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Arminia Bielefeld im DFB-Pokal:Mit der Kraft des Aprilwetters

GER DFB Pokal 14 15 ACHTELFINALE Arminia Bielefeld vs Werder Bremen 04 03 2015 SchücoArena Biel

Bedrängter Torhüter: Bielefelds Sturmspitze Fabian Klos setzt sich beim 3:1-Sieg im Pokal-Achtelfinale mit Bremens Torwart Koen Casteels auseinander.

(Foto: imago)
  • Heute Abend empfängt Arminia Bielefeld im Pokal-Viertelfinale den Bundesliga-Dritten Borussia Mönchengladbach.
  • In den beiden vorherigen Runden scheiterten bereits Hertha BSC und Bremen an Drittligist Bielefeld.
  • Arminia-Coach Norbert Meier kennt Gegner Gladbach aus Profi- und Trainerzeiten in den 90er-Jahren.
  • In der regulären Saison kämpft Bielefeld um den Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Wenn es um Borussia Mönchengladbach geht, hat Norbert Meier allzeit eine Pointe parat: "Außer Busfahrer habe ich bei Gladbach alles gemacht", sagt er gern. In den Neunzigerjahren war Meier in Gladbach erst Fußballprofi, dann Jugend-, Amateur- und Bundesligatrainer. Er hat ein emotionales Verhältnis zu diesem Klub. Noch wichtiger ist ihm zurzeit allenfalls die Beziehung zu seinem aktuellen Arbeitgeber.

Meier ist auf seiner fünften Trainerstation Chefcoach von Arminia Bielefeld. Mit den Bielefeldern ist er im Frühjahr 2014 kurz nach seinem Amtsantritt in die dritte Liga abgestiegen. Derzeit ist der Klub dort Tabellenführer und versucht, in die zweite Bundesliga zurückzukehren. Ein aufregendes Intermezzo stellt dabei an diesem Mittwoch das Viertelfinale im DFB-Pokal dar, zu dem die Bielefelder jene Gladbacher empfangen, bei denen Meier nur den Bus nie hat fahren dürfen.

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Es wäre Arminias drittes Halbfinale seit 2005

Die Partie gegen Gladbach ist für die Bielefelder das neunte Pokal-Heimspiel nacheinander. Das siebte haben sie vor fünf Monaten im Elfmeterschießen gegen den Bundesligisten Hertha BSC gewonnen, und das achte vor einem Monat mit 3:1 gegen Werder Bremen, einen Bundesligisten, mit dem Meier ebenfalls eine emotionale Vergangenheit verbindet. Begonnen hat die vom Losglück eines Drittligisten begünstigte Bielefelder Pokal-Heimserie im Juli 2011, und sehr gerne würden die Arminen Ende April direkt das zehnte Pokal-Heimspiel hintereinander bestreiten - denn das würde bedeuten, dass sie Gladbach besiegt hätten und nach 2005 und 2006 zum dritten Mal in ein Pokal-Halbfinale eingezogen wären.

Bundesweite Aufmerksamkeit und Prämien im siebenstelligen Bereich bringt der Pokal der klammen Arminia bereits, aber die Offiziellen des Klubs haben auch ein bisschen Angst, dass die Euphorie den Aufstieg in die zweite Liga gefährden könnte. Vor dem Pokalsieg gegen Bremen hatten die Bielefelder von zehn Ligaspielen neun gewonnen; nach dem Pokalsieg gegen Bremen holten sie aus vier Spielen nur zwei Siege. Der Einzug ins Halbfinale wäre eine große Sache, aber wichtiger ist der Aufstieg. "Die Liga ist unsere Kernaufgabe", sagt Geschäftsführer Marcus Uhlig, "unser Brot-und-Butter-Geschäft."

Arminia Bielefeld hat schon immer in einem Zwischenreich gelebt. Früher war das die Grauzone zwischen erster und zweiter Liga. Jetzt ist es jene zwischen zweiter und dritter Klasse. "Wir sind Pendler zwischen den Welten", sagt Uhlig. Mit der Aufzugkabine, die sie 2005 zum 100. Vereinsgeburtstag in ihre Ausstellung integriert hatten, wollten sie ihre Rolle als Fahrstuhlmannschaft ironisieren. An den Sturz in Liga drei hatte damals niemand gedacht. Auch Uhlig nicht.