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Chronologie der Hoeneß-Affäre:Staatsanwaltschaft überrascht Hoeneß im Bademantel

  • Ende Januar 2013: Gegen Hoeneß wird ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der Steuerhinterziehung eingeleitet - ein Routinevorgang bei Selbstanzeigen. Greift die Selbstanzeige, würde das Verfahren wieder eingestellt werden. Doch in der Eile sind die Dokumente offenbar nicht vollständig eingereicht worden. Oder machen die Ermittler etwas anderes stutzig?
  • März 2013: Die Staatsanwaltschaft München II beantragt beim Amtsgericht einen Haftbefehl gegen Hoeneß, zudem eine Durchsuchung für sein Büro und das Haus am Tegernsee. Die Anwälte vermuten, dass die Selbstanzeige unwirksam ist. Das Gericht bestätigt den dringenden Tatverdacht.
  • 20. März 2013: Hoeneß' Haus am Tegernsee wird durchsucht. "Am 20. März änderte sich dann mein Leben, morgens um sieben. Da läutete es an der Tür in meinem Haus am Tegernsee, ich war im Bademantel, und da stand die Staatsanwaltschaft vor der Tür. Da begann die Hölle für mich", sagt Hoeneß Anfang Mai in der Zeit. Er wird vorläufig festgenommen, hinterlässt später eine Kaution in Höhe von fünf Millionen Euro und wird wieder auf freien Fuß gesetzt. Hoeneß muss sich vorübergehend zweimal pro Woche bei der Polizei melden und ist zunächst seinen Pass los.
  • 20. April 2013: Der Fall Hoeneß wird publik. Der Focus veröffentlicht einen Artikel über die Ermittlungen gegen Hoeneß und seine Selbstanzeige. Hoeneß bestätigt, dass es Ermittlungen gegen ihn gibt. Horst Seehofer, bayerischer Ministerpräsident sagt, er habe "seit geraumer Zeit" vom Verfahren gegen Hoeneß gewusst. Die Landesregierung gibt später an, das Finanzministerium habe bereits seit 17. Januar von der Selbstanzeige gewusst, Seehofer sei am 25. Januar über das Ermittlungsverfahren informiert worden.
  • 21. April 2013: Hoeneß meldet sich zu Wort: Er schließt seinen Rücktritt als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des FC Bayern aus. Er kündigt an, sich gegen "die Exzesse in einigen Berichterstattungen" anwaltlich zur Wehr setzen zu wollen.
  • 22. April 2013: Bundeskanzlerin Angela Merkel wendet sich von Hoeneß ab: "Viele Menschen in Deutschland sind jetzt enttäuscht von Uli Hoeneß, die Bundeskanzlerin zählt auch zu diesen Menschen", lässt Regierungssprecher Steffen Seibert ausrichten. Der FC Bayern steht geschlossen hinter Hoeneß.
  • 23. April 2013: Die Meldeauflagen bei der Polizei werden zurückgenommen, Hoeneß bekommt seinen Pass zurück. Wenige Stunden vor dem Champions-League-Halbfinale zwischen Bayern und Barcelona berichtet die Süddeutsche Zeitung, dass es einen Haftbefehl gegen Hoeneß gab und er im März vorläufig festgenommen worden war. Am Abend sitzt Hoeneß im Münchner Stadion auf der Tribüne und schaut sich den 4:0-Sieg der Bayern an. Ehrenpräsident Franz Beckenbauer sagt bei Sky: "Uli Hoeneß ist kein Betrüger, da ist ihm irgendein Fehler unterlaufen."
  • 26. April: Mehrere Medien berichten, dass Mitglieder des Aufsichtsrats von Uli Hoeneß abrücken. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und des "Handelsblatt" wollen sie ihn dazu bewegen, seine Ämter bis zur Klärung der Vorwürfe gegen ihn ruhen zu lassen. Auf der Aufsichtsratssitzung im Mai wird es dann jedoch anders kommen.