Bundesliga Bayern spaziert durch Stuttgart

Torschützen und Vorbereiter: Robert Lewandowski und Thmas Müller.

(Foto: REUTERS)
  • Der FC Bayern schlägt den VfB Stuttgart mit 3:0 und hat dabei keine größeren Probleme.
  • Leon Goretzka, Robert Lewandowski und Thomas Müller erzielen die Tore.
  • Franck Ribéry spielt sein 250. Bundesligaspiel.
Von Martin Schneider

Jérôme Boateng begann dieses Spiel mit einer Jérôme-Boateng-Gedächtnis-Grätsche. Als der Stuttgarter Emiliano Insúa eine gefährliche Situation hätte schaffen können, hob Boateng ab und rauschte in den Ball hinein, so wie es der Boateng von früher sehr oft getan hat - nur, dass der Boateng von früher auch mal den Gegenspieler statt den Ball traf und dann vom Platz flog. Dem Boateng von heute passiert so was nicht mehr und trotzdem wollte der FC Bayern den Boateng von heute gerne zu einem Boateng von gestern machen. Das hat nicht geklappt - es gibt unterschiedliche Geschichten, warum ein Transfer zum Tuchel-Klub Paris Saint-Germain nicht geklappt hat. Die einen sagen, Paris hätte nicht genug zahlen wollen, Sportdirektor Hasan Salihamidzic sagte vor dem Spiel gegen Stuttgart am Sky-Mikrofon, der FC Bayern hätte nicht das Gefühl gehabt, dass Paris es wirklich ernst meine mit einem Transfer.

Also blieb Boateng und der Stuttgarter Benjamin Pavard blieb ein Stuttgarter - auch im Spiel gegen Bayern. Es ist mittlerweile ein mehr oder weniger offenes Geheimnis, dass die Münchner den Weltmeister verpflichten werden. Aber nun eben eher kommende Saison. So versuchte Pavard gegen und nicht mit dem FC Bayern zu spielen.

Es gelang ihm wie allen anderen Stuttgartern so mittelgut. Der FC Bayern gewann relativ souverän mit 3:0, die Taktik von Stuttgarts Trainer Tayfun Korkut, eine ultradefensive Mauer aufzubauen, scheiterte schon in der ersten Halbzeit vor allem an Bayerns Mittelfeldspieler Leon Goretzka. "In erster Linie habe ich mich gefreut, dass ich heute von Anfang an ran durfte", sagte Goretzka später beim Sender Sky: "In meiner bisherigen Karriere war ich es nicht gewohnt, von der Bank zu kommen. Ich sollte mich zwischen den Linien bewegen und hoffe, das ist mir gut gelungen."

Nach 23 Minuten hatte der Zugang von Schalke 04 die erste Chance, als sein Kopfball nach Flanke von Kimmich noch knapp am Pfosten vorbeiging. Stuttgart stand teilweise so tief, dass Mario Gomez als vorderster Mann fast den Sechzehner-Halbkreis touchierte. Franck Ribéry, der nach der Verletzung von Kingsley Coman zusammen mit Arjen Robben den Flügel bildete und sein 250. Bundesligaspiel bestritt, kam trotzdem immer wieder in den Strafraum.

"Wir gehen mit einer guten Seriosität an die Sache heran. Man muss sagen: Hut ab!", sagte Bayerns Nationalspieler Müller: "Bei der Konkurrenzsituation bei uns muss jeder liefern. Man ist heiß zu zeigen, welche Qualitäten man hat."

Nach 30 Minuten hatten die Bayern 70 Prozent Ballbesitz und schon sieben Eckbälle. Stuttgart spielte zunehmend ruppiger - auf die Art versuchte es schon die TSG Hoffenheim vergangene Woche. Als Franck Ribéry kurz behandelt werden musste, nutzte Bayern die folgende Szene zur Führung. Über Lewandowski spielte Müller den Ball zu Goretzka, der sich trotz sechs Stuttgartern in unmittelbarer Nähe den Ball am Sechzehner auf den rechten Fuß legen konnte und in der 37. Minute platziert gegen Stuttgarts Torwart Ron-Robert Zieler einschoss.

Damit war die Mauer-Taktik von Stuttgart hinfällig und Bayern hatte weiterhin die besseren Chancen. "Wir standen in der ersten Halbzeit kompakt, waren aber nicht aggressiv genug", analysierte VfB-Trainer Korkut. "Da hat uns der Mut gefehlt. In der zweiten Halbzeit war es schwer, das Spiel gegen eine Top-Mannschaft umzubiegen. Wir wollten dann aggressiver gegen den Ball agieren und mehr Ballbesitz haben, das ist uns nicht gelungen. Niemand kann zufrieden sein, aber wir sollten vorsichtig sein. Es ist erst der zweite Spieltag."

Zieler hielt in der Folge stark einen Mats-Hummels-Kopfball (der wieder für Niklas Süle ran durfte) und Goretzka, der für Javi Martínez auf der Achterposition vor dem defensiveren Thiago (der eine starke Partie ablieferte) spielte, legte Minuten vor der Pause per Kopf Müller noch eine Chance auf, doch der verpasste aus spitzem Winkel die Vorentscheidung.

Die verpasste auch David Alaba, der nach der Pause den Pfosten traf, die verpasste aber nicht Robert Lewandowski, der mit einem sehr strammen Schuss mit seinem schwächeren linken Fuß Timo Baumgartl tunnelte und unhaltbar für Zieler in der 62. Minute einschoss. Auch bei dieser Aktion wurde er von den immer noch tiefstehenden Stuttgartern nicht maximal gestört. Damit hat der Pole in allen vier Pflichtspielen dieser Saison ein Tor erzielt.

Der VfB hatte an diesem Tag jedenfalls keine Chance gegen einen FC Bayern, der konzentriert und zielstrebig auftrat. Heikelste Situation war noch ein Tempodribbling des Spaniers Pablo Maffeo in den Sechzehner, das Mats Hummels mit einer Grätsche stoppte, bei der er knapp den Ball und nicht den Gegenspieler traf. Stattdessen durfte auch Thomas Müller sein zweites Saisontor erzielen, Lewandowski legte ihm den Ball mit der Hacke vor (76. Minute). Es kamen dann noch Serge Gnabry, James Rodriguez und Corentin Tolisso und Niko Kovac kann nun nach vier Siegen in vier Pflichtspielen maximal entspannt in seine erste Länderspielpause als Bayern-Trainer gehen.

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