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Doping - Jena:Holter sieht Dopingurteil als klares Signal

Deutschland
Helmut Holter (Die Linke), Sportminister von Thüringen. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Erfurt/Jena (dpa/th) - Thüringens Sportminister Helmut Holter (Linke) hat das Dopingurteil gegen den Erfurter Arzt Mark S. als "klares Signal gegen Doping und für einen sauberen Sport" begrüßt. Der Prozess gegen den Mediziner sei "wegweisend" gewesen, schrieb Holter am Freitag im Kurznachrichtendienst Twitter. Das Landgericht München II hatte den Mediziner am Freitag wegen Blutdopings zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Außerdem bekam er ein Berufsverbot von drei Jahren auferlegt.

Die Landesärztekammer Thüringen will prüfen, ob in dem Urteil im Strafprozess auch berufsrechtliche Aspekte berücksichtigt sind. Je nach Sachlage seien dann weitere Schritte möglich, sagte eine Kammersprecherin auf Anfrage.

Die Kammer hatte parallel zum Strafverfahren ein berufsrechtliches Ermittlungsverfahren gegen Mark S. eingeleitet. Allerdings sei eine Doppelbestrafung für ein und dasselbe Vergehen rechtlich nicht erlaubt, so dass der Sachverhalt nochmals geprüft werden müsse, hieß es aus der Kammer.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Mark S. mehrere Winter- und Radsportler über Jahre mit Blutdoping behandelte. Zudem verabreichte er einer österreichischen Mountainbikerin in einem Fall ein Präparat, das nicht für den Gebrauch an Menschen zugelassen war. Der 42-Jährige wurde deshalb auch wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt.

Auch dessen vier Helfer wurden in dem ersten großen Strafprozess in Deutschland seit Einführung des Anti-Doping-Gesetzes 2015 schuldig gesprochen. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Das Netzwerk war Anfang 2019 während der nordischen Ski-WM im österreichischen Seefeld aufgeflogen.

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