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Borussia Dortmund:Bürki ist überall

RB Leipzig - Borussia Dortmund

Kommt ein Bürki geflogen: Beim Topspiel gegen Leipzig bot Dortmunds Torwart Roman Bürki eine perfekte Vorstellung.

(Foto: Jan Woitas/dpa)
  • Borussia Dortmund hat nach dem 1:0 bei RB Leipzig weiter sechs Punkte Vorsprung auf den FC Bayern.
  • Axel Witsel trifft sehenswert - und Torwart Roman Bürki hält stark.
  • Hier geht es zur Tabelle der Bundesliga.

Roman Bürki musste noch einen Schrei loswerden. Der Ball war ein paar Meter neben ihm an der Bande eingeschlagen, nicht allzu weit vom Pfosten entfernt, nicht allzu weit von seinem Tor. Es wäre das 1:1 für die Leipziger gewesen, in der 93. Minute, es war eine letzte heikle Phase der Partie. "Brandgefährlich", nannte sie BVB-Trainer Lucien Favre später, da konnte er schon wieder mit gutem Gefühl auf die Tabelle schauen: Erstmals hatten die Dortmunder Leipzig in deren eigenen Arena besiegt.

Es war ein Tor von Axel Witsel in der 19. Minute, mit dem der BVB nicht nur die Leipziger mit 1:0 (1:0) überwand, sondern auch die Gefahr bannte, die in der Tabelle herangekrochen war: Mit dem Sieg der Bayern am Freitagabend gegen die TSG Hoffenheim war der Vorsprung für fast 24 Stunden auf nur noch drei Punkte zusammengeschmolzen. "Natürlich haben wir das Spiel geschaut, aber wir schauen auch andere Spiele", sagte Favre in seiner ganzen Unaufgeregtheit, "wir machen weiter unsere Philosophie, Spiel für Spiel zu nehmen." Und das war dann schon eine Szene, die die Qualität des Spiels widerspiegelte: wie neben ihm RB-Trainer Ralf Rangnick saß und nicht sehr viel weniger zufrieden wirkte als Favre.

Der BVB muss kurzfristig Marco Reus ersetzen

Eine Bundesliga-Saison ist kein Sprint, sondern ein Hindernislauf. Was schon mal erwähnt werden muss, wenn es um diese Jagd geht, die nun immer wieder angesprochen wird, wenn es um Bayern und Dortmund geht. In RB Leipzig hat der BVB am Samstagabend eine Hürde überwunden, die die Bayern in der Rückrunde der Saison erst noch erwartet. Die beste Defensive der Liga traf auf die beste Offensive, "ein Tor kannst du gegen eine Mannschaft wie den BVB schon kriegen", befand Rangnick - und war fast schon erstaunt, wie viele Chancen sich sein eigenes Team erspielt hatte. "Das ist schade, dass wir daraus nichts machen", sagte er.

Eine wache Partie hatte sich Rangnick von seiner Mannschaft gewünscht, hellwach war dann gleich zu Beginn Roman Bürki, der nach drei Minuten gegen Timo Werner den Ball aus kurzer Distanz übers Tor wuchtete. Doch das sollte für einige Zeit der flotteste Vorstoß der Leipziger bleiben. Der BVB versuchte zunächst vor allem über die linke Seite zum Erfolg zu kommen, Raphael Guerreiro schickte Mario Götze per Hackentrick nach vorne (8.), doch in Peter Gulacsi steht ja auch nicht irgendwer im Tor der Leipziger: Mit seinen Paraden hatte der Keeper seine Mannschaft in der Hinrunde immer wieder vor Gegentoren bewahrt. Er kam Götze entgegen und machte die Chance zunichte. Die Leipziger Defensive erledigte unterdessen ihre Aufgaben, Dayot Upamecano hatte immer irgendwo den Fuß dazwischen, wenn ihm ein Dortmunder davonlaufen wollte.

Und doch jubelten in der 19. Minute die Gäste, auch weil Lukasz Piszczek sich im richtigen Moment duckte: Er verlängerte einen Eckball, den Axel Witsel dankend annahm, abtropfen ließ und sofort wieder Richtung Tor schickte - Piszczek machte sich klein, Unterkante Latte, drin. Gulacsi ohne Chance. Nicht nur als Ballverteiler war Witsel damit eine gefährliche Waffe, sondern auch als Torschütze. Was an diesem Abend auch gefordert war: Marco Reus, erfolgreicher Verwandler der Hinrunde, war am Freitagabend umgeknickt und konnte nicht auflaufen.