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5:0 gegen Düsseldorf:Dortmund stürmt mit Genuss

Borussia Dortmund - Fortuna Düsseldorf

Doppelpacker unter sich: Dortmunds Marco Reus (links) jubelt mit Jadon Sancho.

(Foto: dpa)

Seit sich Jupp Heynckes endgültig auf sein Gut am Niederrhein zurückgezogen hat, um sein Dasein als Rentner zu genießen, ist Friedhelm Funkel so etwas wie der Elder Statesman der Bundesliga. Das Wort des 65-Jährigen hat Gewicht, vor einigen Tagen hat der Trainer von Fortuna Düsseldorf eine Lanze für den Dortmunder Kollegen Lucien Favre gebrochen. Er halte es für "nicht nachvollziehbar und teilweise unmenschlich, wie einige Medien ihn nach jedem Spiel angreifen. Man muss auch mal an den Menschen denken", gab der Rheinländer zu Protokoll. Und weiter: "Er ist doch kein Roboter."

Das war durchaus nett gemeint, aber nicht misszuverstehen. Funkel und sein Team würden dem BVB mit Sicherheit nicht kampflos die Punkte überlassen, um die Position von Favre zu stärken. Den Sieg mussten sich die Dortmunder schon verdienen, und das würde nach den Eindrücken der letzten Saison alles andere als ein Spaziergang. Ein Sieg und ein super Auftritt beim 2:3 beim BVB - die Fortuna zeigte gegen das börsenorietierte Fußballunternehmen, dass es durchaus in der Lage ist, mitzuhalten.

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Nun am kühlen Dezembertag wurde die Fortuna allerdings mächtig durchgerüttelt von starken Borussen. 5:0 (1:0) siegte der BVB im ausverkauften Dortmunder Stadion. Marco Reus (2), Jadon Sancho (2) und Thorgan Hazard trafen für die Dortmunder - ein Torfeuerwerk. Und der BVB hätte das Ergebnis durchaus noch deutlicher gestalten können. "Wir sind hier komplett unter die Räder gekommen", sagte Düsseldorfs Innenverteidiger André Hoffmann. Der starke Spielgestalter Julian Brandt betonte, "dass wir alle einen sehr starken Tag erwischt und vor Spielfreude geradezu gestrotzt haben. Man hat gesehen, was in uns steckt."

Zuletzt versteckten die Dortmunder ihr Talent

Die Aussage war bemerkenswert, denn in den holprigen letzten Wochen hatten es die Dortmunder immer wieder geschafft, das üppig vorhandene Talent und die technischen Fähigkeiten zu verstecken, die ja zweifellos in diesem Kader vorhanden sind. Gegen Düsseldorf raffte sich der BVB zu seiner besten Saisonleistung auf, ging wesentlich robuster, wehrhafter und entschlossener zu Werk, als bei vielen seiner merkwürdig leblosen Auftritte und überrollte die mitleidenswert unterlegene Fortuna mit mitreißendem Tempo- und Kombinations-Fußball.

Vor allem Marco Reus dürfte den Sturmlauf mit großem Genuss und noch viel mehr Genugtuung erlebt haben. Der "Fußballer des Jahres" geht als Kapitän zwar verbal voran und stellt sich auch nach dürftigen Darbietungen allen Fragen, doch auf dem Rasen gaben die Leistungen des Nationalspielers zuletzt reichlich Rätsel auf. Reus wirkte zunehmend verunsichert, sein Trainer und Förderer indes nicht. "Ein Spieler kann nicht regelmäßig in einer Top-Top-Form sein", fand Lucien Favre vor Spielbeginn: "Du hast manchmal ein Loch. Das gilt für jeden Spieler in Deutschland - und auf der Welt." Das sollte so viel heißen wie: Abwarten, das wird schon wieder.

Geduld und Gelassenheit gehören zu den positiven Charaktereigenschaften des Schweizers. Und siehe da: Er sollte Recht behalten. All die Debatten "berühren mich nicht", gab Reus, der mit zwei Erfolgserlebnissen und einem Assist an drei Toren beteiligt war, zu Protokoll: "Ich bin lange genug dabei und weiß selbst, dass ich in den letzten Wochen nicht meine besten Leistungen gebracht habe. Die Kritik war ja berechtigt."

Dortmund fahndet nach einem Stürmer

Alles gut also bei der Borussia, die Krise ist nun auch offiziell beendet, nachdem der BVB den FC Bayern überholt hat. In in dieser Verfassung hat Dortmund alles, nur kein Offensivproblem. Dennoch fahndet sie nach einem weiteren Stürmer, der verpflichtet werden soll, wenn das winterliche Transferfenster öffnet. Zuletzt kursierte der Name Erling Haaland im Revier. Der Norweger hat in dieser Saison für RB Salzburg in 20 Pflichtspielen 27 Tore erzielt, in fünf Champions-League-Einsätzen traf er acht Mal. Auf den 19-Jährigen, der mit 1,91 Metern exakt dem gesuchten Profil eines Brechers entspricht, in der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Düsseldorf angesprochen, grinsten sich Favre und BVB-Pressesprecher Sascha Fligge vielsagend an. Es sei "noch kein Thema, darüber zu sprechen", betonte der Schweizer: "Wir sind an mehreren Spielern interessiert, aber man weiß, dass es im Winter sehr schwer wird, einen Transfer zu machen."

Vielleicht würde es ja den Gang der Dinge erleichtern, wenn die Meldung stimmt, Haaland habe beim österreichischen Meister in seinem Arbeitspapier eine auf 20 Millionen Euro festgeschriebene Ausstiegsklausel verankert ist. Auf die Personalie beim Bezahlsender Sky angesprochen, blieb sich Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc selbst treu und übte sich in der ihm eigenen westfälischen Zurückhaltung: "Der Spieler gehört Red Bull Salzburg, es ist eine Frage des Respekts, dass wir nicht über ihn sprechen. Dabei sollten wir es belassen."

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