Manuel Akanji Dortmunds vermisster Initiator

Wieder zurück: Manuel Akanji könnte als Rhythmusgeber in der Spieleröffnung gegen Leverkusen eine entscheidende Rolle zukommen.

(Foto: Alex Gottschalk/DeFodi/imago)
  • Borussia Dortmunds Manuel Akanji fehlte fast zwei Monate wegen einer Hüftverletzung. Vor dem Bundesligaspiel gegen Leverkusen an diesem Sonntag steht der Innenverteidiger vor dem Comeback.
  • Zuletzt haben sie beim BVB Gegentreffer nach Flanken oder Ecken als Problem ausgemacht. Mit Akanji sind Hoffnungen auf Besserung verbunden.
  • Selbst dem Offensivspiel könnte Akanji guttun.
Von Sebastian Fischer

Als die Karriere des jungen Fußballers Manuel Akanji vor ein paar Jahren so richtig beginnen sollte, machte sie erst mal eine Pause. Es war im Frühjahr 2016, er hatte noch keine ganze Saison für den FC Basel gespielt, da riss er sich das Kreuzband. Solch schwere Verletzungen zu einem derart frühen Zeitpunkt können Laufbahnpläne von großen Talenten schon mal über den Haufen werfen. Der Schweizer, damals 20 Jahre alt, dachte sich allerdings: "Ich komme stärker zurück."

Akanji, inzwischen 23 Jahre alt, hat damals seine Ankündigung wahrgemacht. Er wurde Nationalspieler, wechselte zu Borussia Dortmund, erarbeitete sich einen Stammplatz in beiden Mannschaften. In der Hinrunde wurden wenige Dortmunder so gelobt wie er, gemeinsam mit dem im Sommer verpflichteten Abdou Diallo bildete er ein souveränes Innenverteidigerduo, es war die Basis für die Tabellenführung mit zwischenzeitlich neun Punkten Vorsprung vor dem FC Bayern. Aber nun, in diesem Winter, musste Akanji seine längste Verletzungspause seit dem Frühjahr 2016 hinnehmen. Und der BVB, inzwischen nur noch mit kleinem Vorsprung Tabellenführer, ist auch davon abhängig, dass sein wichtigster Verteidiger an diesem Sonntag gegen Leverkusen genauso stark zurückkehrt, wie er im Herbst gespielt hat.

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Marco Reus und Lukasz Piszczek fallen weiter aus

Es ist viel von richtungsweisenden Tagen in Dortmund die Rede, da der BVB fünf Spiele in Serie nicht gewonnen hat, aus dem DFB-Pokal ausgeschieden ist und vor dem Achtelfinal-Aus in der Champions League steht. Zwei Personalien, die Aussicht auf Besserung versprachen, bieten weiterhin eher Anlass zur Sorge: Marco Reus, Dortmunds wichtigster Offensivspieler, und Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek fallen verletzt aus. Aber nach fast zwei Monaten Pause wegen einer Hüftverletzung und nach sieben verpassten Spielen kehrt Akanji zurück.

Es ist ein überraschend schnelles Comeback, schließlich war zwischenzeitlich bereits mit einem vorzeitigen Saisonende spekuliert worden. Derart kompliziert schien die Verletzung zu sein, die ihn schon länger plagte und nach dem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf Mitte Dezember aufbrach. "Es war bestimmt nicht einfach", sagte Akanji vor ein paar Tagen im Interview mit dem Vereinssender BVB-TV. Er habe "vier, fünf Spezialisten" konsultiert. Die Entscheidung fiel letztendlich gegen eine Operation und für eine konservative Behandlung. Akanji sagt: "Ich fühle mich jetzt viel besser."

Wer verstehen wollte, wie wichtig Akanji für das Dortmunder Spiel ist, der hörte das nach dem jüngsten 0:0 in Nürnberg am vergangenen Montag in den Antworten von Lucien Favre. Der Trainer wurde in der Pressekonferenz nach dem Fehlen von Marco Reus gefragt und antwortete, er werde nicht über abwesende Spieler sprechen. Dann wurde er gefragt, warum eigentlich Marcel Schmelzer, der Vorjahres-Kapitän, derzeit keine Rolle mehr spiele. Und Favre widersprach seiner gerade aufgestellten Regel und argumentierte mit einem abwesenden Spieler: Akanji kehre ja demnächst zurück.