bedeckt München 23°
vgwortpixel

Djokovic versus Murray:Crystal Meth bei Agassi, Kokain bei Hingis

So hat der ehemalige Weltranglistenerste und mehrmalige Grand-Slam-Turniersieger Andre Agassi nach seinem Karriereende zugegeben, Chrystal Meth konsumiert zu haben. Der Wimbledonsieger John McEnroe schluckte während seiner Aktivenzeit Steroide, wie er bestätigte. Und auch die beiden prägenden Grand-Slam-Gewinner Mats Wilander und Martina Hingis wurden des Kokainmissbrauchs überführt. Es gibt zahlreiche weitere positiv getestete Spieler zum Beispiel aus Argentinien, die sich früher stundenlang im Höchstgeschwindigkeit auf Sand die Bälle um die Ohren hauten.

An sie wird der schottische Wimbledonsieger Andy Murray auch gedacht haben, als er neulich gegenüber der Mail on Sunday Spieler der Tour des Dopings beschuldigte. "Verbesserungen in unserem Sport sind schwer zu beurteilen, jemand kann zum Beispiel seinen Aufschlag umgestellt haben", sagte Murray. "Aber wenn es rein physisch ist, wenn jemand ein Sechs-Stunden-Match nach dem anderen spielt ohne Anzeichen von Erschöpfung, sollte man darauf schauen."

Nadal sagt: "Jetzt ist es zu viel für mich"

Boris Becker hält solche Anklagen für überflüssig und verfehlt. "Es gibt regelmäßige Kontrollen und solange nichts bewiesen ist, sind sie für mich zu hundert Prozent unschuldig", sagte der Trainer von Djokovic bei der Laureus-Verleihung. "Behauptungen aufzustellen, weil jemand einen Grand Slam gewonnen hat oder weil er fitter ist, geht gar nicht. Ich kann immer nur wiederholen: Tennis ist sauber."

Vielleicht sollten sich sowohl Becker als auch Djokovic intensiver mit der Thematik auseinandersetzen. Denn in vielen Fällen haben nicht Dopingtests Sportler überführt, sondern Ermittlungen. Natürlich gibt es auch Politiker, die das Gegenteil bewirken. Als Negativbeispiel gilt dabei die frühere französische Gesundheits- und Sportministerin Roselyne Bachelot. Die hatte vor ein paar Wochen in einer TV-Show behauptet, dass Rafael Nadal mit einer langen Verletzungspause 2012 einen positiven Dopingbefund kaschieren wollte. Der Fall entwickelte sich rasch zum Politikum.

Nadal, der sonst meist über Topspin-Schläge und seine Form spricht, will nun gegen jede Person juristische Schritte einleiten, die ihm Doping unterstellt. "Das alles ermüdet mich", bekannte der Spanier. "Seit ich fünf Jahre alt bin, arbeite ich viel, immer mit Ehrlichkeit, Leidenschaft, Intensität und Liebe für den Sport." Bislang habe er nie auf Vorwürfe reagiert, weil er die Absender für unseriöse Personen gehalten habe. Ab sofort werde Nadal anders vorgehen - und sich "rechtlich dagegen wehren". Denn: "Jetzt ist es zu viel für mich."

Markus Günthardt, der in Madrid lebt, kann Nadal gut verstehen. "Solche Anschuldigungen bleiben ein Leben lang haften. Da kann Rafael machen, was er will." Ob Maria Scharapowa noch mal in Stuttgart aufschlagen wird, kann niemand voraussagen. Falls sie es tut, dürfte überall in der Arena wieder ihr Konterfei zu sehen sein.

Tennis Andre Agassi hilft Angelique Kerber zurück in die Balance
Tennis

Andre Agassi hilft Angelique Kerber zurück in die Balance

Nach ihrem Australian-Open-Sieg fiel sie in ein Loch, jetzt präsentiert sich die Tennisspielerin beim Turnier in Stuttgart gereift. Dafür ist auch Ex-Profi Agassi verantwortlich.   Von Gerald Kleffmann