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Bundesliga:Mal wieder ein Ärztestreit beim FC Bayern

Volker Braun

Teamarzt Volker Braun hat den FC Bayern verlassen.

(Foto: dpa)
  • Teamarzt Volker Braun hat den FC Bayern verlassen - über seine Arbeit kursieren nun unterschiedliche Versionen.
  • Als Favorit für die Nachfolge gilt Dr. Jochen Hahne, hoch geschätzt als Arzt der Bayern-Basketballer und inzwischen auch mit der Fußball-Nationalelf auf Tour.
  • Letztlich könnte die Frage um die Nachfolge auch zum Praxistest werden für die frisch betonte Harmonie zwischen Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge.

Ist Doktor Volker Braun nun jener Arzt, der Jérôme Boateng am Wochenende fälschlicherweise eröffnete, dass die Hinrunde wegen einer Muskelverletzung für ihn gelaufen sei, während der gleichfalls konsultierte Doktor Müller-Wohlfahrt wegen einer Verhärtung nur für ein paar Tage Pause plädierte? So berichtet es die Bild. Oder ist der Doktor Braun jener Arzt, dem Manuel Neuer nur die allerwärmsten Worte hinterherruft? Via Facebook wehrt sich der Torwart "vehement" gegen Behauptungen, wonach Braun "für die Entwicklung meiner Verletzung verantwortlich ist, da er nicht die idealen Behandlungsmethoden angewandt habe". Braun treffe "absolut keine Schuld", schreibt Neuer; er könne "sogar versichern", dass Braun "die allerbesten Methoden angewandt hat, welche die moderne Medizin ermöglicht".

Welche der beiden Versionen stimmt nun also? Oder stimmen beide?

Den FC Bayern beschäftigt nach dem Drama mit den großen Darstellern Müller-Wohlfahrt und Pep Guardiola mal wieder ein Ärztestreit, dessen aktuelle Ausläufer gerade bis nach Berlin reichen, wo die Nationalmannschaft vor dem Testspiel in England Quartier bezogen hat. Am Mittwoch kam aus Berlin eine Meldung, die sich irgendwo zwischen Braun und Müller-Wohlfahrt einpendelte: Ja, es stimmt, Boateng fällt aus. Aber eben nur schonungshalber, wie der Spieler selbst versichert, der traditionell zu den Müller-Wohlfahrt-Jüngern zählt.

Noch haben die Bayern nach der Trennung von Dr. Braun nicht verkündet, wer künftig ihrem medizinischen Ressort vorstehen soll. Mit einer offiziellen Rückkehr von Müller-Wohlfahrt, 75, rechnen die Experten nicht, aber es wäre nicht überraschend, wenn der weise Medizinmann in irgendeiner Form eingebunden würde - zumal sich diverse Bayern-Profis sowieso weiterhin vom sogenannten Mull behandeln lassen. Als Favorit für den Job gilt Dr. Jochen Hahne, hochgeschätzt als Arzt der Bayern-Basketballer und inzwischen auch mit der Fußball-Nationalelf auf Tour; auch die Integration weiterer junger Fachkräfte ins Ärzteteam gilt als möglich.

Allerdings ist die Besetzung des Postens durchaus auch eine innenpolitische Frage. Präsident Uli Hoeneß gilt als Verehrer von Mulls heiligen Händen, während Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge unter die Skeptiker gerechnet wird - zumal er nicht vergessen hat, wie überfallartig der sogenannte Mull die Bayern einst vor einem Champions-League-Rückspiel gegen Porto verließ. Das führt zurück zu den unterschiedlichen Spieleraussagen: In München sind bei diesem Thema eben nicht alle einer Meinung, und so gilt die Arztfrage nun auch als Praxistest für die frisch betonte Harmonie zwischen Hoeneß und Rummenigge.

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