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DFB-Pokal:Umstrittener Elfmeter hilft Frankfurt

Eintracht Frankfurt - Werder Bremen

Schiedsrichter Felix Zwayer entscheidet nach Video-Studium auf Elfmeter

(Foto: dpa)
  • Eintracht Frankfurt zieht als letzte Mannschaft ins Halbfinale des DFB-Pokals ein.
  • Ein Eingriff des Video-Schiedsrichters erregt die Gemüter, Bremen hadert mit einem vermeintlichen Handspiel und verliert 0:2.
  • Filip Kostic muss nach einem groben Foul an Ömer Toprak vom Platz.
  • Alle Ergebnisse finden Sie hier.

Von Johannes Aumüller, Frankfurt

Kurz nach Beginn der zweiten Hälfte war es, als die Ultras von Eintracht Frankfurt genüsslich begannen, einen Schriftzug zu entrollen. Schon vor dem Spiel hatten sie den Trainer Adi Hütter mit einem ungewöhnlichen Notfallplan versorgt: "Adi, meld dich, wenn du ne Spielunterbrechung brauchst", stand auf einem der Plakate. Aber auch wenn Hütter aufgrund des Spielverlaufes ganz offenkundig keine Auszeit brauchte, begannen die Ultras irgendwann, ihre Beiträge zur Fan-, Hopp- und Kollektivstrafen-Debatte dieser Tage beizusteuern. "Dietmar Hopp, du Sohn einer", war da zu lesen, fast eine Minute lang, bis ein Fan den Rest entrollte: das Wort "Mutter" und ein Smiley. Das Wort "Hurensohn" wiederum, das bekam eine halbe Stunde später auf einem anderen Plakat nur der DFB als solcher ab.

Aber weil diese Spruchbänder nicht einmal Schiedsrichter Felix Zwayer als Beleidigung aufzufassen vermochte, konnte die Partie gegen Werder Bremen ordnungsgemäß fortgeführt werden - und Frankfurt am Ende den nächsten Pokalerfolg bejubeln. Mit einem 2:0 (1:0) zog die SGE nach Treffern von André Silva und Daichi Kamada ins Halbfinale ein.

Die Leistungen der Frankfurter in dieser Saison lassen sich ja in ein auffälliges Raster einteilen. In der Liga sind die Darbietungen eher durchwachsen, verblüffenderweise vor allem gegen die Teams, die nicht im oberen Tabellendrittel stehen. Aber sobald auf dem Spielberichtsbogen das Wörtchen "Pokal" vermerkt ist, läuft es - egal ob Europapokal oder DFB-Pokal.

An diesem Mittwochabend in Frankfurt war es zunächst allerdings nicht so einfach, die Pokal-Eintracht wahrzunehmen. Hütters Mannschaft begann zwar durchaus engagiert und druckvoll, zwingende Torchancen aber gab es nicht. Ein Linksschuss von Martin Hinteregger nach einer Ecke (32.) war noch das Gefährlichste, was herauskam. Werder wiederum brauchte eine gewisse Anlaufzeit, kam dann aber zu zwei sehr guten Möglichkeiten. Doch einen Kopfball von Davie Selke (35.) wehrte Frankfurts Torwart Kevin Trapp ebenso stark ab wie einen Schuss von Maximilian Eggestein aus knapp 20 Metern (42.).

Unterbrechung wegen Feuerwerkskörpern

So schienen sich dann schon alle mit einem 0:0 als Pausenstand abgefunden zu haben - bis zu einer bemerkenswerten Szene in der Nachspielzeit. Von links kam eine Flanke in den Bremer Strafraum, und in der Mitte näherten sich der Kopf des angreifenden Timothy Chandler und der weit ausgestreckte Arm des verteidigenden Ludwig Augustinsson dem Ball. Und weil Schiedsrichter Zwayer nach einem längeren Videostudium zu dem Schluss kam, dass der Bremer Abwehrspieler den Ball regelwidrig mit der Hand berührt habe, durfte sich Frankfurts Angreifer André Silva noch an einem Elfmeter versuchen, den er sicher verwandelte.

Es wurde nach dem Seitenwechsel nicht wirklich chancenreicher, aber gleich die erste richtige Gelegenheit brachte die Vorentscheidung. In der 60. Minute flankte Filip Kostic von links, und in der Mitte vollendete Kamada zum 2:0 - wobei er dabei unwirklich frei stand. Die Bremer hatten danach zwar öfter den Ball, aber nicht wirklich gute Ideen. Die Frankfurter wiederum verpassten mehrmals das 3:0. Aber noch unangenehmer war mit Blick auf die nächsten Ziele, dass der zuletzt wieder formstarke Kostic nach einem Tritt in die Hacken von Ömer Toprak noch eine rote Karte sah. Toprak wurde verletzt ausgewechselt und mit Verdacht auf Wadenbeinbruch ins Krankenhaus gebracht. Die Befürchtungen bestätigten sich aber nicht: Toprak zog sich eine Riss-Quetschwunde an der Wade zu.

Ach ja, und eine fanbedingte Unterbrechung gab es doch noch. Allerdings nicht wegen eines Spruchbandes zu Hopp, sondern weil im Werder-Block kurz nach der Pause diverse Feuerwerkskörper gezündet wurden.

© SZ vom 05.03.2020/ska
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