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Coronavirus:Italiens Sport kommt zum Erliegen

Die Zwangspause trifft auch Juventus Turin und Cristiano Ronaldo.

(Foto: AFP)
  • Wegen der Verbreitung des Coronavirus hat Italien alle Sportwettbewerbe bis zum 3. April ausgesetzt.
  • "Es tut mir leid, aber alle Tifosi müssen das akzeptieren", erklärte auch der italienische Premierminister Giuseppe Conte.
  • Betroffen sind auch die Fußballspiele in der Serie A.

Das Coronavirus hat Italien fest im Griff: Das Land hat die Sperrmaßnahmen vorläufig bis zum 3. April auf das gesamte Staatsgebiet ausgeweitet. In dieser Zeit ist auch der Sport davon betroffen. Alle Mannschaftswettbewerbe werden ausgesetzt - unter anderem die höchste Fußball-Liga Serie A, die zuletzt bereits nur noch Geisterspiele absolviert hatte. Diese Entscheidung gab Italiens Nationales Olympisches Komitee (Coni) am Montagabend bekannt.

"Es gibt keinen Grund, die Sportveranstaltungen fortzusetzen, und ich denke dabei an die Fußballmeisterschaft. Es tut mir leid, aber alle Tifosi müssen das akzeptieren", erklärte auch der italienische Premierminister Giuseppe Conte am Montagabend. Ob die Spiele der Champions League und der Europa League ebenfalls betroffen sind, erläuterte Conte nicht.

Ebenfalls unklar blieb zunächst, was diese Entscheidung für die italienische Fußball-Nationalmannschaft bedeutet. Am 31. März soll der viermalige Weltmeister Testspielgegner Deutschlands in der Vorbereitung auf die Europameisterschaft sein. Allerdings steht hinter der Austragung dieses Spiels bereits seit einigen Tagen ein großes Fragezeichen. Die Stadt Nürnberg hatte sich dafür ausgesprochen, die Partie abzusagen oder als Geisterspiel zu absolvieren.

Coni teilte mit, dass internationale Wettbewerbe, sowohl für Vereine als auch für Nationalmannschaften, die nicht in die Zuständigkeit des Italienischen Nationalen Olympischen Komitees fallen, durch diese Entscheidung des Nationalen Olympisches Komitees nicht tangiert seien.

Geisterspiel auch im Handball?

Den deutschen Handballern droht ein Geisterspiel in Magdeburg: Aufgrund der Coronavirus-Epidemie könnte das Debüt des neuen Bundestrainers Alfred Gislason gegen die Niederlande am Freitag ohne Zuschauer oder nur vor kleiner Kulisse stattfinden. Die Stadt Magdeburg teilte am Montag mit, dass sie "ab sofort" und "bis auf Weiteres Konzerte, Sport- und andere Veranstaltungen mit mehr als 1.000 BesucherInnen" untersage.

"Das ist natürlich sehr ärgerlich, wenn es so ist", sagte Gislason beim TV-Sender Sky: "Es wäre schön gewesen, mit vielen Zuschauern in einer vollen Halle in Magdeburg zu spielen." Axel Kromer, Sportvorstand beim Deutschen Handballbund (DHB), stellte klar, dass "wir den Test brauchen". Daher richtete er den Fokus auf das Sportliche: "Aktuell geht es für mich darum, die Mannschaft Richtung Olympia zu bringen - und die Begleiterscheinungen irgendwie zu meistern."

© SZ.de/dpa/sid/ebc
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