bedeckt München 24°

Borussia Dortmund:Isak ist teurer als Zlatan

Borussia Dortmund - Alexander Isak

Bekommt einen "langfristigen" Vertrag beim BVB: Zugang Alexander Isak mit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc.

(Foto: BVB/A. Simoes/dpa)

Von Ulrich Hartmann, Dortmund

Vor sieben Monaten ist in Nizza eine schwedische Fußball-Ära zu Ende gegangen. Zlatan Ibrahimovic hat an der Côte d'Azur mit 34 Jahren letztmals für die schwedische Nationalmannschaft gespielt. Das frühe Aus bei der Europameisterschaft und Ibrahimovics damit einhergehender Rücktritt haben Schweden erschüttert. Doch inzwischen schöpft man neue Hoffnung, und diese Hoffnung hat einen Namen. Sie heißt: Alexander Isak.

Vor 16 Tagen hat bei einem Test der Schweden in Abu Dhabi die neue Ära begonnen, Isak wurde mit 17 Jahren und vier Monaten erstmals im Nationalteam eingesetzt. Vier Tage später schoss er im zweiten Spiel bereits sein erstes Tor. Isak ist jetzt der jüngste Nationalmannschafts-Torschütze in der schwedischen Fußballhistorie, und überhaupt steckt der junge Mann bereits dermaßen voller weiterer Rekorde, dass man sich fragt, warum der Stürmer aus Solna und Sohn eritreischer Eltern am Wochenende eigentlich einen Vertrag bei Borussia Dortmund unterschrieben hat und nicht bei einem Klub wie Real Madrid, bei dem er zuvor auch schon heftig als Zugang gehandelt worden war.

Diese Entscheidung könnte im weitesten Sinne mit einem anderen skandinavischen Riesentalent zu tun haben: mit dem Norweger Martin Ödegaard. Dieser war vor zwei Jahren mit gerade mal 16 Jahren vom norwegischen Erstligisten Strömsgodset IF aus Drammen zu Real Madrid gewechselt und hat seither derart vergeblich um Einsätze in der prominenten Real-Mannschaft gekämpft, dass die Madrilenen ihn vor wenigen Tagen an den niederländischen Klub SC Heerenveen verliehen haben. In den Niederlanden, bei Ajax Amsterdam, hat vor 16 Jahren zwar auch der große Zlatan Ibrahimovic reüssiert, allerdings war sein Wechsel zu Ajax damals freiwilliger und direkter Natur.

Isak nimmt sich Dembelé zum Vorbild

Wenn man in allzu jungen Jahren zu Real Madrid wechselt, dann droht man, wie es so schön heißt, den zweiten Schritt vor dem ersten zu gehen und auf die Nase zu fallen. Statt sich also Ödegaard zum Vorbild zu nehmen, folgten Isak und sein serbischer Berater Vlado Lemic lieber dem Beispiel des Talents Ousmane Dembelé. Der 19-jährige Franzose ist im vergangenen Sommer von Stade Rennes zu Borussia Dortmund gewechselt und in Thomas Tuchels Elf bereits jetzt Stammspieler und Leistungsträger. Die Gefahr für Dembelé, vom BVB an einen niederländischen Klub verliehen zu werden, ist gleich Null.

Die Branche rechnet vielmehr damit, dass der französische Angreifer später mal zu einem spanischen Topklub wechselt. Insofern ist Isaks Entscheidung für Dortmund vergleich- und nachvollziehbar. Der BVB etabliert sich gerade als Anlaufstation für internationale Talente auf deren perspektivischem Weg zu noch größeren europäischen Topklubs; auch der 19-jährige Türke Emre Mor hatte sich im vorigen Sommer ja für den BVB entschieden.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB