattfindenden Präsidiums- und Vorstandssitzung "intensiv beraten".

© SZ/lib
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