Barcelona-Profi Lionel Messi mischt beim Tennis mit

Barca-Profi Lionel Messi.

(Foto: Getty Images)
  • Lionel Messi ist nach Angaben seines Barcelona-Mitspielers Gerard Piqué beim Davis-Cup-Investor Kosmos involviert.
  • "Er ist Teil der Familie", sagte der Verteidiger, ohne nähere Angaben über Messis Anteil an dem Unternehmen zu machen.
  • Piqué hat als Präsident der Firma den Davis Cup von Grund auf reformiert - die Reform stößt in der Tennis-Szene auf Kritik.
Von Javier Cáceres, Madrid

Am Donnerstagabend stand im Rathaus von Madrid der Davis Cup - jene legendäre Tennis-Trophäe, um die es in den vergangenen Monaten viel Aufregung gab. Genau seit Gerard Piqué, ein Fußballprofi des FC Barcelona, als Präsident der Investmentfirma Kosmos Group dem Internationalen Tennisverband ITF drei Milliarden US-Dollar über 25 Jahre versprach - und den Wettbewerb von Grund auf reformierte. In der Tennis-Szene rümpften die Insider die Nase, besonders lautstark mokierte sich Australiens Teammanager Lleyton Hewitt.

Dass ein Fußballer im Davis Cup das Sagen habe, sei so, "als würde ich Dinge bei der Champions League verändern wollen", ätzte der frühere Weltklassespieler. Nun, der Einfluss der Kicker ist größer als bekannt: In einem Gespräch mit sieben Zeitungen aus sieben Ländern, darunter der SZ, verriet Piqué am Rande der Davis-Cup-Finalauslosung, dass sein wohl berühmtester Spielkamerad vom FC Barcelona ebenfalls bei Kosmos "involviert" sei: der fünfmalige Weltfußballer Lionel Messi. "Er ist Teil der Familie", sagte der Verteidiger, ohne nähere Angaben über Messis Anteil an Kosmos zu machen.

Beim Davis Cup trifft Deutschland auf Argentinien und Chile

Piqué beteuerte aber, dass Messi ein großer Liebhaber des Sports sei: "Er liebt Tennis." Piqué hat mit Messi schon in der Jugend des FC Barcelona zusammengespielt, sie kennen einander seit achtzehn Jahren. Auch andere frühere und jetzige Spieler seien Tennisfreunde, mit dem einen oder anderen habe er auch gespielt, häufig mit Cesc Fábregas, der nun beim AS Monaco spielt. Mit Messi hingegen "nie". Ob Messi für die Davis-Cup-Finalwoche (18. bis 24. November) schon Interesse an Karten bekundet habe, verriet Piqué nicht. Ausgeschlossen ist das aber nicht, Argentinien ist wie Deutschland für die erstmals im neuen Format ausgetragene Endrunde mit 18 Ländern qualifiziert. Die Auslosung ergab, dass Argentinien und Deutschland in der Vorrundengruppe C aufeinander treffen; komplettiert wird das Trio mit Chile.

Dass der Davis Cup da und dort umgetauft und in den Gazetten "Piqué Cup" getauft wurde, wurmt Piqué übrigens gewaltig: "Ich hasse es!", rief er. Dass das nun erstmalig bekannt gewordene Engagement Messis dazu führen könnte, dass der Davis Cup in Messi Cup umgetauft werden könnte, schmeckt Piqué auch nicht sonderlich. "Fangt bloß nicht damit an, sonst werden die Leute anfangen, das zu benutzen", sagte Piqué.

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