bedeckt München 17°
vgwortpixel

Nachholspiel:Gladbach siegt im ersten Bundesliga-Geisterspiel

Breel Embolo setzt sich gegen Ellyes Skhiri durch.

(Foto: AFP)
  • Im ersten Geisterspiel der Bundesliga-Geschichte gewinnt Borussia Mönchengladbach 2:1 (1:0) gegen den 1. FC Köln.
  • Die Partie wurde am 21. Spieltag wegen einer Orkanwarnung verschoben.
  • Hier geht es zur Bundesliga-Tabelle.

Im ersten Geisterspiel der Bundesliga-Geschichte hat Borussia Mönchengladbach durch ein 2:1 (1:0) im 90. Rheinderby gegen den 1. FC Köln zwar wieder einen Champions-League-Platz erobert, die lange Zeit mäßige Darbietung beider Teams passte aber zur unwürdigen Atmosphäre.

"Es hatte etwas von Freundschaftsspielcharakter. Es war erwartet skurril", sagte FC-Geschäftsführer Horst Heldt bei Sky: "Beide Mannschaften haben es ordentlich gemacht. Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen. Wir sind enttäuscht, dass wir das Derby verloren haben." Gladbachs Trainer Marco Rose sagte schon vor dem Spiel: "Grundsätzlich braucht das kein Mensch." Schiedsrichter Deniz Aytekin meinte, die Fans hätten gefehlt "und zwar massiv. Ich kann nur hoffen, dass sich das langfristig nicht durchsetzt. Es war sehr, sehr schwierig, sich durchgängig zu konzentrieren."

Bundesliga - Borussia Moenchengladbach v FC Cologne

Gladbach feiert das erste Tor.

(Foto: REUTERS)

Breel Embolo (32.) und ein Eigentor von Jorge Mere (70.) sorgten für den Erfolg des fünfmaligen deutschen Meisters, der sich mit 49 Punkten wieder an Bayer Leverkusen (47) vorbei auf Platz vier schob. Aufsteiger Köln, der durch den starken Mark Uth (80.) zum Anschlusstreffer kam, bleibt im gesicherten Mittelfeld. Das Spiel sollte ursprünglich am 9. Februar stattfinden, musste aber wegen des Orkans Sabine verlegt werden. Nun sorgte das sich immer weiter ausbreitende Coronavirus für ein Spiel ohne Fans und damit ohne Stimmung.

Borussia Mönchengladbach - 1. FC Köln

Torwart Yann Sommer (1) von Borussia Mönchengladbach steht vor der leeren Nordkurve auf der ein Banner mit "Holt den Derbysieg!" steht.

(Foto: dpa)

Die Fans gaben dennoch ihr Bestes. "Holt den Derbysieg", lautete der klare Auftrag auf einem Plakat auf der leeren Nordtribüne. Als der Gladbacher Bus am Stadion eintraf, feierten einige hundert Anhänger die Spieler, Leuchtraketen wurden abgeschossen. Zu Beginn des Aufwärmprogramms stimmten sie die Profis mit Gesängen von außerhalb des Borussia-Parks auf die Partie ein, danach war es still. Die Anweisungen der Trainer waren auf der Tribüne ebenso zu verstehen wie die Rufe der Spieler.

Das Eigentor von Mere passt ins Bild

Die Kölner begannen besser, kamen durch Florian Kainz (2.) und Jhon Cordoba (10.) zu ersten Abschlüssen. Die Begegnung blieb aber insgesamt auf einem mäßigen Niveau. Uths gefährlicher Freistoß war zunächst noch der größte Aufreger (21.). Die Gladbacher, die im Gegensatz zur Niederlage gegen Borussia Dortmund (1:2) auf fünf Positionen verändert aufliefen, waren dann zumindest effektiv. Nach der bis dahin schönsten Kombination über Tobias Strobl, Oscar Wendt und Patrick Herrmann traf Embolo zur schmeichelhaften Pausenführung.

Borussia Mönchengladbach - 1. FC Köln

Das erste Geisterspiel der Bundesliga-Geschichte.

(Foto: dpa)

Die Gastgeber kamen schwungvoll aus der Kabine und schnürten die Kölner kurzzeitig am eigenen Strafraum ein. Herrmann scheiterte aber am gut reagierenden Schlussmann Timo Horn (51.). Beide Mannschaften schienen sich nun besser auf die besonderen Umstände eingestellt zu haben. Es war trotz des einsetzenden Regens etwas mehr Zug im Spiel.

Köln wurde nun wieder mutiger, Kainz verzog aber aus guter Position deutlich (63.). Es mangelte bei beiden Rivalen aber weiterhin an Präzision und Tempo. Das Eigentor von Mere nach Flanke von Embolo passte ins Bild. Erst nach dem Kölner Anschlusstreffer erhielt das Spiel seine Spannung zurück - abermals Uth (90.+3) vergab aus kurzer Distanz den Ausgleich.

© SZ.de/sid/ebc
Fussball-Profi Timo Hübers positiv auf Coronavirus getestet

Coronavirus im Fußball
:Der erste infizierte Profi

Timo Hübers von Hannover 96 befindet sich in Quarantäne - doch eine einheitliche Linie im Umgang mit dem Virus fehlt. Manche Verantwortliche hoffen noch immer, dass alles nicht so schlimm wird.

Von Benedikt Warmbrunn

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite