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Bundesliga:Ancelotti: "Wir wollen mit einem guten Spiel zurückkommen"

Ob er die Spieler mit seiner Gelassenheit anstecken möchte? Dazu sagte Carlo Ancelotti nichts.

(Foto: AP)

Von Lukas Wohner

Carlo Ancelotti bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Auch am Freitagmittag wirkt er völlig entspannt, als er im feinen Anzug auf dem Podium im Medienzentrum des FC Bayern München Platz nimmt, um sich vor dem Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt den Fragen der Reporter zu stellen. Dass er so gelöst ist, überrascht dann doch ein bisschen, immerhin hat seine Mannschaft zuletzt zweimal in Serie nicht gewonnen, was an der Säbener Straße fast schon einer Mini-Krise gleicht. Diese hat der Italiener nun also zu moderieren.

Ancelotti tut das mit demonstrativer Gelassenheit. Seine Spieler seien halt "ein bisschen müde" gewesen, sagt er, doch er sei sich sicher, in der Partie an diesem Samstag (15.30 Uhr) werde das anders: "Wir wollen mit einem guten Spiel zurückkommen."

Drei englische Wochen stehen an

Zuletzt hatte der FC Bayern 0:1 bei Atlético Madrid verloren und gegen den 1. FC Köln nur ein 1:1 erreicht - nachdem das Team die ersten acht Pflichtspiele der Saison gewonnen hatte. Ancelotti führt das darauf zurück, dass seine Elf "nicht mit voller Intensität" gespielt habe. Das müsse sich ändern, fordert er, sein Auftritt zum Ende der Länderspielpause vermittelt gleichwohl vor allem eins: Das alles ist für den Italiener kein Drama.

Nach fast 1000 Spielen auf den Trainerbänken dieser Welt schockt Ancelotti weder die kleine Delle in der insgesamt weiterhin überaus positiven Bayern-Bilanz noch das anstehende Programm: drei englische Wochen mit insgesamt vier Bundesliga-Partien (gegen Frankfurt, Gladbach, Augsburg und Hoffenheim), zweimal Champions League (gegen PSV Eindhoven) sowie ein Pokalspiel (gegen Augsburg). Und das, obwohl der Trainer vor einigen Tagen noch erklärt hatte, als Spieler könne man nicht immer hundertprozentig motiviert sein, wenn man alle drei Tage ein Spiel habe. Genau diese Herausforderung stellt sich den Bayern nun, doch gegen Druck ist ihr Trainer laut eigener Aussage ohnehin resistent.

Wie er seine Mannschaft aufstellen will, um wieder zu gewinnen, das verrät Ancelotti am Freitag nicht. Nachdem viele Spieler für ihre Nationalmannschaften aufgelaufen waren, müsse er erst mal das Training abwarten. Nach diesem sagte Franck Ribéry die Reise nach Frankfurt wegen muskulärer Probleme ab. Die anderen Angeschlagenen dagegen? Robben? Eine Option. Badstuber? Auch eine Option. Martínez? Möglich. Am Ende sagt Ancelotti immerhin: "Wenn wir in den nächsten zehn Spielen wieder acht Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage erzielen, würde ich das sofort unterschreiben." Der Trainer ist eben einfach: unendlich entspannt.

© SZ vom 15.10.2016/fued
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