Deutsche Nationalmannschaft:Schweinsteiger ist wieder da

Lesezeit: 2 min

Der DFB-Kapitän erklärt selbstbewusst, er werde rechtzeitig fit für die EM in Frankreich. Bundestrainer Löw ist da vorsichtiger.

Von Carsten Eberts

Für einen, der laut öffentlicher Meinung an drei Krückstöcken gehen müsste, machte Bastian Schweinsteiger einen fidelen Eindruck. Kräftigen Schrittes betrat er das Podium zur ersten DFB-Pressekonferenz im Trainingslager in Ascona am Lago Maggiore, die Haare konzentriert zur Seite gegelt, den Blick fokussiert. Er wollte nicht erst in wenigen Tagen das Wort ergreifen, auf der zweiten oder dritten Pressekonferenz im Tessin, wenn das Training längst läuft, sondern gleich zu Beginn.

Schweinsteiger hatte eine Botschaft, die unters Volk gebracht werden sollte. Sie lautete verkürzt: Macht euch keine Sorgen!

Er sei bis jetzt "völlig im Plan", was die EM angeht, erklärte der Kapitän, der die Saison bei seinem Klub Manchester United mit einer Knieverletzung beendet hatte. Er habe in den letzten zwei, drei Wochen viel trainieren können, bis zu dreimal am Tag. Auch die letzte Tomographie bei DFB-Arzt Müller-Wohlfarth in München sei unauffällig gewesen.

Wie wird Schweinsteigers Rolle bei der EM aussehen?

"Mir geht es gut, ich bin sehr zuversichtlich", sagte Schweinsteiger also. Er werde in den kommenden Tagen versuchen, sich "noch mehr ranzubringen" an die Mannschaft, "peu à peu". Und er werde schließlich fit sein, wenn am 10. Juni die EM beginnt.

Viel war über Schweinsteigers Rolle im vorläufigen EM-Aufgebot von Bundestrainer Joachim Löw gesprochen worden. Ob er wirklich wieder fit werden könne bis zum Turnierstart? Oder ob er nur als Zählkandidat nominiert sei, den Löw bei seiner finalen Nominierungsrunde zu Hause lassen würde? Manche vermuteten sogar, der Bundestrainer werde seinen Kapitän auch verletzt mit nach Frankreich nehmen - als Motivator, der seine Auftritte neben dem Platz hat, nicht auf dem Platz.

Alles Quatsch, erklärte Schweinsteiger. Vor der WM 2014 sei er "in einem schlechteren Zustand gewesen", sagte er und lachte. Wie das ausging, ist bekannt: Schweinsteiger stieg in Brasilien mitten im Turnier ein und führte die Mannschaft aufopferungsvoll zum WM-Titel.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB