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BVB-Aus gegen Werder:Ein Leuchtturm für die eigene Mannschaft

Und dann, wie gesagt, kam Erling Haaland. Der große blonde Bub ist einer, der die Statik eines Spiels verändert, ein Angstfaktor für den Gegner und ein Leuchtturm für die eigene Mannschaft: Er weist seinen Spielern sicher den Weg in die gefährliche Zone, die immer dort ist, wo er steht. Dortmunds Druck wuchs sofort, erdrückend wurden die Gäste in der 67. Minute, als eine Hereingabe von Julian Brandt von Haaland über die Linie gezwungen wurde. Hätte der erst 17-jährige Giovanni Reyna eine Minute später die Nerven behalten, Werder wäre höchstwahrscheinlich mit fliegenden Fahnen untergegangen.

Doch es kam anders, auch, weil Erling Haaland eben doch auch nur ein Mensch ist und den Ball am Tor vorbei setzte, nachdem Brandt ihn spektakulär frei gespielt hatte (73.). Ein Fehlschuss zum für die Bremer bestmöglichen Zeitpunkt, denn sie führten da schon wieder mit zwei Toren Vorsprung, weil Milot Rashica im sechsten Pokalspiel hintereinander für seine Elf traf. Zum Wunderstürmer hat ihn dafür noch niemand erklärt, auch wenn der Spielstand zu diesem Zeitpunkt nach den Standards des Fußball einem Wunder glich.

Es war jetzt bereits ein Pokalspiel, das alle Erwartungen weit übertroffen hatte. Die Dortmunder Welle rollte ein aufs andere Mal Richtung Westkurve im Weserstadion, die Bremer verteidigten das Tor erstmals so, wie es ihr Trainer Florian Kohfeldt schon vor Wochen gefordert hatte: "Mit unserem Leben!" Weil Dortmund nicht nur Haaland ist, sondern eben auch einen Giovanni Reyna hat, blieb es spannend, der Teenager schoss ein kunstvolles Tor zum 3:2 (78.) Dann gerieten Moisander und Reyna aneinander, was ihnen gelbe Karten einbrachte, dann rettete Jiri Pavlenka noch zweimal, jeweils vor: Erling Haaland.

Das Spiel wird in die Bremer Geschichte eingehen: als Sieg des Willens über den Wunderstürmer.

© SZ vom 05.02.2020/sonn
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