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Davis Cup:Piqué bezirzt Federer und Zverev

ITF-Präsdeint David Haggerty (links) und Gerard Piqué mit der Davis-Cup-Trophäe.

(Foto: AFP)
  • Piqué hat als Präsident der Investmentgruppe Kosmos den Davis Cup von Grund auf reformiert.
  • Einige seiner Kritiker lobt Piqué und kündigt an, sich mit Roger Federer treffen zu wollen.
  • Nebenbei verrät er, dass Lionel Messi auch in das Projekt investiert.

Gerard Piqué vom FC Barcelona ist ein Verteidiger von großer finezza und Kreativität. Wie wenige seines Fachs beherrscht er die Kunst der Spieleröffnung. Dass er ein Meister der kreativen Defensive ist, merkt man aber auch an einem Konferenztisch.

Madrid, Donnerstagabend. Piqué, im Nebenjob Chef einer Investmentgruppe namens Kosmos, hat mit dem Präsidenten des internationalen Tennisverbandes ITF, dem Amerikaner David Haggerty, zur Auslosung für die Endrunde des Davis Cup sowie zu einer Gesprächsrunde geladen. Es wird dabei auch um die Vielzahl der Angriffe gehen, die er abwehren musste, seit er im Sommer 2018 den Zuschlag für die renommierte Veranstaltung erhalten hatte. Zur Erinnerung: Die Kosmos Group kündigte an, in den kommenden 25 Jahren drei Milliarden US-Dollar in die ITF zu pumpen, doch weil im Gegenzug das Format des 118 Jahre alten, traditionsreichen Tenniswettbewerbs gravierend verändert wurde (Abschaffung des Best-of-three-Modus, Einführung einer Endrunde mit 18 Mannschaften statt K.-o.-System von Runde eins an, damit weniger Heimspiele), heulte die Branche auf, wurde Piqués Engagement als feindliche Übernahme interpretiert.

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"Ich kann verstehen, dass es heikel oder seltsam wirken kann, wenn ein Fußballer in die Tenniswelt einfällt", sagte er und deutete an, dass er die Kritik für überzogen hält. "Am Ende des Tages verändere ich doch nicht die Tennisregeln."

Piqué hält ein Treffen mit Federer für notwenig

Besonders getroffen hat ihn die manchmal ins Ätzende hineinlappende Skepsis von Profis und Ex-Profis, die teilweise Interessen verfolgen, die Piqués neuem Turnier zuwiderlaufen. Roger Federer, "mein Idol", wie Piqué charmierte, wird beim ersten Finalturnier, das vom 18. bis zum 24. November in Madrid stattfindet, nicht teilnehmen, was faktisch sportliche Gründe hat; die Schweiz hat sich nicht qualifiziert. Aber selbst wenn es das Land geschafft hätte - Federer hätte verzichtet; somit fiel die Schweiz von vornherein als Kandidat für eine der zwei Wild Cards weg.

Erschwerend auch: Federer hat seine Finger bei einem konkurrierenden Mannschaftswettbewerb im Spiel, dem im September anstehenden Laver Cup. Bislang, sagte Piqué, habe er mit Federer "noch nicht persönlich gesprochen, aber ich werde es versuchen, denn ich denke, es ist notwendig". Der Serbe Novak Djokovic wiederum, derzeit Nummer eins der Weltrangliste, ist Chef der Spielergewerkschaft ATP, "dessen Präsidium eigene Interessen verfolgt" und im Januar in Australien einen weiteren Teamwettbewerb (ATP Cup) veranstalten wird. Mit Djokovic sei man immerhin im Gespräch. Auch mit der derzeitigen Nummer drei, Alexander Zverev, will er den Dialog suchen. Zverev hatte sich mit Deutschland für die Endrunde qualifiziert, aber nach dem Erstrundensieg gegen Ungarn erneut bekundet, dass er nicht an der Madrider Finalwoche teilnehmen wird; Deutschland trifft dort auf Argentinien und Chile in der Gruppenphase.

"Er ist ein großartiger Typ, sehr jung und doch sehr reif", sagte Piqué über Zverev, "und wir wollen ihn dabeihaben. Er hatte eine große Rolle bei der Qualifikation Deutschlands für die Endrunde, da würde es nur sinnvoll sein, wenn er spielt", sagte Piqué weiter. Vor allem aber zählt er auf Rafael Nadal, andernfalls wäre die 12 000 Zuschauer fassende Caja Mágica, ein Tennis-Komplex im Süden Madrids, kaum zu füllen. Und ein guter Start wäre nicht nur wichtig, um die Skeptiker eines Besseren zu belehren, auf dass sie sagen: "Der Davis Cup lebt noch!" Sondern auch, um dem Businessplan der Kosmos Group und der ITF zu dienen. Drei Milliarden Dollar wollen auch erst einmal verdient sein - auch wenn sich die Laufzeit des Kosmos-Versprechens auf ein Vierteljahrhundert erstreckt und Piqué immer wieder versichert, dass es ihm vor allem um den Sport gehe und weniger ums Geld.