Deutsche Nationalmannschaft Wird Marco Reus der älteste Feldspieler sein?

Löw weiß, dass viele sich von ihm gleich nach der WM einen radikalen Schnitt gewünscht hatten, dass viele es nicht verstanden, als er - vom Rücktritt von Mesut Özil abgesehen - nur Stammspieler Sami Khedira, 31, vorerst nicht mehr nominierte. Die große Veränderung war es zunächst, Joshua Kimmich auf Khediras Position auf der Sechs zu schieben. Nach den Eindrücken von Paris vor einem Monat weiß Löw nun, dass er ein bisschen mehr verändern kann, ohne großartig nervös zu werden.

Vor den Partien gegen Russland und die Niederlande hat er den um Fitness kämpfenden Jérôme Boateng, 30, nicht nominiert, der nächste Schritt, auch wenn Löw genau wie Bierhoff die Vorläufigkeit dieser Maßnahme betonte. Löw hat sicher registriert, dass der Münchner Mats Hummels am Samstag erkältet von Dortmundern überlaufen wurde; dass dessen Kollege Thomas Müller zuletzt manchmal auf Geistesblitze des Trainers Niko Kovac angewiesen war, um überhaupt zum Einsatz zu kommen.

Da auch Julian Draxler zumindest gegen Russland wegen eines Trauerfalls in der Familie ausfällt, ist davon auszugehen, dass die nächste Aufstellung mindestens ähnlich jung aussieht wie zuletzt, als neben Werner und Sané Serge Gnabry stürmte und mit Hummels Niklas Süle und Matthias Ginter verteidigten.

Womöglich könnte am Donnerstag Marco Reus der älteste deutsche Feldspieler sein - wenn er gesund ist. Dass der Dortmunder, mit 29 in der wohl besten Form seines Lebens, am Dienstag im Training fehlte, hatte nichts mit dem Umbruch zu tun, sondern mit einer Fußprellung.

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Marco Reus

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