bedeckt München 23°
vgwortpixel

Bundesliga:Nübel schiebt sich den Ball selbst durch die Beine

1. FC Köln - FC Schalke 04

Schalkes Jean-Clair Todibo tröstet Torwart Alexander Nübel.

(Foto: dpa)

1. FC Köln - Schalke 04 3:0 (2:0), Tore: Bornauw (9.), Cordoba (39.), Nübel (ET, 75.)

Es war ein Fußballnachmittag, an dem es kaum Fußball ging. Bayern-Fans hatten Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp beleidigt, BVB-Fans hatten Schmähgesänge angestimmt. Und auch am Abend geriet der Fußball zweitweise in den Hintergrund. Köln zeigte nach dem 5:0 gegen Berlin erneut eine starke Leistung, führte nach Treffern von Sebastiaan Bornauw und Jhon Cordoba mit 2:0, doch vor Anpfiff der zweiten Halbzeit hissten auch hier die FC-Fans ein Plakat, auf dem Hopp beleidigt wurde. Die Mannschaft und Trainer Markus Gisdol gingen zu den Anhängern, sie redeten auf sie ein. Das Plakat wurde schließlich eingerollt. Die Partie ging weiter - und Schalke-Torhüter Alexander Nübel, der zum Saisonende zum FC Bayern wechselt, leistete sich mal wieder einen Patzer: Einen sanften Schuss von Florian Kainz bekommt er nicht zu fassen, der Ball flutscht durch seine Beine hindurch ins Tor. Köln gelang erneut ein souveräner Erfolg - doch auch dieser Sieg hatte an diesem Samstag einen Beigeschmack.

Borussia Dortmund - SC Freiburg 1:0 (1:0), Tor 1:0 Sancho (15.)

Fairer Zug von BVB-Trainer Lucien Favre: Die Bayern müssen in den kommenden Wochen auf Robert Lewandowski verzichten, also verzichtete auch Dortmund gegen den SC Freiburg auf seinen besten Stürmer. Erling Haaland stand zumindest nicht in der Startelf am Samstagnachmittag, ihn hatten unter der Woche Magenprobleme geplagt. Für Haaland stürmte Julian Brandt, was nicht ganz so überzeugend funktionierte wie beim 6:0 der Bayern in Hoffenheim, aber immerhin: In Führung ging der BVB auch. Sancho traf nach einer Viertelstunde, es war bereits sein 14. Saisontor.

Es entwickelte sich trotzdem ein komplizierter Nachmittag für den BVB. Die Mannschaft führte, spielte aber ohne den ganz großen Elan, das merkte auch Favre und brachte Haaland in der 63. Minute. Wie lange würde es nun dauern bis zum nächsten Treffer des Norwegers? Drei Minuten? Fünf?

Nix da, nur Freiburg wurde stärker. Vincenzo Grifo scheiterte per Freistoß an Dortmunds Torwart Roman Bürki, dann musste BVB-Verteidiger Lukasz Piszczek gar einen Kopfball von Nils Petersen von der Linie schlagen (75.). Dortmund zitterte sich zum Heimsieg - und Haaland, der Wunderknabe, traf nach zuletzt neun Toren in sechs Ligaspielen tatsächlich: nicht!

FC Augsburg - Borussia Mönchengladbach 2:3 (0:0), Tore 0:1 Bensebaini (49.), 0:2 Stindl (53.), 1:2 Löwen (57.), 1:3 Stindl (79.), 2:3 Finnbogason (83.)

An Stephan Lichtsteiner lag es nicht. Dem Augsburger fehlende Galligkeit vorzuwerfen, wäre wirklich deplatziert. Nach gerade 35 Sekunden holte sich der Abwehrspieler die gelbe Karte ab - es war die schnellste Verwarnung der laufenden Spielzeit. Gegner Gladbach startete zwar verhalten, spielte sich dann aber immer besser in die Partie. Zu einem Treffer in der ersten Halbtzeit genügte es nicht, Florian Neuhaus und Jonas Hofmann vergaben höchst aussichtsreich.

Ramy Bensebaini holte das Versäumnis recht bald in der zweiten Halbzeit nach. Lars Stindl erhöhte mit einem platzierten Flachschuss auf 2:0, alles klar? Nein, Augsburg kämpfte, Eduard Löwen erköpfte den Anschlusstreffer, und auch als Stindl seinen zweiten Treffer erzielte, gab der FCA nicht auf. Alfred Finnbogason verkürzte noch einmal - doch zum Unentschieden reichte es nicht mehr.

FSV Mainz 05 - SC Paderborn 2:0 (2:0), Tore 1:0 Quaison (29.), 2:0 Onisiwo (37.)

Mainz gegen Paderborn, Viertletzter gegen Letzter: Es gibt vom Klang her attraktivere Begegnungen in dieser Liga, und dann auch noch bei diesem Sauwetter. Ab Mitte der ersten Halbzeit schüttete es gewaltig in Mainz, der Regen durchnässte die Profis augenblicklich, die Zuschauer flüchteten auf den Rängen in höhere Lagen. Paderborns Trainer Steffen Baumann verharrte am Spielfeldrand trotzdem im Poloshirt - er hatte größere Sorgen.

Auswärts bei seit vielen Heimspielen sieglosen Mainzern, das bedeutet für Paderborn mittlerweile eine Art Endspiel. Will der Klub die Klasse halten, müssen auch Auswärtssiege her - doch dazu spielte der SCP an diesem Samstag defensiv zu trantütig. Robin Quaison und Karim Onisiwo erfuhren bei ihren Treffern in der ersten Halbzeit wenig Gegenwehr, was den Mainzern früh einen entspannten Nachmittag bereitete. Das Wetter besserte sich, für Paderborn wurde nichts besser. Sie sind weiter Tabellenletzter.

© SZ.de/chge

Eklat in Hoffenheim
:Bayern-Fans diffamieren Hopp - Partie stand vor dem Abbruch

Schlimme Szenen in Hoffenheim: Münchner Anhänger beleidigen TSG-Mäzen Dietmar Hopp, die Fußballer stellen das Spielen ein, die Bayern solidarisieren sich mit Hopp. Der 6:0-Sieg rückt in den Hintergrund.

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite