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Arminia Bielefeld im DFB-Pokal:Bielefeld steht vor dem direkten Wiederaufstieg

Der 44-Jährige ist diesem Klub emotional ausgeliefert - erst als Fan, dann als Herausgeber eines Fanmagazins, schließlich als Redakteur fürs Stadionheft, als Pressesprecher und nun als Manager. Die Niederlage gegen Darmstadt vor knapp einem Jahr, als Bielefeld in der Nachspielzeit der Verlängerung im Relegationsrückspiel jenen Treffer kassierte, der den Abstieg in die dritte Liga bedeutete, nennt Uhlig "den schlimmsten Moment überhaupt, das war unglaublich tragisch".

Doch die Niederlage hatte, so schmerzhaft sie war, auch ihr Gutes: "Wir haben keinen Sponsoren verloren und in der dritten Liga sogar mehr Dauerkarten verkauft als zuvor in der zweiten", sagt Uhlig. "Seither haben wir in Bielefeld eine Jetzt-erst-recht-Stimmung." Mit dieser Mentalität wollen sie im Pokal nun auch jene Gladbacher besiegen, die zuletzt 2:0 beim FC Bayern und 4:1 in Hoffenheim gewannen. "Wir sind diesmal sicher ein noch krasserer Außenseiter als zuvor", sagt Uhlig, "aber wir werden uns in unserer typischen Bielefelder Atmosphäre mit allem wehren, was wir haben: Publikum, Aprilwetter und Flutlicht."

Dresden, Münster, Erfurt, Kiel - dort wird es wirklich wichtig

15 Jahre ist der Bielefelder Rasen alt, an nasskalten Abenden sieht man ihm das an. Ganze Erdstücke ohne jeglichen Halm werden den spielfreudigen Gladbachern die Ballzirkulation erschweren. Unterbrechungen bei den Gladbacher Ballstafetten würden die Bielefelder gern nutzen, um ihren Stürmer Fabian Klos (19 Tore in 29 Saisonspielen) per Konter zum Torerfolg zu schicken. Eine dritte Pokal-Sensation in Serie täte dem Klub, der zuletzt 2009 aus der Bundesliga abstieg und seither wirtschaftlich mehrmals vor dem Aus stand, auch finanziell gut. "An einem traditionsreichen und anspruchsvollen Fußballstandort wie Bielefeld ist eine Saison in der dritten Liga eigentlich immer defizitär", sagt Uhlig.

Genau deshalb ist für die Arminia der Aufstieg in die zweite Liga auch ungleich wichtiger, und der Manager hofft, dass die Mannschaft sich nach dem "Rauschzustand im Pokal schnell wieder auf das Wesentliche konzentrieren kann". Das sind vom kommenden Wochenende an die alles entscheidenden und direkt aufeinanderfolgenden Ligaspiele in Dresden, gegen Münster, in Erfurt und gegen Kiel. Wenn sie die gewinnen und den Aufstieg sichern, dann würden sie ihren Trainer Norbert Meier vielleicht sogar mal den Mannschaftsbus fahren lassen.

© SZ vom 08.04.2015/jbe
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