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Bundesliga:Schalke-Sportvorstand warnt vor "Hetzjagd" auf Tönnies

SV Drochtersen/Assel - FC Schalke 04

Vor der Partie bei der SV Drochtersen/Assel hatten viele der rund 2000 mitgereisten Schalke-Fans gegen Tönnies protestiert.

(Foto: Axel Heimken/dpa)

Der Aufsichtsratschef habe sich entschuldigt, nun sei Sachlichkeit angebracht. Manchester United schießt vier Tore gegen Chelsea. Serena Williams muss im Finale von Toronto aufgeben.

Bundesliga, Schalke 04: Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider hat in der Diskussion um die rassistischen Aussagen von Aufsichtsratschef Clemens Tönnies vor einer "Hetzjagd" gewarnt. "Er hat sich entschuldigt. Wir sind im Fußball, und sie haben ihm die Rote Karte gezeigt für ein grobes Foul. Dafür gibt es im Fußball die Rote Karte, dann hat man eine Sperre zu verbüßen. Das ist der Fall. Wir müssen aufpassen, dass wir hier nicht eine Hetzjagd veranstalten. Dass wir das ein Stück weit versachlichen", sagte Schneider in einem ZDF-Interview nach dem 5:0-Sieg des Fußball-Bundesligisten in der ersten DFB-Pokalrunde am Samstag bei der SV Drochtersen/Assel.

Vor der Partie hatten viele der rund 2000 mitgereisten Schalke-Fans gegen Tönnies protestiert. Die Anhänger hielten Plakate mit der Aufschrift "Wir zeigen Tönnies die Rote Karte" hoch. Zudem gab es mehrere Banner mit Sprüchen gegen Tönnies. Dieser hatte beim Tag des Handwerks in der Vorwoche in Paderborn Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren", hatte Tönnies gesagt und sich später dafür entschuldigt. Der Ehrenrat des Clubs belegte ihn am Dienstag mit einer Sperre von drei Monaten.

Ex-Nationalspieler Cacau, Integrationsbeauftragter des DFB, warnte im ZDF-"Sportstudio" vor einer Relativierung der Worte Tönnies'. "Man darf nicht an einer Spaltung teilnehmen, die in unserer Gesellschaft passiert oder auf dem Weg dorthin ist", sagte der frühere Bundesliga-Profi. Tönnies habe eine zweite Chance verdient, müsse aber durch Taten zeigen, dass seine Reue echt und er "kein Rassist" sei.

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Bundesliga, Bayern München: Jérôme Boateng hat sich für seine lustlosen Auftritte in der Endphase der vergangenen Saison beim FC Bayern München entschuldigt. "Ich weiß, dass viele mein Verhalten damals kritisch gesehen haben, auch viele Fans. Und ich verstehe das. Egal, wie es jetzt weitergeht: Ich möchte mich auf jeden Fall dafür entschuldigen", sagte er der Bild am Sonntag. Der Innenverteidiger war mit seiner Reservistenrolle beim Bundesligisten unzufrieden und hatte dies nach dem Pokalsieg und bei der Meisterfeier zum Abschluss der Saison auch deutlich gezeigt.

"Das war nicht in Ordnung, aber ich wollte wirklich niemanden verärgern oder beleidigen", sagte der 30-Jährige nun über sein Verhalten. "Ich habe nur aus tiefer Enttäuschung über meine Situation gehandelt. Ich konnte irgendwie nicht anders." Unter Trainer Niko Kovac war Boateng zum Ende der vergangenen Saison nur noch Reservist, Club-Präsident Uli Hoeneß legte ihm einen Vereinswechsel nahe. Der Vertrag des Ex-Weltmeisters bei den Münchnern läuft noch bis 2021, inzwischen scheint auch ein Verbleib beim Rekordmeister möglich. "Ich denke, dass ich in den vergangenen Wochen in der Vorbereitung gezeigt habe, dass ich alles dafür tue, um in Top-Form zu sein", sagte der 76-malige deutsche Nationalspieler.

Premier League: Mit einem Kantersieg hat Manchester United sowohl dem neuen Chelsea-Trainer Frank Lampard als auch dem früheren Dortmunder Stürmer Christian Pulisic die Premier-League-Premiere verdorben. Der englische Fußball-Rekordmeister deklassierte die Blues am Sonntag zuhause überraschend deutlich mit 4:0 (1:0). Den Führungstreffer erzielte der englische Nationalspieler Marcus Rashford (18. Minute) per Foulelfmeter, nachdem er zuvor selbst im Straffraum von Kurt Zouma gefoult worden war. Anthony Martial (65.) und wenige Minuten später erneut Rashford (67.) machten alles klar für die Mannschaft des norwegischen Trainers Ole Gunnar Solskjaer. Der eingewechselte Daniel James (81.) besorgte den Endstand. Man United hatte vergangenen Woche den belgischen Stürmer Romelu Lukaku an Inter Mailand abgegeben, ohne einen Ersatz für den Angriff zu verpflichten. Der FC Chelsea, derzeit mit einer Transfersperre belegt, hatte Pulisic im Winter von Borussia Dortmund verpflichtet, anschließend aber für ein halbes Jahr an den BVB verliehen. Vereinsikone Lampard übernahm im Sommer das Traineramt bei den Blues.

Tennis, Toronto: Die kanadische Tennisspielerin Bianca Andreescu hat das WTA-Turnier in Toronto gewonnen. Die 19-Jährige profitierte am Sonntag im Endspiel gegen die langjährige Weltranglisten-Erste Serena Williams von der Aufgabe ihrer Gegnerin. Die 37 Jahre alte US-Amerikanerin konnte beim Stand von 1:3 aus ihrer Sicht wegen einer Rückenverletzung nicht mehr weiterspielen. Für Andreescu war es der zweite Titel ihrer Karriere nach dem Turniersieg in Indian Wells. Mitte März hatte sie im Finale gegen Angelique Kerber gewonnen. Die Kielerin war in Toronto bereits in der ersten Runde ausgeschieden.

Basketball: Die deutschen Basketballer sind gut in die WM-Vorbereitung gestartet. Das Team von Bundestrainer Henrik Rödl bezwang auch ohne NBA-Star Dennis Schröder Schweden im ersten WM-Test souverän mit 78:46 (37:23) und zeigte knapp drei Wochen vor dem Start der Weltmeisterschaft in China (31. August bis 15. September) bereits eine gute Frühform. Paul Zipser (14) und Maodo Lo (13) waren in Trier die besten Werfer für die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB), die mit den NBA-Spielern Maximilian Kleber, Daniel Theis, Moritz Wagner und Isaac Bonga angetreten waren. Beim Supercup in Hamburg (16. bis 18. August) warten in der kommenden Woche mit Polen, Tschechien und Ungarn die nächsten Härtetests. Dann wird auch Aufbauspieler Dennis Schröder zum Team stoßen, der wegen "wichtiger persönlicher Dinge" derzeit noch in den USA weilt.

Fußball, Chicago Fire: Mit seinem ersten Saisontor hat der ehemalige Weltmeister Bastian Schweinsteiger seinem Klub Chicago Fire den zweiten Sieg in Folge in der nordamerikanischen Fußball-Profiliga MLS beschert. Der frühere Münchner traf in der 88. Minute zum 3:2-Endstand gegen den Play-off-Rivalen Montreal Impact. Eine Woche zuvor hatte Chicago mit einem 1:0 bei Houston Dynamo einen Negativlauf von fünf Spielen ohne Sieg beendet.

Chicago lag gegen Montreal, das sechs seiner vergangenen sieben Spiele verloren hat, nach Treffern von Dax McCarthy nach Pass Schweinsteiger (8.) und Nemanja Nikolic (19.) schon früh 2:0 in Führung. Doch die Kanadier schlugen durch einen Strafstoß von Saphir Taider (34.) und einen Kopfball von Bacary Sagna (76.) zurück. Die Entscheidung fiel in der Schlussphase, als Schweinsteiger vor 11.002 Zuschauern im SeatGeek Stadium nach einem Eckball von Djordje Mihailovic aus sieben Metern einköpfte. Mit dem Erfolg verkürzte Chicago den Rückstand auf den siebten und letzten Play-off-Platz (Montreal) in der Eastern Conference auf nur noch drei Punkte.

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