Champions-League-Finale der Frauen:Duell auch um die europäische Torjägerkrone

Lesezeit: 3 min

Lair hat diese leidenschaftliche Einstellung zum Fußball in Ruanda gefunden, dessen Nationalteam er vor seinem Engagement im Frauenfußball für kurze Zeit trainierte. Niemand wusste dort, was am nächsten Tag ist, wertvoller noch als Titel waren dort die sichtbaren Entwicklungen und die Momente, in denen etwas gelingt. Tag für Tag arbeitet Lair seitdem an diesen Momenten, und auch seine Mannschaft, die zum Großteil aus der Stammachse der französischen Nationalelf besteht, hat Spaß daran, sich trotz aller Erfolge stetig weiterzuentwickeln. Die Titel sind nur die logische Folge davon.

Allen voran Lotta Schelin, die personifizierte Torgefahr des Titelverteidigers, hat ihr Talent in Lyon auf ein neues Niveau gehoben. 136 Tore in bislang 134 Spielen hat die schwedische Nationalstürmerin für Olympique geschossen. Erst vergangene Woche verlängerte die 29-Jährige, die seit 2008 in Frankreich spielt, für weitere drei Jahre in Lyon. "Ich bin glücklich hier und wüsste nicht, warum ich wechseln sollte", sagte Schelin.

In London wird ihr Conny Pohlers gegenüberstehen, die mit 34 Jahren nicht nur eine der Erfahrensten, sondern auch die Älteste im Kader des VfL Wolfsburg ist. Mit bisher acht Treffern in dieser Champions-League-Saison streitet sie sich mit Schelin (bislang sieben Tore) im Finale auch um die europäische Torjägerkrone. Daran denkt die gebürtige Sächsin aber nicht, denn sie weiß: Ein Sieg gegen Lyon an diesem Donnerstag, durch ein Tor von wem auch immer, wäre eine kleine Sensation. "Egal, wie es ausgeht, wir können jedenfalls definitiv erhobenen Hauptes vom Feld gehen", sagt Pohlers. "Denn auch, wenn es nicht klappen sollte, haben wir in diesem Jahr richtig viel erreicht."

Das hat auch Lyons Trainer Lair registriert: "Was ich von außen verfolgen kann, ist, dass sie da in Wolfsburg ein interessantes Projekt haben." Die Arbeit von Trainer Ralf Kellermann, der auf Verena Faißt (Pfeiffersches Drüsenfieber), Selina Wagner (Knie) und möglicherweise auf Alexandra Popp (Knöchel) verzichten muss, hat internationales Interesse geweckt. Silvia Neid sagt: "Wenn Lyon einen guten Tag hat, ist Wolfsburg auf Augenhöhe. Wenn Lyon einen sehr guten Tag hat, wird es schwer." Sehenswert wird es allemal.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB